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Spannung am Ruhetag: Tour bittet zum Corona-Test
Sport 2 Min. 07.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Spannung am Ruhetag: Tour bittet zum Corona-Test

Bob Jungels (l.) und Teamkollege Julian Alaphilippe, hier vor der fünften Etappe, hoffen auf ein negatives Testergebnis.

Spannung am Ruhetag: Tour bittet zum Corona-Test

Bob Jungels (l.) und Teamkollege Julian Alaphilippe, hier vor der fünften Etappe, hoffen auf ein negatives Testergebnis.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 07.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Spannung am Ruhetag: Tour bittet zum Corona-Test

Daniel WAMPACH
Daniel WAMPACH
600 Corona-Tests werden am ersten Ruhetag der Tour de France durchgeführt. Bei zwei positiven Fällen innerhalb eines Teams wird dieses nach Hause geschickt.

Frankreich ist von der zweiten Corona-Welle schwer getroffen. Am vergangenen Freitag wurden 9.000 Neuinfektionen vermeldet, in den darauffolgenden Tagen gab es ähnliche Zahlen. Bilder von der Tour de France, wie Tausende Zuschauer an den Pyrenäenpässen stehen, teils mit, teils ohne Maske, passen definitiv nicht dazu.

Hat die Tour-Blase gehalten? Das wird man am Montag sehen. Für die Fahrer und Teambetreuer wird der Ruhetag nämlich anders als sonst. Denn sie müssen alle zum Corona-Test antreten – deren 600 sollen durchgeführt werden. Seit dem Start der Tour de France am 29. August wurden keine Tests mehr vorgenommen.

Es ist etwas komisch, aber es bringt nichts, deswegen nervös zu sein.

Bob Jungels

Zwei positive Ergebnisse innerhalb eines Teams bedeuten den Ausschluss der gesamten Mannschaft aus der Tour de France. Das bedeutet Stress und kostet alle Teammitglieder Nerven. „Ich habe richtig Bauschmerzen davor“, sagt Bora-Teamchef Ralph Denk. 

Er glaubt allerdings nicht, dass es positive Fälle gibt: „Die Blase, in der wir uns bewegen sollen, funktioniert im Großen und Ganzen. Man hat keinen Kontakt zu Fremden.“ Und auch der Luxemburger Claude Rach, der für den Veranstalter ASO arbeitet, ist optimistisch: „Es gab keine positiven Fälle. Die Blase wurde respektiert. Wir sind sehr zufrieden.“

Nicht alle Zuschauer halten sich an die Regeln. Das musste auch Ausreißer Marc Hirschi am Sonntag erfahren.
Nicht alle Zuschauer halten sich an die Regeln. Das musste auch Ausreißer Marc Hirschi am Sonntag erfahren.
Foto: AFP

Jungels: „Es liegt nicht in unseren Händen“

Der luxemburgische Fahrer Bob Jungels (Deceuninck) macht sich etwas weniger Gedanken. „Es ist etwas komisch, aber es bringt nichts, deswegen nervös zu sein. Wir sind natürlich alle froh, wenn jeder negativ getestet wird. Aber es liegt nicht in unseren Händen. Ich habe es bereits einmal gesagt: Wir sind einfach glücklich, dass die Tour de France überhaupt stattfinden kann. Ansonsten können wir nur an die Zuschauer appellieren, Masken zu tragen und sich an die Regeln zu halten.“

Die Fahrer werden in den Start- und Zielbereichen isoliert, auch in den Hotels besteht so wenig Kontakt zur Außenwelt wie nur möglich. Doch ganz abschotten kann man sich nicht. „Die Autos zum Beispiel müssen eben auch mal von uns an der Tankstelle aufgetankt werden“, sagt Denk.  


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Der Bora-Teamchef hat Angst vor falschen positiven Ergebnissen. Vor der Bretagne Classic wurde ein Bora-Fahrer positiv getestet. Das Team konnte nicht teilnehmen, auch Jempy Drucker musste in Quarantäne – das Ergebnis stellte sich später als falsch heraus. 

Bei der Tour de France soll ein solcher Fall ausgeschlossen werden, deshalb werden alle Fahrer und Teammitglieder gleich zwei Mal getestet. Die Ergebnisse werden am Dienstagmorgen veröffentlicht - es ist der wohl spannendste Ruhetag der Tour-de-France-Geschichte.

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