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Russische Sensation
Sport 2 Min. 01.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Russische Sensation

Nach dem entscheidenden Elfmeter gibt es bei der russischen Mannschaft kein Halten mehr.

Russische Sensation

Nach dem entscheidenden Elfmeter gibt es bei der russischen Mannschaft kein Halten mehr.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 01.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Russische Sensation

Der Gastgeber schaltet im Achtelfinale der Fußball-WM Ex-Weltmeister Spanien aus. Im Elfmeterschießen wird der Torwart zum Helden.

 (dpa) - Igor Akinfeev hat Gastgeber Russland bei der Fußball-WM die erträumte Sensation beschert und den Turnierfavoriten Spanien nach einem Spiel der Nerven aus dem Turnier geworfen. Vor 78 011 euphorischen Zuschauern im ausverkauften Luzhniki-Stadion parierte der Schlussmann den letzten Elfmeter und führte sein Team damit am Sonntag zum Achtelfinal-Sieg mit 4:3 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1) gestanden. Nun fordert der Außenseiter am Samstag in Sochi Kroatien oder Dänemark heraus.

Dagegen endet die WM für den Titelträger von 2010 wie schon vor vier Jahren beim Vorrunden-Aus mit einer herben Enttäuschung. Das Aus dürfte zugleich das Ende der Generation um Andres Iniesta sein. Interimscoach Fernando Hierro konnte die erfolgreiche Arbeit seines kurz vor Turnierbeginn gechassten Vorgängers Julen Lopetegui nicht fortsetzen. Mit einem Eigentor von Senior Sergey Ignashevich (12.') war der Favorit in Führung gegangen, Artem Dzyuba glich per Handelfmeter unter ohrenbetäubendem Jubel der Fans aus (41.').

Russlands Torwart Igor Akinfeev hält zwei Elfmeter.
Russlands Torwart Igor Akinfeev hält zwei Elfmeter.
Foto: AFP

Auch ohne Spielmacher Iniesta in der Startelf übernahm der Favorit aus Spanien wie erwartet von Beginn an die Regie. Das deutliche Plus beim Ballbesitz machte sich früh bezahlt. Nach Freistoß des für Iniesta ins Team gerückten Jungstars Marco Asensio beförderte der von Spaniens Sergio Ramos bedrängte russische Rekord-Nationalspieler Ignashevich den Ball aus kurzer Distanz mit der Hacke ins eigene Tor.

Für die in der Heimat nach schwachen Auftritten gegen den Iran (1:0) und Marokko (2:2) kritisierten Spanier war es ein perfekter Start in die Partie - zur Freude ihres angereisten Königs Felipe VI. Dagegen schien die vor allem auf Torsicherung bedachte Taktik der Russen, die erstmals seit dem Ende der Sowjetunion 1991 im Achtelfinale standen und zunächst überraschend auf Angreifer Denis Cheryshev verzichteten, schnell hinfällig.

Ideenlose Favoriten

Gleichwohl hielt die Mannschaft von Trainer Stanislav Cherchesov zunächst an ihrer defensiven Gangart fest. Nicht zuletzt deshalb taten sich die Spanier, die mit vier Weltmeistern von 2010 in die Partie gestartet waren, bei aller Dominanz beim Herausspielen von Torchancen schwer.

Der ideenlose und tempoarme Spielaufbau des Favoriten ermutigte den Außenseiter zu mehr eigenen Angriffen. Bei einem Schuss von Aleksandr Golovin (36.') knapp neben den Pfosten war er einem Tor erstmals nahe. Der Elfmetertreffer von Dzyuba zum 1:1 nach einem Handspiel von Gerard Piqué verwandelte das Stadion vorübergehend in ein Tollhaus. Beim Halbzeitpfiff gab es tosenden Applaus von den Tribünen.

Spaniens Routiniers Gerard Piqué, Andres Iniesta und Sergio Ramos (v.l.n.r.) sind bitter enttäuscht.
Spaniens Routiniers Gerard Piqué, Andres Iniesta und Sergio Ramos (v.l.n.r.) sind bitter enttäuscht.
Foto: AFP

Auch nach dem Wiederanpfiff bekamen die Zuschauer ein dürftiges Achtelfinale zu sehen. Die zuvor in 23 Spielen ungeschlagenen Spanier erhöhten zwar den Druck, fanden aber keine Lücke in der gut organisierten Abwehr des Gegners. Selbst der in der 67.' eingewechselte Iniesta konnte das statische Spiel seiner Mannschaft kaum beleben, hatte aber in der 86.' immerhin die einzige Chance der 2. Halbzeit zum 2:1.

Ähnlich trist ging es in der Verlängerung weiter. Die Defensive der Russen geriet nur selten ins Wanken. Deshalb musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.



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