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Schlamm, Stürze und ein italienischer Sieger
Sport 28 2 Min. 04.10.2021
Paris-Roubaix der Männer

Schlamm, Stürze und ein italienischer Sieger

Sonny Colbrelli jubelt nach seinem Sieg.
Paris-Roubaix der Männer

Schlamm, Stürze und ein italienischer Sieger

Sonny Colbrelli jubelt nach seinem Sieg.
Foto: dpa
Sport 28 2 Min. 04.10.2021
Paris-Roubaix der Männer

Schlamm, Stürze und ein italienischer Sieger

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Paris-Roubaix ist die „Hölle des Nordens“ - und die Radprofis bekommen das beim Klassiker mehr als zu spüren. Jempy Drucker fährt ein ordentliches Rennen.

(dpa/jg) - Nach dem ersten italienischen Triumph beim legendären Radsportklassiker Paris-Roubaix seit 22 Jahren wälzte sich der komplett mit Schlamm verdreckte Sonny Colbrelli (Bahrain) weinend und vor Freude schreiend auf dem Rasen.

Topfavorit Mathieu van der Poel (NL/Alpecin) dagegen blieb nach seiner nächsten Enttäuschung minutenlang regungslos im Innenraum des Radstadions liegen. Nach einem dramatischen Ritt durch die „Hölle des Nordens“ krönte sich Europameister Colbrelli in einem packenden Schlussspurt auf der ehrwürdigen Betonpiste des Velodroms von Roubaix zum Sieger - und das bei seiner Premiere.


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Nach 257,7 Kilometern verwies der 31-Jährige bei der 118. Auflage der Kopfsteinpflaster-Tortur den Belgier Florian Vermeersch (Lotto Soudal) und van der Poel am Sonntag auf die Plätze.

Moscon im Pech

903 Tage mussten die Radprofis und Fans auf die 118. Auflage warten, es war die längste Pause des Rennens seit dem Zweiten Weltkrieg. 2020 war das Rennen wegen der Corona-Pandemie ganz ausgefallen, in diesem Jahr musste der eigentliche Frühjahrsklassiker wegen der Virus-Verbreitung in den Herbst verlegt werden.

Lang anhaltender Dauerregen, reihenweise Stürze - Paris-Roubaix wurde seinem berüchtigten Ruf wieder einmal voll gerecht. Das musste auch der Italiener Gianni Moscon (I/Ineos) erfahren. Nach einer langen Solofahrt schien er auf dem Weg zum Sieg. Doch 30 Kilometer vor Schluss hatte Moscon erst einen Platten, wartete auf ein neues Rad und verlor Zeit, ehe er dann wenig später stürzte. 

Er wehrte sich lange, doch gut 17 Kilometer vor dem Ziel auf dem Pavé-Sektor des Carrefour de l'Arbre, einer der schwersten Kopfsteinpflasterpassagen, setzten van der Poel, Colbrelli und Vermeersch zur Attacke an. Moscon wurde am Ende nur Vierter.

Der Klassiker wurde schon früh zu einem brutalen Ausscheidungsrennen. Das Feld riss immer weiter auseinander - die Topfavoriten van der Poel und Wout van Aert (B/Jumbo), der am Ende nichts mit dem Sieg zu tun hatte, hatten in ihrer Gruppe teils fast drei Minuten Rückstand.

Mathieu van der Poel und John Degenkolb kämpfen sich durch den Schlamm.
Mathieu van der Poel und John Degenkolb kämpfen sich durch den Schlamm.
Foto: AFP

Durch die 2,3 Kilometer lange Kopfsteinpflasterpassage durch die berüchtigte Trouée d'Arenberg kamen die Favoriten unbeschadet durch. Van der Poel wechselte 72 Kilometer vor dem Ende sein Rad, danach machte er Druck und setzte sich von seinem Rivalen van Aert ab. Im Schlussspurt musste er sich dann aber geschlagen geben.

Drucker lange gut dabei

Drei Luxemburger waren am Start. Zwei haben es bis ins Ziel nach Roubaix geschafft. Alex Kirsch (Trek) war bereits 165 km vor dem Ziel in einen Sturz im Peloton verwickelt und beendete das Rennen später vorzeitig.

Jempy Drucker (Cofidis) fuhr lange in der ersten größeren Gruppe an der Seite einiger Mitfavoriten. Das Ziel erreichte er letztendlich als 43. mit 10'52'' Rückstand auf Colbrelli.

Jempy Drucker muss alles aus sich herausholen.
Jempy Drucker muss alles aus sich herausholen.
Foto: Serge Waldbillig

Tom Wirtgen (Bingoal) kämpfte auch mit großem Rückstand noch verbissen. Er fuhr zwar in Roubaix über die Ziellinie, allerdings außerhalb des Zeitimits, dies mit fast 40 Minuten Rückstand.

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