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Niemand will nach Luxemburg
Sport 2 Min. 29.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Weltrangliste und ihre Probleme

Niemand will nach Luxemburg

Am 31.05.2016 trafen Chris Philipps und die FLF-Auswahl auf Nigeria um Abdullahi Shehu. Seither gab es kein Testspiel mehr gegen einen späteren WM-Teilnehmer.
Weltrangliste und ihre Probleme

Niemand will nach Luxemburg

Am 31.05.2016 trafen Chris Philipps und die FLF-Auswahl auf Nigeria um Abdullahi Shehu. Seither gab es kein Testspiel mehr gegen einen späteren WM-Teilnehmer.
Foto: Ben Majerus
Sport 2 Min. 29.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Weltrangliste und ihre Probleme

Niemand will nach Luxemburg

Bob HEMMEN
Bob HEMMEN
Polen befindet sich aufgrund der guten Weltranglistenposition im ersten Lostopf für die WM in Russland. Lewandowski und Co. profitieren davon, auf Testspiele verzichtet zu haben. Dies könnte Folgen für Luxemburg haben.

(bob) - Ungarn, Albanien, die Kapverden, Lettland und Nigeria: Von den vergangenen fünf Testspielgegnern der FLF-Auswahl befindet sich lediglich einer am Freitag im Lostopf, wenn in Moskau die Gruppen der WM 2018 ermittelt werden.

Nigeria ist im letzten Topf und könnte damit beispielsweise in einer Gruppe mit Costa Rica, Spanien und Deutschland landen. Doch vielleicht trifft die afrikanische Nation auch nicht auf den Weltmeister, sondern bekommt es in Russland mit Polen zu tun.

Lewandowski und Co. belegten im vergangenen Monat Rang sechs der Weltrangliste. Diese war ausschlaggebend für die Verteilung der Töpfe. Polen hat sich diese Platzierung verdient, schließlich beendete das Team die Gruppenphase der WM-Qualifikation mit 25 Punkten an der Spitze.

Doch einen ebenfalls großen Anteil an der guten Weltranglistenposition - die es Polen nun ermöglicht, viele starke Gegner in der Gruppenphase zu vermeiden - hat die Tatsache, dass die Nation zwischen dem 15. November 2016 und dem 9. November 2017 kein Testspiel bestritten hat.

Wie der "kicker" herausgefunden hat, lohnt sich diese Strategie für Länder, die in der Qualifikation gute Resultate erzielen. Aus diesem Grund wäre es für die besten Nationen der Welt sogar ein Nachteil, gegen Luxemburg anzutreten.

Komplizierte Formel mit Schlupflöchern

P = M x I x T x C lautet die Formel der FIFA, die dazu dient, die Weltranglistenpunkte zu berechnen. M steht für das Ergebnis, I für den Status des Spiels (Test, Qualifikation, Endrunde), T für die Stärke des Gegners und C für die Stärke der Konföderation.

Die Gesamtpunktzahl einer Nation ergibt sich allerdings nicht durch die Addition der erspielten Punkte, sondern aus dem Schnitt. Dabei gelten die vergangenen zwölf Monate zu 100 Prozent, die drei Jahre zuvor nur noch zu jeweils 50, 30 und 20 Prozent.

Weil Testspiele nur mit dem Faktor 1, Qualifikationsspiele allerdings mit dem Faktor 2,5 multipliziert werden, ist es für Topnationen derzeit beispielsweise besser, auf Tests gegen die FLF-Auswahl oder andere Länder, die deutlich schwächer im Ranking platziert sind, zu verzichten.

FIFA erwägt Änderungen

Nur im Hinblick auf die WM-Auslosung spielt diese Rangliste eine Rolle, weil die FIFA diese als einzige Grundlage für die Verteilung der Töpfe nimmt. Doch auch wenn es beim Weltverband offenbar bereits Überlegungen gibt, dieses System zu überdenken, profitieren Teams wie Polen dieses Mal noch davon.

Die Luxemburger müssen auf eine schnelle Änderung hoffen, damit künftig Spitzennationen keine Angst mehr davor haben müssen, selbst einen Sieg gegen die FLF-Auswahl teuer zu bezahlen. Vielleicht bleibt der Mannschaft von Trainer Luc Holtz aber ohnehin nicht mehr viel Zeit zum testen, schließlich beginnt 2018 die Nations League.


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