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Osaka triumphiert, Serena Williams dreht durch
Naomi Osaka (r.) hatte ihre Nerven im Griff.

Osaka triumphiert, Serena Williams dreht durch

Foto: AFP
Naomi Osaka (r.) hatte ihre Nerven im Griff.
Sport 2 Min. 08.09.2018

Osaka triumphiert, Serena Williams dreht durch

Naomi Osaka ist bei den US Open eine Sensation gelungen. Die Japanerin hat das Finale gegen Serena Williams für sich entschieden. Der US-Amerikanerin brannten sämtliche Sicherungen durch.

(sid) - Naomi Osaka hat die US Open in New York gewonnen, ihr historischer Titel wurde jedoch überschattet von einem unwürdigen Auftritt der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams. Die 36 Jahre alte US-Amerikanerin schrie Schiedsrichter Carlos Ramos in der aufgehitzten Atmosphäre im Arthur-Ashe-Stadium immer wieder an, kassierte drei Verwarnungen und damit erst einen Punkt und danach ein Spiel Abzug.

Osaka ließ sich vom Theater der Favoritin nicht beeindrucken und verwandelte nach 79 Minuten ihren zweiten Matchball zum 6:2, 6:4. Die 20-Jährige gewann damit als erste Spielerin aus Japan in der Tennisgeschichte ein Grand-Slam-Turnier, und das im Finale gegen eine Spielerin, die sie im Vorfeld als ihr großes Idol bezeichnet hatte.

Wie ein Vorbild verhielt sich Williams jedoch nicht. Nachdem Ramos sie wegen unerlaubten Coachings zu Beginn des zweiten Satzes verwarnt hatte, fauchte die Favoritin ihn an: "Ich betrüge nicht, um zu gewinnen. Da verliere ich lieber." Wenig später zerstörte sie aus Frust ihren Schläger, kassierte ihre zweite Verwarnung und damit einen Punktabzug. "Du schuldest mir eine Entschuldigung", brüllte Williams den Unparteiischen an: "Ich habe eine Tochter, ich betrüge nicht!"

Doch das Drama ging noch weiter, Williams wollte sich einfach nicht beruhigen. Bei einem weiteren Seitenwechsel bezeichnete sie Ramos als Dieb: "Du hast mir einen Punkt gestohlen." Dem Portugiesen blieb keine andere Wahl, als Williams ein Spiel abzuziehen. Die sechsmalige Turniersiegerin brach in Tränen aus und stotterte: "Das ist nicht fair, das ist nicht fair. Nur, weil ich eine Frau bin."

Serena Williams und Schiedsrichter Carlos Ramos gerieten oft aneinander.
Serena Williams und Schiedsrichter Carlos Ramos gerieten oft aneinander.
Foto: AFP

Historischer 24. Grand-Slam-Titel verpasst

Williams verpasste durch ihren skandalösen Auftritt den historischen 24. Grand-Slam-Titel, mit dem sie den Rekord der Australierin Margaret Court egalisieren würde. Schon Mitte Juli in Wimbledon hatte sie im Finale gegen Angelique Kerber (D) verloren. Erst vor einem Jahr hatte Williams ihre Tochter Olympia zur Welt gebracht und war im März auf die Tour zurückgekommen.

Im Duell der Generationen - Osaka war 1999 bei Williams' erstem Titel in Flushing Meadows ein Jahr alt gewesen - wirkte Williams schon zu Beginn nervös. Im ersten Satz unterliefen ihr vier Doppelfehler, der im Turnierverlauf so starke Aufschlag fand zu selten den Weg ins Feld. Osaka ließ sich nicht von der Kulisse beeindrucken und konterte Williams' Power nahezu spielend.

Die Favoritin versuchte, das Tempo zu steigern, allerdings ging zunächst nur der Lautstärkepegel in die Höhe. Während Osaka mit stoischer Ruhe die Punkte bestritt, untermalte Williams beinahe jeden Schlag mit einem markerschütternden Schrei, lautstark angefeuert von den Zuschauern, die merkten, dass ihr Liebling Unterstützung brauchte. All das half Williams jedoch nicht mehr. Als Osaka ihr den Aufschlag zum 2:3 im zweiten Satz abnahm, brannten Williams die Sicherungen durch.


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