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Nach sensationellem Sieg: Muller: „Eine ziemlich coole Sache"
Sport 3 Min. 11.07.2017 Aus unserem online-Archiv

Nach sensationellem Sieg: Muller: „Eine ziemlich coole Sache"

Gilles Muller hatte allen Grund zur Freude.

Nach sensationellem Sieg: Muller: „Eine ziemlich coole Sache"

Gilles Muller hatte allen Grund zur Freude.
Foto: Reuters
Sport 3 Min. 11.07.2017 Aus unserem online-Archiv

Nach sensationellem Sieg: Muller: „Eine ziemlich coole Sache"

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Gilles Muller spielte in Wimbledon gegen Rafael Nadal perfektes Rasentennis. Doch nach der Partie ist vor der Partie. Der Luxemburger hat noch einiges vor: Marin Cilic soll sein nächstes Opfer werden.

(jg) - Gilles Muller (Weltrangistenposition: 26) hat am Montagabend den spanischen Weltranglistenzweiten Rafael Nadal im Achtelfinale von Wimbledon mit 15:13 im fünften Satz nieder gerungen und ein weiteres Kapitel Luxemburger Sportgeschichte geschrieben.

Dabei lag "Mulles" zunächst mit 2:0 in den Sätzen in Führung, ehe Nadal zurückschlug und ausglich. Im fünften Durchgang hatte der Luxemburger dann allerdings den längeren Atem und verwertete seinen fünften Matchball.

Muller beeindruckte nicht nur mit fantastischem Tennis und brillanten Schlägen, vor allem überzeugte der 34-Jährige mit seiner Ruhe. Die Partie konnte noch so eng sein, der Linkshänder behielt die Nerven. Immer wieder hatte er die passende Antwort auf die druckvollen Grundlinienschläge von Nadal parat und beendete die Punkte nicht selten mit Volleys aus dem Tennis-Bilderbuch.

„Es ist ein gutes Gefühl"

Nadal feuerte sich in der Schlussphase immer wieder lautstark an, doch Muller ließ sich nicht beirren. Auch im Interview bei "Sky Sport" ließ "Mulles" seinen Gefühlen nicht freien Lauf, sondern richtete den Fokus bereits wieder nach vorne: „Endlich mal wieder das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen und noch dazu Rafael Nadal in fünf Sätzen zu bezwingen, das ist schon ein gutes Gefühl. Es ist eine ziemlich coole Sache."

Fairer Verlierer: Rafael Nadal gratuliert Gilles Muller zum Sieg.
Fairer Verlierer: Rafael Nadal gratuliert Gilles Muller zum Sieg.
Foto: AFP

Muller versucht, sich nicht von seinen Emotionen und Gefühlen überwältigen zu lassen: „Ich versuche mich weiter zu konzentrieren. Ich habe jetzt die Gelegenheit im Viertelfinale gegen Marin Cilic (CRO/6) zu spielen. Ich habe einmal in meiner Karriere den Fehler gemacht, all die Eindrücke zu sehr aufzusaugen vor meinem nächsten Duell. Das kostet einfach sehr viel Energie. Deswegen versuche ich, das jetzt alles auszublenden. Ich bin aber natürlich sehr glücklich. Es wird wohl eine kurze Nacht werden. Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht viel schlafen werde. Aber der Fokus liegt auch bereits auf der nächsten Begegnung. Noch ist meine Reise hier nicht vorbei."

„Ich spiele mein bestes Tennis"

Muller spielt aktuell die beste Saison seines Lebens: Zwei Turniersiege konnte er feiern, dies in Sydney (AUS) und in 's-Hertogenbosch (NL). Noch dazu stand er in Estoril (P) im Finale. "Oldie but Goldie" könnte man die Phase des Luxemburgers betiteln. Der Junioren-Weltmeister von 2001 stimmt zu: "Es stimmt schon, dass ich nicht mehr der Jüngste bin und momentan mein bestes Tennis spiele. Ich erkläre mir das so, dass ich in den vergangenen Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde. Die letzte Verletzung war aber an sich eine gute Sache."

Präzise: Mit der Vorhand setzte Gilles Muller den Weltranglistenzweiten Rafael Nadal immer wieder unter Druck.
Präzise: Mit der Vorhand setzte Gilles Muller den Weltranglistenzweiten Rafael Nadal immer wieder unter Druck.
Foto: Reuters

Der zweifache Familienvater erklärt: "Ich hatte Ellbogenprobleme und konnte während sechs Monaten keinen Tennisschläger anfassen. In dieser Phase arbeitete ich sehr hart an meiner Physis. Ich wurde stärker als je zuvor und spüre das auch jetzt noch. Diese körperliche Fitness ist heute noch vorhanden. In den vergangenen drei, vier Jahren konnte ich stets eine komplette Saison durchspielen ohne lange Pausen einlegen zu müssen. Ich habe vollstes Vertrauen in meinen Körper."

„Eine schwierige Aufgabe"

Im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers stand Muller erst ein Mal: 2008 bei den US Open. Neun Jahre später bekommt er es nun am Mittwoch in der Runde der letzten acht Spieler mit Cilic zu tun. Gegen den 28-jährigen Kroaten wartet Muller noch auf den ersten Sieg. Es wird das dritte Aufeinandertreffen der beiden Aufschlagriesen sein. Muller verrät: „Ich habe mir noch keinen Plan überlegt, wie ich ihn schlagen könnte. Es wird ein enge Begegnung. Ich habe vor ein paar Wochen im Halbfinale des Londoner Queen's Club gegen ihn verloren. Er ist gut drauf und fühlt sich wohl. Auf mich wartet eine schwierige Aufgabe."

Muller ist keinesfalls chancenlos und auf Rasen für jeden Gegner eine echte Gefahr. Seine Bilanz im Jahr 2017 auf dem so besonderen Untergrund? Elf Siege bei einer Niederlage! Mit Cilic hat er noch eine Rechnung offen.


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