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Noch ein Doping-Skandal: Russlands Olympia-Ausschluss wird immer wahrscheinlicher
Sport 24.05.2016 Aus unserem online-Archiv

Noch ein Doping-Skandal: Russlands Olympia-Ausschluss wird immer wahrscheinlicher

Olympiasiegerin Anna Chicherova soll 2008 in Peking gedopt haben

Noch ein Doping-Skandal: Russlands Olympia-Ausschluss wird immer wahrscheinlicher

Olympiasiegerin Anna Chicherova soll 2008 in Peking gedopt haben
Foto: AFP
Sport 24.05.2016 Aus unserem online-Archiv

Noch ein Doping-Skandal: Russlands Olympia-Ausschluss wird immer wahrscheinlicher

Kein Ende im russischen Dopingskandal. Bei den Nachkontrollen von den Olympischen Spielen 2008 sind gleich 14 russische Sportler betroffen. Mit dabei auch eine ehemalige Olympiasiegerin. Die Rufe nach einem Olympia-Ausschluss werden immer lauter.

(dpa) - Russland versinkt immer mehr im Dopingsumpf und muss mehr denn je den Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio fürchten. Gut zwei Wochen nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Skandals um die systematische Manipulation von Dopingproben bei den Winterspielen in Sotschi 2014 wurde Russland von den nächsten Negativ-Schlagzeilen erschüttert.

14 russische Athleten stehen bei den Nachkontrollen der Sommerspiele 2008 in Peking unter Dopingverdacht. Das berichtet die Nachrichtenagentur "TASS" mit Verweis auf das Nationale Olympische Komitee von Russland (ROC). Als erster Name wurde die Hochsprung-Olympiasiegerin Anna Chicherova publik, die 2008 Bronze geholt hatte.

Damit stammen fast die Hälfte der in Nachkontrollen verdächtigen Proben von russischen Sportlern. Die betroffenen Athleten kommen aus zwölf verschiedenen Ländern, insgesamt sechs Sportarten sind betroffen.

Allen voran aber wieder die russischen Sportler. Es ist die Fortsetzung einer nicht enden wollenden Skandal-Serie. Kein Wunder, dass immer mehr Sportler, Funktionäre und Fachleute einen Olympia-Bann für Russland fordern, wie etwa Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel. „Alles andere als eine saftige Strafe, wie ein Ausschluss von den Spielen in Rio würde doch niemand mehr verstehen. Nur das würde zumindest kurzfristig Wirkung zeigen und anderen Ländern eine Warnung sein. Russland gehört auf die Anklagebank“, sagte Sörgel.

Derartigen Forderungen trat der vielbeschäftigte russische Sportminister Vitali Mutko sogleich mit markigen Worten entgegen. „Wenn das ganze Team in Rio suspendiert wird, kehren wir zu Zeiten der Boykotte zurück. Der Staat hat niemals Doping unterstützt“, sagte Mutko.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat eine Untersuchung eingeleitet, die bis zum 15. Juli abgeschlossen sein soll. Russland sicherte der Wada und dem IOC volle Kooperation zu, ein Olympia-Ausschluss aller Sportler sei aber nicht akzeptabel.

Doch es könnte in Sachen Dopingskandale noch schlimmer für Russland kommen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen die Nachanalysen von den Sommerspielen in London vorliegen.

Am 17. Juni will die IAAF entscheiden, ob der Bann weiter aufrecht erhalten wird.

Bei den 14 verdächtigen russischen Peking-Teilnehmern sollen in erster Linie Leichtathleten betroffen sein, wie TASS berichtet. Auf welche Mittel die Athleten positiv getestet wurden, ist bislang nicht bekannt. Auch das IOC hat aus taktischen Gründen darauf verzichtet zu veröffentlichen, in welche Richtung die Nachkontrollen abzielten. Die Aktion war aber offenbar ein voller Erfolg.


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