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Noch 100 Tage bis zur WM
Sport 2 Min. 06.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Noch 100 Tage bis zur WM

Deutschland geht als Titelverteidiger ins Turnier. Einige der Helden von 2014 sind nicht mehr dabei.

Noch 100 Tage bis zur WM

Deutschland geht als Titelverteidiger ins Turnier. Einige der Helden von 2014 sind nicht mehr dabei.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 06.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Noch 100 Tage bis zur WM

Am 14. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Start der Großveranstaltung.

(sid) - Am Dienstag sind es genau 100 Tage bis zum Beginn der Fußball-WM 2018 in Russland. Am 14. Juni trifft der Gastgeber im Eröffnungsspiel auf Saudi-Arabien. Das Endspiel steigt am 15. Juli in Moskau.

Wie laufen die Vorbereitungen?

Organisatorisch scheint Russland bereit für die WM. Die Stadien in Moskau, St. Petersburg, Kazan und Sochi wurden bereits beim Confed-Cup erfolgreich getestet, die acht weiteren Arenen sind oder werden rechtzeitig bis zum WM-Auftakt fertig. Beim Thema Sicherheit hat sich die Lage derzeit etwas beruhigt. Zumindest beim Confed-Cup hat das Konzept des Gastgebers funktioniert, Zwischenfälle blieben aus.

Drohen Gewalt-Exzesse durch Hooligans?

Das ist trotzdem nicht auszuschließen. Hooligangruppierungen in England, Russland und vereinzelt auch Deutschland haben im Internet mit dem Säbelrasseln begonnen. Zuletzt lieferten sich rund 200 gewaltbereite Anhänger von Spartak Moskau beim Europa-League-Spiel in Bilbao eine Straßenschlacht mit der Polizei und gegnerischen Fans.

Wie läuft der Ticketverkauf?

Insgesamt gut. Die russischen Fans waren zunächst etwas zurückhaltend, sind jetzt aber offenbar langsam im WM-Fieber. Insgesamt vermeldete die FIFA zur Halbzeit der zweiten Verkaufsphase Ende Januar 4,9 Millionen Ticket-Anfragen. Besonders heiß auf Karten sind die deutschen Fans. Mit 338.414 Anfragen belegen sie im Ranking Platz zwei hinter den Gastgebern (rund 2,5 Millionen).

Russlands Trainer Stanislav Cherchesov steht eine schwierige WM bevor.
Russlands Trainer Stanislav Cherchesov steht eine schwierige WM bevor.
Foto: dpa

Wie ist die Stimmung beim Gastgeber?

Die langsam steigende Vorfreude auf das WM-Turnier wird getrübt durch die düsteren sportlichen Aussichten. In der Weltrangliste belegt Russland Platz 61, noch hinter Ländern wie Panama, Jamaika und der Demokratischen Republik Kongo. Beim Confed-Cup scheiterte der Gastgeber in der Vorrunde, Hoffnung auf Besserung gibt es keine. Zumal die russische Liga sportlich abgehängt und laut Wladimir Leonschenko, Präsident der Spielergewerkschaft, "praktisch bankrott" ist.

Kommt der Videobeweis?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, ja. Nach der Entscheidung des International Football Association Board, den Videobeweis ins Fußball-Regelwerk aufzunehmen, muss nur noch das FIFA-Council am 16. März einem WM-Einsatz zustimmen. Das gilt als Formsache.

Was passiert sonst noch im Land?

Am 18. März wählt Russland sein Staatsoberhaupt. Amtsinhaber Vladimir Putin wird sich dabei erneut zum Präsident wählen lassen und die WM wie die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi als Propaganda-Instrument einsetzen. Dabei ist die wirtschaftliche Lage im Grunde verheerend, auch weil Russland noch immer unter den EU-Sanktionen und Gegensanktionen im Zuge der Annektion der Krim-Halbinsel leidet. Der offiziell auf zehn Milliarden Euro veranschlagte WM-Etat dürfte durch die vielen millionenschweren Bauprojekte, deren Finanzierung meist bewusst verschleiert wird, wohl auf 30 Milliarden Euro ansteigen.

Was hat der Skandal um das russische Staatsdoping für Auswirkungen?

Seit mehreren Monaten halten sich hartnäckig Berichte, dass der russische Whistleblower Grigory Rodchenkov Beweise für Doping im russischen Fußball besitzt. Im McLaren-Bericht ist von 34 Fällen - darunter auch der gesamte russische WM-Kader 2014 - die Rede. In Russland begegnet man diesen Gerüchten gelassen. Zumindest der international schwer umstrittene Vize-Premierminister Vitaly Mutko trat 2017 von seinem Amt als Chef des WM-OK zurück, nachdem ihn das Internationale Olympischen Komitee als Schlüsselfigur im Skandal um die Heim-Winterspiele lebenslang gesperrt hatte. Sein Amt als Präsident des russischen Fußballverbandes RFU will er für sechs Monate ruhen lassen.

Russlands Präsident Vladimir Putin (l.) und Sportminister Vitaly Mutko (M., hier mit dem Präsidenten des nationalen Olympischen Kommitees, Alexander Zhukov) haben rund um den Dopingsskandal alle Hände voll zu tun.
Russlands Präsident Vladimir Putin (l.) und Sportminister Vitaly Mutko (M., hier mit dem Präsidenten des nationalen Olympischen Kommitees, Alexander Zhukov) haben rund um den Dopingsskandal alle Hände voll zu tun.
Foto: AFP



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