Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sharapova: Glamouröser Abgang
Sport 2 Min. 26.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Sharapova: Glamouröser Abgang

Maria Sharapova sagt goodbye.

Sharapova: Glamouröser Abgang

Maria Sharapova sagt goodbye.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 26.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Sharapova: Glamouröser Abgang

Maria Sharapova, über ein Jahrzehnt lang eine der schillerndsten Persönlichkeiten im internationalen Tennis, beendet ihre Karriere.

(sid) - Der Abgang war so, wie man es von Maria Sharapova erwarten durfte. Auf Hochglanz, im Lifestyle-Magazin „Vanity Fair“, in ihrer eigenen Kolumne. „Tennis, ich sage goodbye“, steht dort in großen Lettern, daneben ein Schwarz-Weiß-Porträt von „La Schara“ mit zerzaustem Haar und leicht geöffneten Lippen. Sie habe ihr bisheriges Leben dem Sport gegeben, „und Tennis gab mir ein ganzes Leben zurück“. Ein bisschen melodramatisch, ein bisschen theatralisch, Maria Sharapova weiß, was sie sich und ihrem Image schuldig ist. 

Tennis sei ihr Fels gewesen, heißt es in der Kolumne, „die Täler waren tief, aber die Aussicht von der Spitze war unglaublich“. Nach 28 Jahren in dem Sport sei die frühere Weltranglistenerste nun aber bereit, „neue Gipfel zu besteigen, mich auf einem anderen Terrain als Wettbewerberin zu beweisen“.

Tennis gab mir ein ganzes Leben zurück.

Es seien vor allem körperliche Beschwerden, die die Russin 28 Jahre nach ihren ersten Versuchen mit Ball und Schläger zu diesem Schritt bewogen hätten. Immer wieder sei sie mit denselben Situationen konfrontiert worden: „Hast du genug getan? Bist du gut vorbereitet? Du hattest ein paar Tage Auszeit, dein Körper verliert Spannung. Noch ein Stück Pizza? Besser noch eine Trainingseinheit. Das hinterlässt Spuren.“


08.10.2019, Österreich, Linz: Tennis: WTA-Tour, Einzel, Damen. Maria Scharapowa aus Russland nimmt an einem Gespräch teil. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sharapova sagt wieder ab
Maria Sharapova wird am Dienstag keinen Auftritt in Kockelscheuer haben. Die Russin sagte ihre Reise krankheitshalber ab.

Und weil die 32-Jährige eben stets so genau in ihren Körper hineingehorcht hat, habe sie auch diese finalen Signale empfangen. Das entscheidende kam bei den US Open 2019, als sie ihre rechte Schulter betäuben musste, um überhaupt spielen zu können: „Mein Körper ist ein Wrack.

Dennoch werde sie die „tägliche Routine vermissen, das Aufstehen im Morgengrauen, meinen linken Schuh vor dem rechten zuzubinden und vor meinem ersten Schlag die Tür zum Platz zu verschließen“.

2003: Halbfinale in Kockelscheuer

2003 spielte Sharapova im Alter von 16 Jahren in Kockelscheuer: Im Halbfinale verlor sie gegen die spätere Siegerin Kim Clijsters (B). Ein Jahr später ging ihr Stern in Wimbledon auf. Als 17-Jährige stürmte sie damals furios zum Titel, entzauberte im Finale Serena Williams (USA). 

Sharapova war eine Erscheinung: 1,85 m groß, blond, ausgestattet mit einer krachenden Vorhand und einem donnernden Aufschlag. „La Schara“ wurde zum Star, gewann als zehnte und bis heute letzte Spielerin alle vier Major-Turniere. Der letzte Erfolg datiert allerdings aus dem Jahr 2014, als sie ihren zweiten Titel bei den French Open holte. Insgesamt fünf Grand-Slam-Titel stehen zu Buche.

Die Meldonium-Affäre 2016 und die damit verbundene Zwangspause schadeten nicht nur ihrem Ruf, sondern auch ihrem Spiel. Sharapova konnte nie mehr an alte Erfolge anknüpfen. In der Weltrangliste wurde sie zuletzt nur noch auf Position 373 geführt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Sie hat sieben Mal in Wimbledon triumphiert, 107 Turniersiege gefeiert, 22 Grand-Slam-Titel geholt. Sie war 377 Wochen die Nummer eins im Frauen-Tennis. Am Freitag wird Steffi Graf 50 Jahre alt.
Steffi Graf gewann in ihrer Karriere 22 Grand-Slam-Titel.
Um 17 Uhr Luxemburger Zeit werden bei den US Open in New York die ersten Punkte im Hauptfeld des vierten Grand Slams gespielt. Die Luxemburger Hoffnungen ruhen bei dem Turnier mit dem ganz besonderen Charme ausschließlich auf den Schultern von Gilles Muller.
Im Arthur Ashe Stadium fand schon so manch legendäre Partie statt.
Dritter Tag der Australian Open
Der angeschlagene Weltranglisten-Dritte Rafael Nadal hat bei den Australian Open ein Aus in der zweiten Runde mit sehr viel Mühe verhindert. Der 28-Jährige kämpfte sich gegen den Weltranglisten-112. Tim Smyczek aus den USA zu einem 6:2, 3:6, 6:7 (2:7), 6:3, 7:5-Erfolg.
Erleichterung beim Spanier Rafael Nadal.