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Olympische Spiele in Rio: Äthiopien-Flüchtling in Luxemburg startet bei Olympia
Sport 03.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Olympische Spiele in Rio: Äthiopien-Flüchtling in Luxemburg startet bei Olympia

Yonas Kinde geht in Rio de Janeiro an den Start des olympischen Marathons.

Olympische Spiele in Rio: Äthiopien-Flüchtling in Luxemburg startet bei Olympia

Yonas Kinde geht in Rio de Janeiro an den Start des olympischen Marathons.
Foto: Ben Majerus
Sport 03.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Olympische Spiele in Rio: Äthiopien-Flüchtling in Luxemburg startet bei Olympia

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Yonas Kinde floh 2012 als Flüchtling nach Luxemburg. Eine Initiative von IOC-Präsident Thomas Bach ermöglicht ihm nun eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

(LS) - Zehn Athleten wurden vom internationalen olympischen Komitee für die erste "Olympische Mannschaft der Flüchtlinge" nominiert, die an Olympischen Spielen teilnehmen wird. Unter ihnen ein "Luxemburger": Yonas Kinde kam Anfang 2012 aus Äthiopien nach Luxemburg und wurde rund anderthalb Jahre später als politischer Flüchtling anerkannt. Der talentierte Langstreckenläufer machte sich in den Luxemburger Leichtathletikkreisen schnell einen Namen als Dauergewinner der einheimischen Straßenläufe.

Doch Kindes Ambitionen gingen über die alleinigen Siege bei Straßenrennen hinaus. Im Oktober des vergangenen Jahres erreichte er das Ziel des Frankfurt-Marathons in ausgezeichneten 2.17'31". Damit unterbot er die vom IOC vorgeschriebene Richtzeit zur Teilnahme an den Olympischen Spielen. Da er allerdings noch nicht im Besitz der Luxemburger Staatsbürgerschaft ist, war eine Teilnahme für das Großherzogtum nicht möglich. Es blieb die Initiative, die IOC-Präsident Thomas Bach ins Gespräch gebracht hatte: die Mannschaft der Flüchtlinge. Was folgte, war langes Warten und Bangen. Seit Freitagmittag ist es offiziell: Kinde, ein Athlet des Celtic Diekirch und vollwertiges Mitglied des Luxemburger Läuferszene, geht in Rio an den Start der 42,195 km. Das Rennen ist übrigens für den Abschlusstag der Spiele, den 21. August, vorgesehen.

Die restlichen neun Teammitglieder stammen übrigens ursprünglich aus dem Südsudan (5), Syrien und der Demokratischen Republik Kongo (je 2). Mittlerweile leben sie in Kenia (5), Brasilien (2), Belgien und Deutschland (je 1).




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