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Polizei im Dunkeln: Nazi-Symbolik bei Luxemburg-Ukraine-Spiel
Sport 1 2 Min. 13.05.2019

Polizei im Dunkeln: Nazi-Symbolik bei Luxemburg-Ukraine-Spiel

Christopher Martins (r.), hier gegen Mykyta Burda (Ukraine), scheut keinen Zweikampf.

Polizei im Dunkeln: Nazi-Symbolik bei Luxemburg-Ukraine-Spiel

Christopher Martins (r.), hier gegen Mykyta Burda (Ukraine), scheut keinen Zweikampf.
Foto: Yann Hellers
Sport 1 2 Min. 13.05.2019

Polizei im Dunkeln: Nazi-Symbolik bei Luxemburg-Ukraine-Spiel

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Wie aus einer rezenten parlamentarischen Antwort an den ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser hervorgeht, wurde die Polizei nicht über die Vorfälle in Kenntnis gesetzt.

Im Josy-Barthel-Stadion in Luxemburg-Stadt kochen die Emotionen öfters mal hoch. Doch Szenen wie die am 25. März gab es dort noch nicht oft zu sehen. Laut Augenzeugen wurde bei dem Länderspiel Luxemburg-Ukraine in der Gästekurve mehrmals der Hitlergruß gezeigt, unter anderem, während die ukrainische Nationalhymne gespielt wurde.


20.03.2019, Niedersachsen, Wolfsburg: Fußball: Länderspiel, Deutschland - Serbien in der Volkswagen Arena. Leroy Sane aus Deutschland verabschiedet sich von den Fans am Ende des Spiels. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rassismus-Vorfall: Drei Männer stellen sich
Nach rassistischen Ausfällen gegen deutsche Fußball-Nationalspieler während des Länderspiels in Wolfsburg gegen Serbien haben sich drei Männer der Polizei gestellt.

Wie das "Tageblatt" nach dem Spiel berichtete, erzählten Augenzeugen auch von gezielten rassistischen Gesten gegen den luxemburgischen Mittelfeldspieler Gerson Rodrigues. Aus den Tribünen sollen immer wieder Affengeräusche ertönt sein, sobald er in Hörweite war. Es gab außerdem Berichte von anderen rechtsextremen Symbolen und Flaggen.

Laut "Tageblatt" wurde das Geschehen von sechs Sicherheitsleuten beobachtet. Sie seien sich der Tragweite der Symbolik "nicht bewusst gewesen" oder hätten "nichts unternehmen wollen".

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Der Hitlergruß ist nicht nur in einer UEFA-Liste von verbotenen Symbolen aufgeführt, sondern gilt auch in der luxemburgischen Rechtsprechung als verboten und kann mit einer Freiheitsstrafe von acht Tagen bis zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe von 251 Euro bis 25.000 Euro geahndet werden (Code Pénal, Artikel 457-1).


Kevin Malget (Luxemburg #4) im Zweikampf mit Junior Moraes (UKR, Ukraine #19)


/ Fussball EM-Qualifikation 2020, European Qualifiers, Saison 2018-2019 / 25.03.2019 /
Luxemburg - Ukraine (Luxembourg vs Ukraine) / 
Stade Josy Barthel, Luxemburg /
Foto: Ben Majerus
Fall Junior Moraes: UEFA gibt Ukraine Recht
Im Fall um den ukrainischen Fußball-Nationalspielers Junior Moraes hat die UEFA ein Urteil gefällt. Der europäische Fußballverband sieht den Luxemburger Protest als unbegründet an.

Dies geht aus einer gemeinsamen parlamentarischen Antwort der Minister François Bausch, Félix Braz, Dan Kersch und Jean Asselborn auf eine Frage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser hervor. Kartheiser wollte unter anderem auch wissen, warum die Polizei in dem Vorfall im Stade Josy Barthel nicht eingriff. 

Laut den Ministern ist die Polizei nur für die Sicherheit außerhalb des Stadions zuständig. Im Stadion selbst ist der jeweilige Event-Veranstalter, in diesem Fall der Luxemburgische Fußballverband FLF, für die Sicherheit der Zuschauer und Spieler zuständig.

Auch die Einlasskontrollen seien ausschließlich von einer Sicherheitsfirma ausgeführt worden, die eigens vom Veranstalter angestellt wurde. Laut einem Sprecher dieser Firma seien zwei ukrainische Fanbeobachter bei der Einlasskontrolle dabei gewesen, um das Risiko solcher Vorfälle möglichst niedrig zu halten.

Junior Moraes (r.) im Duell mit dem Luxemburger Kevin Malget.
Junior Moraes (r.) im Duell mit dem Luxemburger Kevin Malget.
Foto: Ben Majerus

Die Polizei sei zu "keinem Moment" darauf hingewiesen worden, dass die ukrainischen Fans besagte Hasssymbole zeigten. Die betreffenden Personen seien nicht identifiziert worden und da die Polizei nicht in Kenntnis gesetzt worden war, seien demnach auch keine Untersuchungen zu dem Vorfall eingeleitet worden.

Weder vonseiten der UEFA noch von Zuständigen des ukrainischen Teams seien Informationen zu den rassistischen Zwischenfällen bekannt gemacht worden. Weil auch bei einer Sicherheitsversammlung vor dem Spiel keine solchen Bedenken geäußert wurden, wurde das Spiel als "low-risk" eingestuft.

Die Luxemburger Nationalelf unterlag den Gegnern aus der Ukraine übrigens knapp mit 1:2. Ein unglückliches Eigentor von Rodrigues zerstörte die Hoffnungen auf einen Punktgewinn gegen die Ukraine.


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