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So ungleich wie reizvoll
Sport 3 Min. 26.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Halbfinale der Coupe de Luxembourg

So ungleich wie reizvoll

Gerson Rodrigues will mit Fola ins Finale.
Halbfinale der Coupe de Luxembourg

So ungleich wie reizvoll

Gerson Rodrigues will mit Fola ins Finale.
Foto: Christian Kemp
Sport 3 Min. 26.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Halbfinale der Coupe de Luxembourg

So ungleich wie reizvoll

Am Mittwochabend beginnen die Halbfinals der Coupe de Luxembourg. Dabei sind vor allem die beiden Favoriten gefordert: F91 schielt erneut aufs Doublé, während es für Fola um die wohl letzte Titelchance geht.

von Andrea Wimmer

Die Duelle sind so ungleich wie reizvoll. Im Halbfinale der Coupe de Luxembourg sind die Rollen klar verteilt – die Favoriten gehen sich aus dem Weg. Fola trifft am Mittwoch auf RFCU Lëtzebuerg, F91 Düdelingen am Donnerstag auf das Überraschungsteam US Esch. Fola Esch, der Tabellendritte der BGL Ligue, bekommt es anders als Titelverteidiger Düdelingen mit einem Ligakonkurrenten zu tun. Das Topteam gilt jedoch gegen die abstiegsgefährdete Mannschaft aus der Hauptstadt als Favorit. Zumal die Escher ein Heimspiel haben und gerade erst am Sonntag in der Liga gegen den RFCUL 2:0 gewannen. „Es sollte den Spielern Vertrauen geben, dass uns am Sonntag ein Sieg gelungen ist. Aber es sind zwei unterschiedliche Wettbewerbe. Wir gehen mit dem gleichen Siegeswillen wie immer in die Partie“, sagte Fola-Trainer Jeff Strasser.

Da sein Team in der Meisterschaft vor den letzten vier Saisonspielen sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Differdingen hat, auf den Fola am Sonntag trifft, stehen die Chancen auf einen Titelgewinn im Pokal im Moment deutlich besser. Nach Ansicht von Strasser haben nun ohnehin alle Partien Finalcharakter. „Normalerweise kann man Pokal- und Meisterschaftsspiele nicht vergleichen. Jetzt ist die Situation jedoch ähnlich. Für uns bedeutet eine Niederlage immer das Ende der Titelchancen“, so der Rekordnationalspieler. Ein Pokalsieg hätte für Fola historische Dimensionen: Der älteste Verein des Landes holte den Titel in der Coupe de Luxembourg zuletzt im Jahr 1955.

Gegner RFCUL war als Fusionsclub noch nie Pokalsieger, der neue Trainer Jacques Muller in seiner Zeit als Jeunesse-Spieler hingegen bereits zwei Mal. Mit seinem aktuellen Club ist der Coach in einer schwierigen Situation. Die Mannschaft kämpft um den Klassenverbleib und hat aus den vergangenen vier Partien nur einen Punkt geholt. Muller ist dennoch zuversichtlich: „Die Gegentore im Spiel am Sonntag gegen Fola fielen nach individuellen Fehlern. Trotzdem hat die Mannschaft gut gespielt“, sagte der Trainer. Er sieht die Pokalbegegnung als zusätzliche Motivation für seine Akteure: „Wer im Halbfinale steht, will auch ins Endspiel. Die Spieler möchten jetzt auch den nächsten Schritt machen.“

Kein Druck beim Underdog

Außenseiter US Esch ist Spitzenreiter der Ehrenpromotion und in der Coupe de Luxembourg erstmals in der Runde der letzten Vier. Unter anderem warf die Mannschaft von Trainer Pedro Resende den Erstligisten Strassen sowie die Ligakonkurrenten Hesperingen und Rodange aus dem Wettbewerb. Sollte der Club sich auch noch gegen den Doublégewinner der Vorsaison durchsetzen, wäre die Sensation perfekt. Resende blickt der Begegnung am Donnerstagabend gelassen entgegen. „Schon der Einzug ins Viertelfinale war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Für meine Spieler ist die Partie gegen Düdelingen eine tolle Gelegenheit, zu zeigen, was sie können. Andererseits können wir gelassen ins Spiel gehen, denn wir haben keinerlei Druck“, meint der Coach, der im Halbfinale wieder auf die zuletzt gesperrten Stammkräfte Vieira, Ferreira und Rodrigues zählen kann.

F91-Stürmer David Turpel ist gewarnt: Der Underdog könnte zum Stolperstein werden.
F91-Stürmer David Turpel ist gewarnt: Der Underdog könnte zum Stolperstein werden.
Foto: Ben Majerus

Eine Herausforderung für die Düdelinger wird es sein, dass die Partie auf dem synthetischen Spielfeld der Escher stattfindet, auch wenn Resende relativiert: „Ich sehe es nicht als großen Vorteil für uns an. Düdelingen hat auch auf Kunstrasen trainiert. Außerdem kommen die Qualitäten technisch starker Spieler auf dem synthetischen Feld gut zur Geltung.“ F91-Trainer Dino Toppmöller sieht das anders. „Es ist mit Sicherheit ein Vorteil für US Esch. Deren Spieler sind an Kunstrasen gewöhnt. Aber selbst diesen Vorteil sollten wir mit der Qualität, die unser Kader hat, wettmachen können“, meinte der Deutsche.

Toppmöller hat großen Respekt vor dem Gegner, ist aber von einem Erfolg der eigenen Mannschaft überzeugt. „US Esch spielt bisher eine überragende Saison. Hut ab vor der Arbeit, die da geleistet wird. Doch wir möchten dem Märchen der US Esch zumindest im Pokal ein Ende setzen“, so der Düdelinger Coach. Er stellt sich auf einen kraftraubenden Fußballabend ein: „Wir sind gewarnt, dass wir auf einen Gegner treffen, der uns alles abverlangen wird. Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass es für US Esch nicht nur das Spiel des Jahres sein wird, sondern wahrscheinlich das Spiel des Jahrzehnts.“

Aus Sicherheitsgründen ist die Zuschauerzahl für das Duell zwischen US Esch und F91 auf 1 000 Personen beschränkt.


Programm

Mittwoch:

20 Uhr: Fola - RFCUL

Donnerstag:

19.30 Uhr: US Esch - F91


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