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Viele Topplatzierungen, aber kein Paukenschlag
Sport 2 Min. 29.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Radsport - Saisonrückblick

Viele Topplatzierungen, aber kein Paukenschlag

Laurent Didier fuhr auf der fünften Etappe der USA Pro Challenge den einzigen Luxemburger Profisieg der Saison ein.
Radsport - Saisonrückblick

Viele Topplatzierungen, aber kein Paukenschlag

Laurent Didier fuhr auf der fünften Etappe der USA Pro Challenge den einzigen Luxemburger Profisieg der Saison ein.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 29.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Radsport - Saisonrückblick

Viele Topplatzierungen, aber kein Paukenschlag

Die Saison ist vorbei. Die Radprofis gönnen sich erst einmal ein bisschen Ruhe und genießen den Urlaub. Grund genug, einen Rückblick auf das Jahr 2014 zu werfen: Wie steht es um den Luxemburger Profi-Radsport?

(LW) - Die Radsport-Saison ist in Europa offiziell vor zehn Tagen mit dem „Chrono des Nations“ zu Ende gegangen. Nun spannen die Profis und Amateure erst einmal aus. Viele genießen ihren wohlverdienten Urlaub und tanken Energie für die kommenden Monate. Der optimale Zeitpunkt, um insbesondere die Leistungen der Luxemburger Spezialisten unter die Lupe zu nehmen.

Es fällt auf, dass die Luxemburger Profis in der Weltrangliste des Weltverbands UCI ganz vorne keine Rolle spielen. Während die Spanier das Ranking, in dem nur die Rennen der WorldTour-Serie berücksichtigt werden, dominieren, hängt das Großherzogtum weit zurück: Mit Fränk Schleck (100.) und Bob Jungels (159.) konnten lediglich zwei FSCL-Fahrer Punkte einfahren. Rang 27 in der Nationen-Rangliste entspricht dem Trend der vergangenen drei Jahre. Sind die fetten Jahre, in denen das kleine Luxemburg dank Andy und Fränk Schleck sowie Kim Kirchen regelmäßig im Konzert der Großen mitmischte, vorbei? Gründe für das auf dem Papier weniger gute Abschneiden gibt es viele: Luxemburg verfügt derzeit nicht über einen regelmäßigen Siegfahrer. 2014 reichte es „nur“ zu einem internationalen Erfolg. Laurent Didier siegte auf einer Etappe der USA Pro Cycling Challenge – ein Erfolg, der in der Weltrangliste allerdings nicht ins Gewicht fällt.

Fränk Schleck brauchte nach seiner 18-monatigen Zwangspause etwas Zeit, um wieder in den Rhythmus zu finden. Und trotzdem konnte der 34-Jährige so einige Topresultate einfahren, wurde unter anderem Sechster beim Critérium International, Neunter bei der SkodaTour de Luxembourg, Zwölfter bei der Frankreich-Rundfahrt und Neunter bei Mailand-Turin. Bei Bob Jungels fehlt noch der letzte Schritt in einer rasanten Entwicklung, um ganz vorne mitzumischen. Dass er großes Potenzial besitzt, hat er allerdings bei einigen EInzelzeitfahren gezeigt: Achter bei der Polen-Tour, Fünfter bei der Österreich-Rundfahrt, Dritter beim Critérium International, Siebter bei der Tour Méditerranéen.

Alex Kirsch (r.) und Joël Zangerlé (l.) haben den Sprung in den Profizirkus geschafft.
Alex Kirsch (r.) und Joël Zangerlé (l.) haben den Sprung in den Profizirkus geschafft.
Foto: Christian Kemp

Für Furore sorgte allerdings ein Fahrer aus der zweiten Reihe: Jempy Drucker fuhr nicht weniger als 21 Top-Ten-Ergebnisse ein und sicherte sich somit im Schlussklassement der EuropeTour den hervorragenden zwölften Platz unter rund 1 200 gewerteten Fahrern. Kein Wunder, dass nach diesen Leistungen ein WorldTour-Team auf den ehemaligen Cyclocross-Spezialisten aufmerksam wurde. Beim Team BMC kann sich Drucker nun unter optimalen Voraussetzungen weiter entwickeln. Dann sollte es auch mit dem ersten Profisieg klappen.

Was Ben Gastauer und Laurent Didier angeht, so wird ihnen die ungerechte Punkteverteilung zum Verhängnis. Diese betrifft nämlich insbesondere die treuen Helfer in den einzelnen Teams. Stellt man sich während drei Wochen bei der Tour de France ganz in den Dienst seines Kapitäns und verhilft diesem zu einem Topergebnis, geht man dennoch punktemäßig leer aus. Vor allem bei Gastauer machte sich dies bemerkbar: Der 21. Gesamtrang bei der Tour de France und die tägliche Aufopferung für seine Kapitäne brachten ihm null Punkte in der Weltrangliste ein. Die UCI ist in diesem Punkt gefordert. Es muss ein Umdenken einsetzen. Radsport ist auch Mannschaftssport.

Um die Zukunft brauchen sich die Luxemburger Radsportfans also nicht zu sorgen. Zumal mit Alex Kirsch und Joël Zangerlé (beide Cult Energy) zwei weitere Luxemburger für 2015 den Sprung in den Profizirkus geschafft haben.


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