Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Olympische Winterspiele: IOC bestätigt: 169 russische Athleten dabei
Unter neutraler Flagge: auf den Anzügen der Athleten darf entweder "Olympic Athlete from Russia" oder die Abkürzung OAR stehen.

Olympische Winterspiele: IOC bestätigt: 169 russische Athleten dabei

Foto: AFP
Unter neutraler Flagge: auf den Anzügen der Athleten darf entweder "Olympic Athlete from Russia" oder die Abkürzung OAR stehen.
Sport 27.01.2018

Olympische Winterspiele: IOC bestätigt: 169 russische Athleten dabei

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Russland ist bei den Winterspielen in Südkorea mit 169 Sportlern vertreten. Zum Vergleich: Deutschland schickt 154 nach Pyeongchang. Es werden schwierige Spiele für Russland, denn das IOC hat viele Stars nicht eingeladen.

(dpa) - 169 russische Athleten sind offiziell für die Olympischen Winterspiele zugelassen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bestätigte am Samstag eine entsprechende Liste, die bereits am Donnerstag von Russland veröffentlicht worden war. Darauf fehlen mehrere Superstars wie Shorttrack-Legende Viktor Ahn, Biathlon-Olympiasieger Anton Shipulin oder Langlauf-Weltmeister Sergey Ustyugov.

Bereits in den vergangenen Tagen war aus Russland durchgesickert, dass die unabhängige Prüfkommission des IOC zahlreiche Sportler für die Spiele vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang nicht berücksichtigt hatte. So waren von ursprünglich 500 Sportlern bereits 111 Athleten aussortiert worden.

Hintergrund ist der mutmaßlich staatlich orchestrierte Dopingskandal bei den Winterspielen 2014 in Sotchi. Anfang Dezember hatte das IOC das Nationale Olympische Komitee Russlands für Olympia gesperrt. Nur nachweislich saubere russische Sportler dürfen demnach in Südkorea als „Olympische Athleten aus Russland“ unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten - und zwar auf Einladung des IOC.

Zwei Männer und zwei Frauen im Biathlon

Russland, das in Sotchi die Medaillenwertung gewonnen hatte, steht vor schwierigen Spielen. Denn viele Stars sind in Südkorea nicht am Start. Erstklassig besetzt ist dennoch das Eishockey-Team mit den Topspielern Ilya Kovalchuk und Pavel Datsyuk. Im Eiskunstlauf gehören die Paarlauf-Europameister Evgenia Tarasova/Wladimir Morosov zu den Favoriten. Die 15 Jahre alte Eiskunstlauf-Europameisterin Alina Sagitova und ihre drei Jahre ältere Teamkollegin Evgenia Medvedeva dürften Olympia-Gold unter sich ausmachen.

Im Biathlon sind hingegen nur je zwei Männer und Frauen dabei, so dass es erstmals seit 1968 keine russischen Staffeln - außer im Mixed - geben wird.

Die strikte Vorgehensweise der Prüfkommission unter Vorsitz der ehemaligen französischen Sportministerin Valérie Fourneyron hatte in Moskau für großen Unmut gesorgt. Die Prüfkommission hatte neben den Erkenntnissen von WADA-Ermittler Richard McLaren auch die Daten aus dem Moskauer Doping-Analyselabor für die Zeit von 2012 bis 2015 genutzt, die der WADA zugespielt worden waren. Herangezogen wurden auch Steroidprofile und Blutpässe der Athleten sowie DNA-Analysen von Urinproben oder die Ergebnisse der vorolympischen Dopingtests.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema