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Rekordzahl: Luxemburg zählt derzeit acht Fußballprofis
Yannick Bastos, Maxime Chanot, Lars Gerson, Aurélien Joachim, Chris Philipps, Mario Mutsch, Anthony Moris und Maurice Deville (im Uhrzeigersinn, ab oben links).

Rekordzahl: Luxemburg zählt derzeit acht Fußballprofis

Yannick Bastos, Maxime Chanot, Lars Gerson, Aurélien Joachim, Chris Philipps, Mario Mutsch, Anthony Moris und Maurice Deville (im Uhrzeigersinn, ab oben links).
Sport 2 Min. 13.02.2014

Rekordzahl: Luxemburg zählt derzeit acht Fußballprofis

Luxemburg zählt derzeit acht Fußballprofis, eine Situation die FLF-Präsident Paul Philipp, der ehemalige Nationaltrainer Guy Hellers sowie der Rekordnationalspieler Jeff Strasser begrüßen. Sie warnen jedoch vor zu großer Euphorie.

(LS) - Paul Philipp, der Präsident des Luxemburger Fußballverbands FLF, spielte während 13 Jahren in der belgischen Meisterschaft. Er freut sich darüber, dass nunmehr gleich acht Luxemburger bei einem Profiverein unter Vertrag stehen, kennt aber auch die verschiedenen Ursachen.

Einen Grund, euphorisch zu werden, gibt es laut ihm nicht. „Woher stammen die Spieler, die denSprung zu einem Profiverein geschafft haben? Dieser Frage muss man nachgehen. Dann entdeckt man die unterschiedlichen Geschichten, die dahinterstecken“, so Philipp. Er nimmt das Beispiel von Maxime Chanot und Anthony Moris: „Beide wurden weder von einem Luxemburger Club noch vom Verband ausgebildet. Bei der FLF kannten wir die beiden Spieler nicht einmal, ehe sie die Luxemburger Staatsangehörigkeit erhielten. Wir können als Nation nur auf sehr wenige potenzielle Nationalspieler zurückgreifen. Daher wollten wir uns die Chance, die sich uns mit Chanot und Moris bot, nicht entgehen lassen.“

Philipp ist davon überzeugt, dass die rezenten guten Resultate der einheimischen Vereine in den europäischen Wettbewerben sowie die positive Bilanz der Nationalmannschaft in der rezenten Vergangenheit dazu beigetragen haben, dass die Vereine aus dem Ausland vermehrt auch Luxemburger Spieler beobachten. „Spiele wie die des FC Déifferdeng gegen Utrecht oder des F91Düdelingen gegen Salzburg bringen vermehrt Aufmerksamkeit. Hinzu kommt, dass die Profivereine im Ausland heutzutage über ein strafforganisiertes Scoutingsystem verfügen, damit sie nur keinen interessanten Spieler verpassen.“

Keine übertriebenen Erwartungen

Philipp warnt aber auch vor übertriebenen Erwartungen. „Momentan trainieren zwar acht Spieler unter Profibedingungen, das heißt aber nicht, dass sie auch unter Profibedingungen spielen.“

Der ehemalige Nationaltrainer Guy Hellers schließt sich diesen Worten an. „In meinen Augen kann man sich erst als Profibezeichnen, wenn man zwei, drei Jahre auf relativ hohem Niveau gespielt hat.“

Hellers sieht – streng genommen – nur Mario Mutsch als etablierten Profi. „Er hat sich seit zwei Spielzeiten definitiv durchgesetzt.“ Aurélien Joachim und Lars Gerson glaubt der Leiter der Fußballschule des F91Düdelingen auf einem guten Wege.„Sie erhalten regelmäßig ihre Einsätze. Nur so lernen sie hinzu.“

Der Luxemburger Rekordnationalspieler Jeff Strasser analysiert die Situation kühl und sachlich. „Die aktuelle Situation ist eine Momentaufnahme. Die positiv ausfällt. Ich hoffe für den Luxemburger Fußball und seine Nationalmannschaft, dass sie noch lange anhält. Ich will jedoch nicht so weitgehen und von einem entscheidenden Augenblick im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung hierzulande sprechen.“


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