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NFL-Endspiel am Sonntag: Groß, größer, Super Bowl
Sport 3 Min. 06.02.2016 Aus unserem online-Archiv

NFL-Endspiel am Sonntag: Groß, größer, Super Bowl

Peyton Manning will mit den Denver Broncos einen weiteren Titel einfahren.

NFL-Endspiel am Sonntag: Groß, größer, Super Bowl

Peyton Manning will mit den Denver Broncos einen weiteren Titel einfahren.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 06.02.2016 Aus unserem online-Archiv

NFL-Endspiel am Sonntag: Groß, größer, Super Bowl

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Beim 50. Super Bowl am Sonntag zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos herrscht in den USA der Ausnahmezustand - nicht nur wegen eines faszinierenden Quarterback-Duells.

(sid) - Natürlich fiel die Wahl der Denver Broncos auf weiß. 31 der bisher 49 Super-Bowl-Sieger spielten in weißen Trikots, es blieb den Broncos also quasi nichts anderes übrig, nachdem sie entscheiden durften - dunkle Jerseys wären den eigenen Fans nicht vermittelbar gewesen. Rationale Distanz zu wahren, fällt allen Amerikanern seit jeher schwer rund um jenes, sagenumwobene Endspiel der National Football League (NFL). Vor der Jubiläumsausgabe ist der Hype besonders groß.

Der 50. Super Bowl - von der Zählweise mit römischen Ziffern hat sich die reichste Liga der Welt diesmal verabschiedet, weil mit dem schnöden "L" für "50" niemand etwas anfangen konnte - soll alle Rekorde sprengen. Wenn die favorisierten Carolina Panthers am Sonntag in Santa Clara (Kalifornien) im Stadion der San Francisco 49ers gegen die Denver Broncos um die Vince Lombardi Trophy spielen (0.30 Luxemburger Zeit/Sat.1), rechnen Organisatoren und Analysten mit einem Rekord-Gesamtumsatz von 15 Milliarden US-Dollar - was in etwa dem Dreifachen des Bruttoinlandsprodukts von Liechtenstein entspricht.

Duell zwischen zwei Superstars

Den Boom befeuert das Duell der beiden Hauptdarsteller, das so ganz den Geschmack der Amerikaner trifft. Die beiden Quarterbacks, Shootingstar Cam Newton (26) und Routinier Peyton Manning (39), sind die Superstars der Szene - und könnten unterschiedlicher kaum sein.

Der Panthers-Spielmacher Newton, 1,96 m groß und der mit Abstand athletischste unter den Quarterbacks, trägt das Ei gerne mal selbst in die Endzone. Dass ausgerechnet ein Afro-Amerikaner das traditionell "weiße" Quarterback-Spiel derzeit neu definiert, bringt die Fans in Aufruhr. Zudem polarisiert "Superman" Newton durch seine ausgesprochen extrovertierte Art. Dem gegenüber steht Saubermann Manning, schon 2007 mit den Indianapolis Colts Super-Bowl-Sieger. Als der Mann, den sie mittlerweile ehrfürchtig "Sheriff" nennen, 1998 die NFL-Bühne betrat, war Newton neun Jahre alt.

70 Kameras, eine Milliarde Zuschauer

Seit dem erlebte der Super Bowl eine Quantensprung, mit der ersten Ausgabe 1965 hat das Jubiläum am Sonntag so gut wie gar nichts mehr gemein. Elf Kameras wurden vor 50 Jahren für die Live-Übertragung aufgebaut, am Sonntag setzt CBS 70 ein. Wie sehr sich das Finale allein in den Medien entwickelt hat, zeigen die Preise für Werbung. Lächerliche 37.500 US-Dollar kostete ein 30-sekündiger Spot beim Super Bowl I, am Sonntag sind 4,8 Millionen fällig.

Der Super Bowl gehört nach wie vor zu den TV-Events mit der größten Anziehungskraft. Vor einem Jahr lockte das Endspiel im Schnitt 114,4 Millionen Amerikaner vor den Fernseher, so viele wie nie zuvor. Weltweit ist fast eine Milliarde Zuschauer dabei.

In den sportverrückten USA steht das wichtigste Wochenende des Jahres an. Es gibt im ganzen Land Super-Bowl-Partys, wie immer wird gegrillt und haufenweise Ungesundes vertilgt. Und auch hier sind die Dimensionen enorm. 1,3 Milliarden Chicken Wings und 120.000 Hektoliter Bier gehen durch die Kehlen, aus 60.000 Tonnen Avocados wird Guacamole-Dip gemacht. Aufgehäuft auf einem kompletten Spielfeld wäre der Berg aus Früchten zwölf Meter hoch.

Lady Gaga, Coldplay und Beyonce

Auch in den Shopping Malls wird ordentlich hingelangt. Das Spiel der Spiele nehmen viele Amerikaner zum Anlass, sich einen neuen Fernseher anzuschaffen. Geschätzt 8,7 Millionen Geräte werden in diesem Jahr für den besonderen Anlass angeschafft.

Auf dem Bildschirm gibt es mehr als nur Football. Lady Gaga singt vor dem Kickoff die Nationalhymne, bei der Halbzeitshow gehen die englische Band Coldplay und US-Goldkehlchen Beyonce auf die Bühne. Eigens dafür wird im Levi's Stadium von einer Großzahl an Helfern in Windeseile eine riesige Bühne errichtet. Auch hier war der Aufwand 1967 etwas kleiner. Al Hirt stand in der Pause allein mit seiner Trompete auf dem Feld.

61.946 Zuschauer lauschten Hirt im Stadion, nie wieder war ein Super Bowl so schlecht besucht. 103.985 Besucher waren es 1980 beim Rekord im Rose Bowl von Pasadena. Beim Jubiläum am Sonntag werden etwa 75.000 Fans hautnah dabei sein. Und das Highlight hat seinen Preis, obwohl drei Tage vor dem Kickoff die billigsten Tickets im Oberrang etwas reduziert wurden: auf 2600 Dollar. Direkt am Spielfeldrand auf Höhe der Mittellinie werden bis zu 18.000 Dollar aufgerufen.


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