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Muller: "In Luxemburg wird man ausgelacht"
Sport 1 2 Min. 27.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Muller: "In Luxemburg wird man ausgelacht"

Gilles Muller freut sich darauf, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können.

Muller: "In Luxemburg wird man ausgelacht"

Gilles Muller freut sich darauf, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können.
Foto: AFP
Sport 1 2 Min. 27.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Muller: "In Luxemburg wird man ausgelacht"

Daniel WAMPACH
Daniel WAMPACH
Gilles Muller hat erstmals öffentlich über sein Karriereende gesprochen. Vor seinem Auftritt bei den US Open blickte er mit der Spielervereinigung ATP auf die Jahre als Profispieler zurück.

Tennisprofi Gilles Muller wird seine Karriere bei den US Open beenden. Am Montag (17 Uhr Luxemburger Zeit) tritt der Luxemburger in der ersten Runde gegen Lorenzo Sonego (I) an. Bei einer Niederlage wäre es das letzte Spiel in Mullers Karriere.

Mit der Webseite der Spielervereinigung ATP sprach Muller nun erstmals über seine Karriere. Seit seiner Ankündigung im Juli, aufhören zu wollen, hatte der 35-Jährige nicht darüber reden wollen.

Besonders freuten sich seine beiden Söhne Lenny (7 Jahre) und Nils (6), dass ihr Vater bald aufhören würde. "Es war ein toller Moment, ihnen das zu sagen. Es war nicht einfach für sie, weil ich viel reisen musste. Meine Familie hat mich immer sehr unterstützt. Ich hatte das Gefühl, dass sie richtig glücklich waren, als ich ihnen mitteilte, es wäre mein letztes Jahr als Tennisprofi und dass ich schon bald immer zu Hause sein würde."

Jeden Moment genießen

Die Entscheidung, aufzuhören, war nicht leicht für Muller, der mit Rang 21 im Jahr 2017 seinen besten Weltranglistenplatz erreichte. "Ich habe viel darüber nachgedacht und hatte schließlich das Gefühl, dass nun der richtige Zeitpunkt wäre."

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Zu den letzten Monaten auf der ATP Tour sagt der Luxemburger: "Das größte Ziel war es, jeden Moment zu genießen. Denn in den vergangenen Jahren habe ich nicht so realisiert, wie viel Glück ich hatte, Tennisprofi sein zu können. Irgendwann ist man nämlich an einem Punkt, an dem alles etwas zu viel wird und du die schönen Seiten daran vergisst. Ich will die letzten Momente genießen, Spaß haben und bis zum letzten Punkt 100 Prozent geben."

Muller ist stolz auf seine Karriere. Viele seiner Gegner würden aus Nationen stammen, in denen Tennis und Sport eine große Tradition haben. "Von da, wo ich herkomme, wirst du ausgelacht, wenn du als Kind sagst, du willst Profi werden, weil niemand an sich glaubt. Keiner denkt, dass man es schaffen kann. Deshalb ist es auch positiv, aus Luxemburg zu stammen."

Stolzer Fahnenträger in Rio

Muller glaubt, dass er eine noch erfolgreichere Karriere hätte haben können, hätte er einige Dinge anders gemacht. Trotzdem bereut er nichts. "Ich bin stolz auf das, was ich für mich und meine Familie geleistet habe. Ich war immer stolz, Luxemburg im Davis-Cup oder bei den Olympischen Spielen repräsentieren zu können. Eine meiner schönsten Erinnerungen ist der Moment, als ich Fahnenträger bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio war. Daran werde ich mich den Rest meines Lebens erinnern."

Bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2016 in Rio führte Gilles Muller die luxemburgische Delegation als Fahnenträger ins Stadion.
Bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2016 in Rio führte Gilles Muller die luxemburgische Delegation als Fahnenträger ins Stadion.
Foto: Fabrizio Munisso

Wie es für ihn weitergeht, das weiß Muller noch nicht so genau. Er wird sich Zeit lassen, um darüber nachzudenken. "Tennis ist meine Leidenschaft. Ich würde es lieben, Kindern zu helfen, ihre Träume zu verwirklichen - egal in welchem Sport in Luxemburg. Es gibt dort eine Menge Potenzial, das aber nicht voll ausgenutzt wird."


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