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Schalke trennt sich von Trainer Gross und Sportchef Schneider
Sport 2 Min. 28.02.2021

Schalke trennt sich von Trainer Gross und Sportchef Schneider

Trainer Christian Gross hat bei Schalke keine Zukunft.

Schalke trennt sich von Trainer Gross und Sportchef Schneider

Trainer Christian Gross hat bei Schalke keine Zukunft.
Foto: dpa
Sport 2 Min. 28.02.2021

Schalke trennt sich von Trainer Gross und Sportchef Schneider

Der FC Schalke 04 taumelt der 2. Liga entgegen. Nach dem 1:5 in Stuttgart müssen nun Medien zufolge Trainer Christian Gross und Sportchef Jochen Schneider gehen.

(sid) - Christian Gross schlich am Sonntagmorgen um kurz vor 9.30 Uhr mit gepackten Taschen zur Geschäftsstelle, seine schwarze Basecap tief ins Gesicht gezogen. Nach der letztlich erfolgreichen Spieler-Revolte musste sich der Trainer bei Schalke 04 seine Papiere abholen – zusammen mit Sportvorstand Jochen Schneider. Ein Paukenschlag und der letzte Akt in einem großen Missverständnis.


Schalke's Swiss headcoach Christian Gross reacts at the fifth goal during the German first division Bundesliga football match between VfB Stuttgart and Schalke 04 in Stuttgart, southwestern Germany, on February 27, 2021. (Photo by Thomas KIENZLE / various sources / AFP) / DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO
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Der FC Schalke 04 sorgt als Abstiegskandidat Nummer eins für Schlagzeilen auf und neben dem Platz. Sportlich wird die Lage immer aussichtsloser.

Einen Tag nach dem peinlichen 1:5-Debakel bei Aufsteiger Stuttgart machte das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht Tabula rasa.

Neben Gross und Schneider, der nach knapp zwei Jahren ohnehin zum Saisonende hätte gehen sollen, wurden auch Sascha Riether, der Lizenzspieler-Koordinator, Co-Trainer Rainer Widmayer und Athletik-Coach Werner Leuthard geschasst. Ein weiterer Tiefpunkt in der Horrorsaison in Königsblau, Fans hängten Banner im Stile von Traueranzeigen am Clubgelände auf.

Sportchef Jochen Schneider wurde zuletzt immer wieder wegen seiner Personalpolitik kritisiert.
Sportchef Jochen Schneider wurde zuletzt immer wieder wegen seiner Personalpolitik kritisiert.
Foto: dpa

Die Rauswürfe seien „nach den enttäuschenden Auftritten gegen Dortmund und Stuttgart unausweichlich geworden“, sagte Aufsichtsratschef Jens Buchta. Schneider soll vorerst von Peter Knäbel, dem Leiter der Knappenschmiede, beerbt werden. Gerald Asamoah wird Riether-Nachfolger. Ein neuer Trainer, der fünfte der Saison, wurde noch nicht präsentiert, das Training am Montag sollen die Athletiktrainer leiten.

Nur ein Sieg

Der Schweizer Gross, erst Ende Dezember geholt, gewann nur eines von elf Pflichtspielen. Zuletzt putschten mehrere Führungsspieler, und am Samstag ging S04 auch noch beim VfB unter. „Für mich gibt es kein Aufgeben, nie“, sagte der 66-Jährige noch nach der Partie.

Laut „Bild“ hatten Kapitän Sead Kolasinac, Shkodran Mustafi und Klaas-Jan Huntelaar bei Schneider und Riether nach dem 0:4 im Revierderby vor einer Woche die Ablösung des Trainers gefordert. Als Ersatz schlugen sie Mike Büskens und U19-Coach Norbert Elgert vor, die jedoch abwinkten.

Silas Wamangituka (l.) und Stuttgart lassen Schalke um Sead Kolasinac keine Chance.
Silas Wamangituka (l.) und Stuttgart lassen Schalke um Sead Kolasinac keine Chance.
Foto: AFP

Der Verein dementierte entsprechende Berichte. „Eine Revolution war da überhaupt nicht“, betonte Riether in Stuttgart. Gab es denn diese Gespräche überhaupt? „Nein“, sagte Mustafi kopfschüttelnd im ZDF. Haben sich die Medien das alles ausgedacht? Mustafi zuckte mit den Schulter und sagte knapp: „Wahrscheinlich.“  


Erleichterung bei den luxemburgischen Schalke-Fans
Schalke 04 beendet die Sieglosigkeit und wendet den Negativrekord in der Fußball-Bundesliga ab. Das freut die Fans der Königsblauen - auch in Luxemburg.

Doch wenige Stunden später kam es zum großen Knall. Jetzt arbeitet der designierte Absteiger an einer Neuaufstellung für die 2. Liga. „Die sportliche Situation ist eindeutig, deshalb müssen wir bei jeder noch zu treffenden Personalentscheidung auch über die Saison hinausdenken“, sagte Buchta.

Die ARD-Sportschau bescheinigte Schalke schon vor dem harten personellen Schnitt einen „Untergang an allen Fronten“. 

Das Grauen in Stuttgart hatte Gross meist wie zu einer Statue erstarrt in der linken Ecke seiner Coaching-Zone stehend verfolgt, die Hände tief in die Hosentaschen vergraben. Nach der Klatsche sprach er von einem „bitteren Tag“. Es war sein 63. und letzter im Amt als Schalke-Trainer.

Doppelpacker Endo (10.', 26.'), Kalajdzic (34.') mit seinem elften Saisontor sowie die eingewechselten Klement (88.') und Didavi (90. + 2.') sicherten dem VfB den erst zweiten Heimsieg dieser Spielzeit. Kolasinac konnte nur verkürzen (40.'). Der eingewechselte Bentaleb vergab die Chance zum 2:3, als er mit einem Foulelfmeter an Torwart Kobel scheiterte (72.').

Nabil Bentaleb scheitert vom Elfmeterpunkt.
Nabil Bentaleb scheitert vom Elfmeterpunkt.
Foto: AFP

Die ersten drei Gegentore fielen, mal wieder, nach Standards. Gross musste einräumen, dass seine „gemischte Raum-Manndeckung“ überhaupt nicht funktioniert hatte.

Und die Rebellion der Profis? Konflikte sollten „unter vier Augen, offen, direkt“ ausgetragen werden, sagte er, „das erwarte ich auch von solchen Spielern, die nicht mit mir umgehen können“. Dazu kam es nun nicht mehr.⋌

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