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Rapinoe erneuert Trump-Kritik
Sport 1 3 Min. 10.07.2019

Rapinoe erneuert Trump-Kritik

Megan Rapinoe nimmt kein Blatt vor den Mund.

Rapinoe erneuert Trump-Kritik

Megan Rapinoe nimmt kein Blatt vor den Mund.
Foto: AFP
Sport 1 3 Min. 10.07.2019

Rapinoe erneuert Trump-Kritik

Fußballerin Megan Rapinoe legt sich erneut mit US-Präsident Donald Trump an. Sie schließt einen Besuch im Weißen Haus weiterhin aus und kritisiert den Trump-Slogan.

(sid/tom) - US-Fußballerin Megan Rapinoe schließt einen Besuch der amerikanischen Weltmeisterinnen bei Präsident Donald Trump weiterhin aus. "Ich werde nicht gehen und jede Mitspielerin, mit der ich darüber gesprochen habe, wird es auch nicht tun", sagte die 34-Jährige im Interview mit dem Fernsehsender CNN. Bereits vor dem Gewinn der WM in Frankreich am vergangenen Sonntag hatte Rapinoe bekräftigt, eine Einladung ins Weiße Haus nicht annehmen zu wollen.


08.06.2019, Frankreich, Rennes: Fußball, Frauen: WM, Deutschland - China, Vorrunde, Gruppe B, 1. Spieltag, Roazhon Park: Deutschlands Kathrin Hendrich (l) im Zweikampf mit Chinas Yasha Gu. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die beste WM-Spielerin und Torschützenkönigin bezweifelte zudem, dass "irgendjemand im Team ein Interesse daran hat, die Bühne, für die wir so hart gearbeitet haben, zu teilen." Jene Plattform solle nicht von der Trump-Regierung "vereinnahmt oder korrumpiert" werden, so Rapinoe weiter. Der 2:0-Sieg am vergangenen Wochenende gegen die Niederlande im WM-Finale bedeutete den insgesamt vierten Titel für die USA.   

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"Botschaft schließt mich aus"

Rapinoe, die sich für die Rechte der LGBTQ-Bewegung und gleiche Bezahlung von Männern und Frauen einsetzt, kritisierte zudem den Slogan "Make America Great Again", mit dem Trump 2016 seine Wahl beworben hatte. "Ich würde sagen, dass eure Botschaft mich ausschließt. Ihr schließt mich aus, ihr schließt Menschen aus, die wie ich aussehen. Ihr schließt auch farbige Leute aus", sagte Rapinoe.

Solche oder ähnliche Statements der Republikaner seien laut Rapinoe ein Zeichen für eine Abkehr von liberalen Werten. "Man besinnt sich da auf eine Ära zurück, die nicht für jeden großartig war", sagte Rapinoe: "Vielleicht war sie das für ein paar Leute und vielleicht ist es heute großartig für einige wenige, aber nicht für genug Amerikaner."


Colin Kaepernick während der Nationalhymne.
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Der Protest von Rapinoe gegen die Trump-Regierung ist nicht neu. Sie singt aus Ablehnung vor Länderspielen die Nationalhymne nicht mit und zog durch ihre Aussage, nicht ins Weiße Haus zu kommen, den Zorn Trumps auf sich. Der hatte bei Twitter geantwortet, sie solle "erst mal GEWINNEN, dann REDEN". Wenig später holten die US-Frauen den Titel.

Solidarität mit Kaepernick

Die offen lesbische Mittelfeldspielerin von Reign FC in Tacoma (Washington) hatte bereits vor einigen Jahren mit einem politischen Thema für Aufsegen gesorgt: Aus Solidarität zum American-Football-Spieler Colin Kaepernick kniete sie sich im September 2016 vor einem Auswärtsspiel in Chicago während der Nationalhymne demonstrativ hin. Kaepernick hatte diese Protestform ein paar Wochen zuvor eingeführt, um auf Rassismus und Ausgrenzung in den USA aufmerksam zu machen.  

Solidarität mit Rapinoe und den amerikanischen Weltmeisterinnen kommt derweil von Amerikas berühmtester Comic-Familie: Die Macher der Fernsehserie "The Simpsons" veröffentlichten am Mittwoch ein Foto, das Rapinoe und Co. vor dem Haus der Familie Simpson in der Evergreen Terrace in Springfield zeigt. Auf dem Dach ist ein Transparent angebracht: "Willkommen, Champions! Es ist nicht das Weiße Haus, aber kommt ruhig rein!"

Trumps Problem mit Sportlern

Das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und amerikanischen Profi- und College-Sportlern ist seit Jahren angespannt: Es begann mit dem "Hymnen-Streit", den Kaepernick ausgelöst hatte und fand seine Fortsetzung in diversen Einladungen zu und Absagen von Besuchen im Weißen Haus. Empfänge im Regierungssitz in Washington für erfolgreiche Athleten sind in Amerika gute Tradition. Doch seit Trump massiv gegen Kaepernick und die NFL ausgeteilt hatte, mehren sich die Stimmen von Sportlern, die wie Rapinoe bekanntgaben, eine Einladung nicht annehmen zu wollen. 


Guests select fast food that the US president purchased for a ceremony honoring the 2018 College Football Playoff National Champion Clemson Tigers in the State Dining Room of the White House in Washington, DC, January 14, 2019. - US President Donald Trump says the White House chefs are furloughed due to the partial government shutdown. (Photo by SAUL LOEB / AFP)
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Der Präsident, dem mit den New Jersey Generals selbst einmal ein American-Football-Team gehörte, nutzt auch diese Kontroverse für seine Zwecke: Als er die College-Football-Mannschaft der Clemson Tigers während des "Shutdown", einer wochenlangen Ausgabensperre im parlamentarischen Streit um den Staatshaushalt, ins Weiße Haus einlud, gab es demonstrativ nur Hamburger und Pizza zu essen.  


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