Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Radsport: So sieht der Kalender aus
Sport 4 Min. 05.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Radsport: So sieht der Kalender aus

Radsport: So sieht der Kalender aus

Foto: AFP
Sport 4 Min. 05.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Radsport: So sieht der Kalender aus

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Radsportsaison lebt. Der Weltverband hat den Kalender angepasst. Im August soll es wieder richtig ernst werden.

Die Corona-Virus-Pandemie hat die Sportwelt immer noch fest im Griff. Auch der Radsportzirkus pausiert weiterhin. Seit zwei Monaten finden keine Radrennen mehr statt. Und dieser Umstand wird noch eine Weile andauern. Bis zum 1. Juli hat der Radsportweltverband alle Wettkämpfe gestoppt. In der Königsklasse WorldTour soll bei den Männern und Frauen wieder am 1. August gefahren werden. Strade Bianche steht dann auf dem Programm.

Wie kritisch die Lage ist, belegt die Tatsache, dass in den Niederlanden mittlerweile alle genehmigungspflichtigen Veranstaltungen bis zum 1. September verboten sind. Dazu gehören auch Radrennen. In Belgien und in Deutschland dürfen bis zum 31. August keine Großveranstaltungen stattfinden. 

Lockerungsversuche und Exit-Strategien

Hoffnung machen allerdings die Bestrebungen von Lockerungsversuchen und die Ankündigungen von Exit-Strategien aus den Lockdowns. So dürfen beispielsweise auch in Italien und Spanien Radprofis wieder zum Training vor die Tür. In Frankreich wird dies ab dem 11. Mai wieder gestattet sein. 

Der nun veröffentlichte Plan des Weltverbands ist klar: Von August bis November sollen alle großen Rennen, die in den vergangenen Wochen abgesagt werden mussten, nachgeholt werden. Die Verantwortlichen der UCI arbeiteten fieberhaft an einem neuen Kalender, der rund um die Tour de France (29. August bis 20. September) aufgestellt wurde. 

Nun ist klar, wie er aussehen soll. Eines ist sicher: Vom 1. August bis 31. Oktober können sich die Radprofis nur wenige Verschnaufpausen gönnen. Der neue Kalender ist vollgepackt mit WorldTour-Rennen, Monumenten und drei großen Rundfahrten. Das ist das Ergebnis einer Absprache mit den Rennorganisatoren (AIOCC), den Vereinigungen der Teams (AIGCP und UNIO) und denen der Fahrer (CPA und CPA Frauen). Auch die UCI-Athletenvertretung wurde angehört.

Start am 1. August mit Strade Bianche

Das erste große Rendezvous in der zweiten Saisonhälfte soll Strade Bianche (1. August) sein, gefolgt von der Polen-Tour (5. bis 9. August) und Mailand-Sanremo (8. August). Das auf fünf Tage verkürzte Critérium du Dauphiné soll vom 12. bis 16. August stattfinden. Eine Woche später finden die nationalen Meisterschaften statt (22./23. August).


Die Fahrer in Vianden - 3. Etappe - Mondorf/Diekirch - Skoda Tour de Luxembourg 2019 - Foto: Serge Waldbillig
Radsport: SkodaTour ohne Zeitfahren
Die Luxemburg-Rundfahrt soll im September über die Bühne gehen. Die Organisatoren sind optimistisch. Ein paar Neuerungen wird es geben.

Die Tour de France (29. August bis 20. September) soll zum großen Radsportfest werden. Parallel würden unter anderem der Tirreno-Adriatico (7. bis 14. September), die Tour of Britain (6. bis 13. September), die Slowakei-Rundfahrt (16. bis 19. September) und die SkodaTour de Luxembourg (15. bis 19. September) ausgetragen werden. Bei der WM in Martigny (CH/20. bis 27. September) wird das Einzelzeitfahren der Männer auf den 23. September verlegt. Das Straßenrennen der Männer geht am 27. September über die Bühne.

Verkürzte Vuelta

Der Giro d'Italia wird vom 3. bis 25. Oktober stattfinden. Die Reihenfolge der Ardennenklassiker wurde angepasst: Am 30. September findet die Flèche Wallone statt, am 4. Oktober Liège-Bastogne-Liège und am 10. Oktober das Amstel Gold Race. Anschließend sind die Spezialisten bei Gent-Wevelgem (11. Oktober), Dwars door Vlaanderen (14. Oktober) und der Tour des Flandres (18. Oktober) gefordert. 

Die verkürzte Vuelta a Espana soll vom 20. Oktober bis 8. November über die Bühne gehen. Das bedeutet auch, dass Giro und Vuelta an sechs Renntagen parallel über die Bühne gehen! Während des Giro d'Italia würden außerdem Liège-Bastogne-Liège und die Tour des Flandrers ausgetragen werden. Mit der Spanien-Rundfahrt würde sich Paris-Roubaix überlappen, das für den 25. Oktober angedacht ist. Das letzte Monument, die Lombardei-Rundfahrt, ist für den 31. Oktober vorgesehen.

Auch der Kalender der Frauen wurde angepasst. Zwischen dem 1. August und dem 8. November sollen in der Königsklasse insgesamt 18 Wettbewerbe über die Bühne gehen. Ganz besonders hervorzuheben ist das Datum des 25. Oktober: Erstmals in der Geschichte soll am Tag von Paris-Roubaix auch ein Rennen der weltbesten Frauen organisiert werden!

Aber: Das Konstrukt steht auf äußerst wackeligen Beinen. Denn die Corona-Virus-Pandemie ist noch längst nicht passé. Aber die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Saison stirbt zuletzt.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ed Buchette weiß, wie der Radsportweltverband funktioniert. Im Interview spricht der 65-Jährige unter anderem über das Corona-Virus und den neuen Radsportkalender.
Ed Buchette gehört fest zur Luxemburg-Rundfahrt.
Der Radsport-Weltverband hat den Kalender für die Saison 2016 veröffentlicht. Der "GP Bob Jungels" stellt dabei ein neues Rennen auf den Straßen des Großherzogtums dar.