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Nach russischem Doping-Skandal: Whistleblowerin darf wieder starten
Sport 01.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Nach russischem Doping-Skandal: Whistleblowerin darf wieder starten

Julia Stepanova (geb. Rusanova) darf bei der EM starten.

Nach russischem Doping-Skandal: Whistleblowerin darf wieder starten

Julia Stepanova (geb. Rusanova) darf bei der EM starten.
Foto: Reuters
Sport 01.07.2016 Aus unserem online-Archiv

Nach russischem Doping-Skandal: Whistleblowerin darf wieder starten

Sie ist die Kronzeugin im russischen Doping-Skandal. Julia Stepanova musste mit ihrem Mann aus Russland fliehen. Jetzt kann sie als neutrale Athletin bei der EM starten und sogar auf Olympia hoffen.

(sid) - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat der Doping-Whistleblowerin Julia Stepanova mit sofortiger Wirkung ein internationales Startrecht zugesprochen. Die Russin dürfe wegen ihrer Verdienste um einen sauberen Sport unter neutraler Flagge wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Damit rückt auch ein Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro für die 29 Jahre alte Mittelstrecklerin immer näher. Schon bei der kommenden EM in Amsterdam (6. bis 10. Juli) könnte sie ihr Comeback geben.

Stepanova und ihr Mann hatten den Skandal um systematisches Doping in der russischen Leichtathletik mit ihren Aussagen in der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" ins Rollen gebracht. Danach verließ das Ehepaar Russland aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen staatlicher Institutionen und setzten sich an einen geheimen Ort in die USA ab. Russische Leichtathleten sind bis auf Weiteres international gesperrt.

Die IAAF erfüllte mit ihrer Entscheidung eine Forderung von IOC-Präsident Thomas Bach für einen möglichen Olympia-Start Stepanowas. "Zunächst muss die IAAF entscheiden. Dann müssen wir das vollumfänglich unter Berücksichtigung der persönlichen und rechtlichen Gesichtspunkte prüfen", hatte Bach am Donnerstag in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) gesagt: "Das kann man nicht mit einem Federstrich erledigen, weil hier wesentliche Regeln der Olympischen Charta in Frage stehen."

Die Doping-Prüfungs-Kommission der IAAF begründete ihre Entscheidung im Fall Stepanowa auf Grundlage der Regel 22.1A(c) mit ihrem "außergewöhnlichen Beitrag zum Schutz und zur Förderung sauberer Athleten". Zudem teilte der Verband mit, dass mehr als 80 russische Athleten Anträge für Ausnahmeregelungen gestellt hätten. Diese würden geprüft.


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