Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Nationale Meisterschaften im Cyclocross: Premiere in Remerschen
Christian Helmig mag es eher dreckig. Im Schlamm kann er nämlich mit seiner Kraft punkten. Auf gefrorener Strecke sind andere Fahrer dem Titelverteidiger voraus.

Nationale Meisterschaften im Cyclocross: Premiere in Remerschen

FOTO: YANN HELLERS
Christian Helmig mag es eher dreckig. Im Schlamm kann er nämlich mit seiner Kraft punkten. Auf gefrorener Strecke sind andere Fahrer dem Titelverteidiger voraus.
Sport 1 3 Min. 07.01.2017

Nationale Meisterschaften im Cyclocross: Premiere in Remerschen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Es wird eine Premiere: Die nationalen Titelträger im Cyclocross werden am Samstag zum ersten Mal in Remerschen ermittelt. Bei der Elite kündigt sich ein spannendes Rennen an, bei dem mehrere Fahrer siegen können.

Erstmals finden am Samstag die Cyclocross-Meisterschaften bei den Baggerweihern in Remerschen statt. Galt in den Jahren zuvor oftmals Christian Helmig (FCS Cycling) als Favorit, so wird es für den Technischen Direktor der FSCL heute schwer, seinen fünften Titel in Folge zu feiern.

Dafür gibt es zwei Gründe: Da der 35-Jährige mittlerweile Vollzeit arbeitet und sich auch privat auf etwas Neues einstellen muss, konnte er weniger trainieren. Helmig musste sich erst an die neue Situation gewöhnen. „Meine Form ist okay, aber nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Zwar wurde ich im Laufe der Saison immer besser, doch ich bin weit weg von der Topform“, so Helmig.

Andererseits hat die Konkurrenz einen Leistungssprung gemacht. Allen voran Lex Reichling (VV Tooltime Préizerdaul), der genau wie Scott Thiltges (LG Alzingen), Pit Schlechter (Leopard Development Team) und Gusty Bausch (Velosfrënn Gusty Bruch) für den Titel infrage kommt.

Es kommt auf Konzentration und Kraftreserven an

Das Leistungspotenzial der Spitzenfahrer liegt so eng beieinander, dass ein einzelner klarer Favorit nicht auszumachen ist. Denn auch die Streckenbeschaffenheit spielt eine Rolle: Bausch und Thiltges würden gut auf gefrorenem Untergrund zurechtkommen. Denn umso glatter es wird, umso technischer ist die Strecke. Helmig und Schlechter wären bei viel Schlamm favorisiert. Auch Reichling mag eher physisch anspruchsvolle Kurse. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen, wie auch Helmig weiß: „Ich denke, dass fünf oder sechs Leute länger an der Spitze zusammen fahren werden. Wer einen Fehler macht, muss dann wohl abreißen lassen. Es kommt auch darauf an, wer am Ende die meisten Reserven hat. "Es ist also absolute Konzentration gefragt. Bereits kleine Fehler können die Niederlage bedeuten.".

Wie eng die Spitze beieinander liegt, zeigt ein Blick auf den bisherigen Saisonverlauf: Bausch liegt mit drei Siegen an der Spitze des Skoda-Cross-Cups, Reichling konnte sich immerhin in Warken und Cessingen behaupten. Thiltges fuhr zwar keinen Sieg heraus, wurde aber gleich fünf Mal Zweiter.

Favorit Gusty Bausch im Interview

Der hervorragende Techniker holte zuletzt vor fünf Jahren das Landesmeistertrikot, damals in Kayl. Mit drei Saisonsiegen feierte Bausch von allen Fahrern die meisten Erfolge, zudem führt er die Wertung des Skoda-Cross-Cups souverän an. Demnach zählt der fast 37-Jährige heute zu den Topfavoriten.

Gusty Bausch zählt zu den Topfavoriten.
Gusty Bausch zählt zu den Topfavoriten.
Foto : Michel Dell’Aiera
  • Es ist das erste Mal, dass in Remerschen ein Cyclocrossrennen ausgetragen wird. Wie sind Ihre Eindrücke zum Rundkurs?

Die Strecke gefällt mir sehr gut. Die Verantwortlichen haben eine hervorragende Arbeit geleistet. Der Parcours kommt mir schon sehr entgegen, besser hätte man ihn in meinen Augen nicht gestalten können.

Die erste Hälfte ist eher flach und schnell, ehe in der zweiten Hälfte dann die eher technischen und auch kräfteraubenden Passagen anstehen.

Meiner Meinung nach könnte die Sandpassage die Schlüsselstelle sein. Vieles hängt aber auch davon ab, ob der Boden gefroren oder doch eher schlammig sein wird. Letzteres war vor wenigen Tagen bei meiner Trainingsfahrt der Fall.


  • Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Als stärksten Widersacher sehe ich Lex (Reichling). Er hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt und ist die gesamte Saison über konstant gefahren. Zudem hat er zwei Rennen gewonnen. Aber auch Scott (Thiltges) hat in der Vergangenheit gezeigt, dass auf schnellen Kursen mit ihm zu rechnen ist. Falls der Boden gefroren sein sollte, ist er als starker Techniker sicherlich vorne mit dabei. Christian (Helmig) besitzt die nötige Erfahrung, um erneut auf dem Podium zu landen. Ich bin aber nicht sicher, ob es bei ihm für ganz oben reichen wird. Pit (Schlechter) zählt sicherlich zu den kräftigsten Fahrern. Ich glaube aber nicht, dass ihm diese Strecke liegt. Zudem finde ich es schade, dass Vincent (Dias dos Santos) verletzungsbedingt passen muss. Er wäre sicherlich um den Sieg mitgefahren.

  • Ist der Druck mit fast 37 Jahren bei Ihnen nicht größer als bei der jüngeren Konkurrenz?

Eigentlich muss ich niemandem mehr etwas beweisen, da ich bereits mehrmals Landesmeister geworden bin. Den meisten Druck mache ich mir jedoch selbst, da ich unbedingt nochmals im Trikot meines Vereins (Velosfrënn Gusty Bruch) ein Titelrennen gewinnen möchte. Bei meinem bisher letzten Titel 2012 fuhr ich noch für Kayl.

Interview: Yves Rauen

Beginn der Meisterschaften ist um 12.30 Uhr in Remerschen. Sehen Sie hier den offziellen Trailer:

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Cyclocross-Weltcup: Majerus trumpft groß auf
Christine Majerus befindet sich weiterhin in absoluter Topform. Die Luxemburgerin lieferte in Namur eine Topleistung ab: Als Fünfte erzielte sie ihr bislang bestes Ergebnis bei einem Weltcup-Durchgang.
Christine Majerus überzeugte auf ganzer Linie.