Stimmen zum Unentschieden gegen Frankreich

"Unvergesslich bis zum Lebensende"

Die FLF-Auswahl um Gerson Rodrigues (l.) feierte nach dem Unentschieden mit den Fans.
Die FLF-Auswahl um Gerson Rodrigues (l.) feierte nach dem Unentschieden mit den Fans.
Foto: AFP

von Bob Hemmen und Laurent Schüssler aus Toulouse

0:0 gegen Frankreich - ein Resultat, das sich der Luxemburger Fußballfan erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Die Freude im FLF-Lager nach der beeindruckenden Leistung war am Sonntagabend groß, der Gegner hatte derweil Lob für den Auftritt des Gegners übrig.

Chris Philipps: "Ich kann das noch nicht richtig realisieren. Ich muss diese Leistung erst einmal wirken lassen. Es war von der ersten bis zur letzten Minute eine ganz schwere Partie. Frankreich hatte viele Chancen, doch wir haben gut dagegen gehalten. Wir können stolz auf uns sein. Wenn man gegen eine Nation wie Frankreich spielt, ist der Druck auf Spieler wie mich groß und die Erwartungen sind hoch, das ist nicht immer einfach, doch wir haben als Team eine beeindruckende Leistung gezeigt."

Christopher Martins: "Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben sehr hart gearbeitet und es hat sich ausgezahlt. Selbst wenn wir nicht gewonnen haben, ist ein Unentschieden gegen Frankreich außergewöhnlich. Die Franzosen waren während der Partie frustriert, weil sie keine Lücken gefunden haben. Wir haben das alle gemeinsam geschafft."

Gegen Antoine Griezmann und Co, zeigte Christopher Martins (l.) eine beeindruckende Leistung.
Gegen Antoine Griezmann und Co, zeigte Christopher Martins (l.) eine beeindruckende Leistung.
Foto: AFP

Luc Holtz: "Natürlich sind wir stolz über diesen Erfolg, den wir mit viel Herz und etwas Glück geholt haben. Frankreich hat ein sehr gutes Team und es ist beeindruckend, wie sie den Ball laufen lassen. Ich denke, dass man dem Gegner keinen Vorwurf machen kann. Sie haben sehr schnell gespielt und auch taktisch viel richtig gemacht. Wir haben nur wenig zugelassen und ohne Räume ist es im Fußball ganz schwer. Für uns ist es ein historisches Resultat. Gegen solche Nationen holt man nur sehr selten Punkte."

Paul Philipp: "An diesem Abend wurde Luxemburger Fußballgeschichte geschrieben. Frankreich besitzt aktuell eine der besten Mannschaften der Welt. Ich habe eigentlich bis zum Schlusspfiff nicht daran geglaubt, dass wir die Überraschung schaffen würden. In der Halbzeitpause habe ich noch befürchtet, dass wir einbrechen würden. Nach dem doppelten Wechsel bekamen wir einen besseren Zugriff auf das Spiel. Frankreich musste acht geben, weil wir es schafften, sie etwas mehr zu binden. Sieben, acht Minuten vor dem Schlusspfiff hat man zwar insgeheim gehofft, doch richtig daran glauben konnte ich erst nach dem Schlusspfiff. Die Mannschaft hat sich zwar "nur" ein Unentschieden erkämpft, erhält aber trotzdem die gesamte Siegesprämie. Über deren Höhe will ich aber keine Angabe machen."

Jonathan Joubert: "Ein 0:0 gegen Frankreich ist einfach wunderbar. Ich weiß nicht, ob es unser bestes Spiel war, aber ich denke, es war zumindest das aus taktischer Hinsicht am meisten gelungene. Ob es mein letztes Länderspiel war? Ich weiß es nicht. Es stehen noch zwei Begegnungen in dieser Qualifikationsphase an. Ich denke, dass ich in Luxemburg zu den besten Torhütern zähle, wenn ich nicht gar der beste bin."

Jonathan Joubert war ein sicherer Rückhalt.
Jonathan Joubert war ein sicherer Rückhalt.
Foto: AFP

Kevin Malget: "Gegen solch eine Topmannschaft wie Frankreich dieses Resultat zu erzielen, ist einfach wunderbar. Wir standen zwar fast die gesamt Zeit über in der Verteidigung, doch unser Wille war größer als jener der Franzosen. Wir haben uns in jeden Schuss geworfen. Ich denke, daher geht das Resultat auch in Ordnung. Mein Zusammenspiel mit Chris Philipps war gut denke ich, denn wir haben keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. Wir wollten die französischen Angriffsbemühungen auf die Flügel reduzieren. Das ist uns mehr oder weniger gut gelungen. Wir wussten, dass es dann an Chris und mir wäre, mit dem Kopf zu klären. Das haben wir geschafft."

Laurent Jans: "Ich kann noch überhaupt nicht wirklich realisieren, was wir geschaft haben. Auswärts vor 33.000 Zuschauern ein Unentschieden gegen eine der weltbesten Mannschaften zu holen, ist fantastisch. Frankreich hat eine solch starke Offensivabteilung, während bei uns viele Spieler fehlten. Kämpferisch waren wir herausragend an diesem Abend. Ich denke, wenn der Ball von Gerson (Rodrigues) oder der Nachschuss von Dave (Turpel) sein Ziel gefunden hätte, wären wir völlig durchgedreht. Aber auch so ist das Resultat sensationell.

Olivier Thill: "Dieses Spiel werde ich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen. Es waren schwere 90 Minuten. Glückwunsch an die ganze Mannschaft, die wirklich exemplarisch gekämpft hat. Ich musste defensiv alles geben, wir sind fast schon einen Marathon gelaufen, so anstrengend war es. Es dauerte etwas, bis wir ins Spiel gefunden hatten. Aber ich denke, dass ist teilweise auch normal. Es war schon eine besondere Stimmung in diesem Stadion vor 33 000 Zuschauern. Natürlich hätten wir siegen können, aber Frankreich ist auch zwei Mal an der Latte gescheitert."

Ich habe beim Abschluss gedacht, er würde reingehen.

Gerson Rodrigues: "Natürlich ist es schade, dass der Ball bei meiner Torchance vom Pfosten zurück ins Feld springt. Ich habe beim Abschluss gedacht, er würde reingehen. Aber so ist eben der Fußball. Wir sollten die gute kämpferische Leistung der Mannschaft zurückbehalten. Als ich in die Niederlande zu Telstar gewechselt bin, wurde ich zunächst belächelt, weil wir mit Luxemburg 0:5 gegen die niederländische Nationalmannschaft verloren hatten. Ich denke, wenn ich jetzt zurückkehre, belächelt niemand mehr Luxemburg."

Didier Deschamps: "Ich möchte Luxemburg für diese Leistung gratulieren. Der Torhüter hat eine heldenhaften Auftritt hingelegt und wir haben kein Tor erzielt, obwohl wir zahlreiche Chancen hatten. Es hat uns etwas an Glück und der nötigen Präzision im Abschluss gefehlt. Dieses Resultat ist ärgerlich, aber wir müssen nach vorne schauen."

Nach dem 4:0 gegen die Niederlande mussten sich Didier Deschamps und die Franzosen in Toulouse mit einem Punkt begnügen.
Nach dem 4:0 gegen die Niederlande mussten sich Didier Deschamps und die Franzosen in Toulouse mit einem Punkt begnügen.
Foto: AFP

Olivier Giroud: "Durch das Unentschieden haben wir unseren Vorteil in der Gruppe verspielt. Das ist sehr enttäuschend und frustrierend für uns. Es war ein sehr schweres Spiel für uns, weil der Gegner gut verteidigt und nur wenig zugelassen hat. Weil wir unsere Chancen nicht nutzen konnten, wurde Luxemburg immer selbstbewusster. Je mehr Zeit vergeht, wird es dann schwerer."