Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Stürzt nun auch die UCI?
Sport 12.10.2012 Aus unserem online-Archiv

Stürzt nun auch die UCI?

Die UCI und Präsident Pat McQuaid stehen in keinem guten Licht.

Stürzt nun auch die UCI?

Die UCI und Präsident Pat McQuaid stehen in keinem guten Licht.
Foto: AFP
Sport 12.10.2012 Aus unserem online-Archiv

Stürzt nun auch die UCI?

Nach dem gestürzten Lance Armstrong richtet sich der Fokus auf die UCI. Der Weltverband soll den Ex-Star protegiert haben, ob die Führungsriege über die Affäre stolpert, ist ungewiss.

(dpa) - Wen zieht der gestürzte Lance Armstrong mit in die Tiefe? Nach dem ersten Schock um das endgültig entblößte Dopingsystem des Amerikaners müssen im ohnehin krisengebeutelten Radsport weitere Macher zittern. Im Usada-Bericht zur Verschwörung wird vor allem der Weltverband UCI angegriffen - unter den Präsidenten Pat McQuaid und Hein Verbruggen sei Armstrong jahrelang protegiert worden, sogar Dopingbefunde sollen vertuscht worden sein.

Während viele Radsportler fassungslos die Enthüllungsdokumente studieren, interpretierte der UCI-Funktionär Verbruggen den Report auf seine ganz eigene Art: „Da steht doch, dass wir nie etwas unter den Teppich gekehrt haben.“ Doch genau das schien zumindest bei der Tour de Suisse 2001 passiert zu sein.

Hatte die UCI zuletzt schon im Dopingfall Alberto Contador und zu Beginn der Armstrong-Affäre mit einem Zickzack-Kurs für Kopfschütteln in der Branche gesorgt, so könnte der Verband nun komplett gegen die Wand fahren. Ob Präsident McQuaid zu halten ist, scheint offen. Der Radsport sei „völlig vom Weg abgekommen und hat seinen moralischen Kompass verloren“, sagte Sky-Teamchef Dave Brailsford, der Bradley Wiggins zum Tour-de-France-Sieg geführt hatte, dem BBC-Radio.

Dass die Frankreich-Rundfahrten Anfang des vergangenen Jahrzehnts als sportliche Farce in die Geschichtsbücher eingehen wird, ist abzusehen. Der Weltverband UCI hat durch die erdrückenden Beweise der Usada kaum ein andere Wahl, als Armstrong seine sämtlichen sieben Titel abzuerkennen.