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Mutko schließt Rückzug als WM-Organisator nicht aus
Sport 2 Min. 27.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Neues aus Russland

Mutko schließt Rückzug als WM-Organisator nicht aus

Vitaly Mutko wurde lebenslang vom IOC für Olympia gesperrt.
Neues aus Russland

Mutko schließt Rückzug als WM-Organisator nicht aus

Vitaly Mutko wurde lebenslang vom IOC für Olympia gesperrt.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 27.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Neues aus Russland

Mutko schließt Rückzug als WM-Organisator nicht aus

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Wackelt der Stuhl von Vitaly Mutko? Oder schlägt der russische Sportfunktionär eine Volte, um ungeschoren durch die Dopingvorwürfe zu kommen? Die Treueschwüre der FIFA scheinen dünner zu klingen.

(dpa) - Ein halbes Jahr vor der Fußball-WM in Russland schließt der im Dopingskandal bedrängte Cheforganisator Vitaly Mutko einen Rücktritt von diesem FIFA-Posten nicht mehr aus. Mutko sagte am Montagabend in Moskau außerdem, dass er die Führung des russischen Fußballverbandes RFS für bis zu sechs Monate ruhen lassen werde. In dieser Zeit wolle er sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne gegen die vom IOC verhängte lebenslange Olympiasperre wehren.

Es wäre logisch, sich auf sein staatliches Amt zu konzentrieren und die Ehrenämter abzugeben, sagte der für Sport zuständige Vizeregierungschef und Multifunktionär (59). Über den Verbleib an der Spitze des Organisationskomitees bestimme aber nicht er: „Das entscheiden das Staatsoberhaupt, der Regierungschef und der Aufsichtsrat.“ Als Organisationschef der WM vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 ist er vertraglich an den Fußball-Weltverband FIFA gebunden.

FIFA unter Zugzwang

Nach einer Meldung der Agentur Tass dankte die FIFA Mutko für den Rückzug aus dem russischen Fußballverband. Dies sei im Interesse einer erfolgreichen WM. Über weitere Schritte im Organisationskomitee werde die FIFA in den kommenden Tagen mit allen Beteiligten reden, zitierte die Agentur aus einer Stellungnahme. Es ändere sich nichts an einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen FIFA, russischer Regierung und dem Organisationskomitee.

Mutko sagte, an seiner Stelle stünde der Generalsekretär des Komitees, Alexander Sorokin, bereit. Den Fußballverband soll für die Zwischenzeit dessen Generalsekretär Alexander Alayev führen, wie russische Agenturen nach einer Sitzung der Verbandsführung meldeten. „Er geht, um zu bleiben“, schrieb die russische Zeitung „Sport-Express“.

"Angriffe auf den russischen Sport"

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält den langjährigen Sportminister Mutko für einen der Verantwortlichen im russischen Dopingskandal. Die Manipulationen erreichten einen Höhepunkt bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi. Deshalb hatte das IOC Mutko Anfang Dezember lebenslang für Olympia gesperrt. Die FIFA hatte ihn danach zunächst unterstützt, doch es wuchs der Druck, ein Zeichen zu setzen. Auch Fußballer, darunter russische Nationalspieler bei der WM 2014 in Brasilien, sollen von dem Dopingsystem profitiert haben.

Die russische Politik weist den Vorwurf systematischen Dopings zurück und spricht von Einzelfällen. „Es gibt in letzter Zeit so viele Angriffe auf den russischen Sport, aber wir gehen davon aus, dass das alles politisiert ist und die Erfolge und das Image unserer Athleten diskreditieren soll“, sagte Mutko. Die Dopingstrafen gegen russische Sportler wegen Sochi seien durch nichts begründet. Gegen seine Sperre wollte er am Dienstag beim CAS Beschwerde einlegen.

Mutko ist ein langjähriger sportpolitischer Weggefährte von Präsident Vladimir Putin. Wie der Kremlchef begann er seine Karriere in St. Petersburg. Den Fußballverband führte er bereits von 2005 bis 2009 und ließ sich 2015 erneut an die Spitze wählen.


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