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Mit Köpfchen ins Halbfinale
Sport 3 Min. 07.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Mit Köpfchen ins Halbfinale

Torschütze Dele Alli (l.) grinst, der Rest des Teams liegt sich in den Armen. England steht im Halbfinale.

Mit Köpfchen ins Halbfinale

Torschütze Dele Alli (l.) grinst, der Rest des Teams liegt sich in den Armen. England steht im Halbfinale.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 07.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Mit Köpfchen ins Halbfinale

In einem kampfbetonten WM-Viertelfinale setzt sich England gegen das Überraschungsteam aus Schweden durch. Die Mannschaft von der Insel trifft zwei Mal per Kopf.

(dpa) - Nach dem ersten Einzug in ein WM-Halbfinale seit 28 Jahren ließen sich Englands neue Fußballhelden von ihren Fans feiern. Zwar hatten nur rund 3 500 Anhänger von der Insel den Weg nach Samara gefunden, doch die bejubelten die Three Lions nach dem verdienten 2:0 im WM-Viertelfinale gegen Schweden umso lautstarker. "Wir genießen es mit unseren Fans zusammen, hier und zu Hause. Unser Land wird stolz auf uns sein", sagte Kapitän Kane.

Trainer Gareth Southgate herzte jeden Spieler einzeln - der englische Traum vom zweiten WM-Titel nach 1966 lebt mehr denn je."Es ist fantastisch, es war ein tolles Spiel gegen einen schwierigen Gegner", sagte Kane. Vor 39 991 Zuschauern in Samara erzielten Maguire (31.') und Alli (59.') die Treffer. "Wir haben das Spiel kontrolliert", analysierte Maguire treffend. Sein Tor war bereits das achte der Engländer nach einer Standardsituation im laufenden Turnier. Im Kampf um den Finaleinzug trifft England am Mittwoch in Moskau auf Kroatien. "Wir haben ein großes Spiel vor uns, ich bin sehr zuversichtlich", sagte Kane.

Abwehrspieler Harry Maguire brachte seine Mannschaft in Führung.
Abwehrspieler Harry Maguire brachte seine Mannschaft in Führung.
Foto: AFP

Auf dem Platz war spielerisch erst einmal Abtasten angesagt. Beide Mannschaften starteten zurückhaltend und waren zunächst auf Fehlervermeidung aus. Die erste Torchance erarbeiteten sich die Schweden, bei denen der beim 1:0-Sieg im Achtelfinale gegen die Schweiz gesperrte Larsson ins Mittelfeld zurückkehrte. Claesson setzte seinen Schuss aber über das Tor von Englandswieder einmal überragend aufspielendem Keeper Pickford (13.').

Auf der anderen Seite versuchte es Kapitän Kane aus der Distanz, verpasste aber aus rund 20 Metern ebenfalls das Ziel (19.'). Nach einer äußerst mauen halben Stunde sorgte dann der erste Eckball der Partie prompt für die Führung. Young trat den Ball nach innen, wo der 1,93 m große Maguire wenig Mühe hatte, höher zu springen als der 1,79 m messende Forsberg und unhaltbar zum 1:0 einzuköpfen - kein schlechter Zeitpunkt für das erste Länderspieltor des Abwehrspielers von Leicester City.

Englands Trainer Gareth Southgate hatte im Vergleich zum Spiel gegen Kolumbien (5:4 nach Elfmeterschießen) keine Veränderungen vorgenommen - und seine eingespielte Elf wurde nun stärker und offensivfreudiger. Bei einem Pass von Lingard stand Sterling noch knapp im Abseits (44.), eine Minute später jedoch tauchte der Manchester-City-Profi erneut frei vor Olsen auf, scheiterte aber zunächst am Schweden-Schlussmann und vergab auch den Nachschuss.

Favoritenschreck geschlagen

"Ich will noch nicht nach Hause fahren. Wir wollen unsere Geschichte weiterschreiben", hatte Southgate vor der Partie gesagt - und auch wenn seine Mannschaft nicht gerade Weltmeister-würdig auftrat, so stimmten doch Engagement und Wille. Glück hatten die Engländer nach der Pause, als ihr Torwart Pickford bei einem Kopfball von Berg glänzend reagierte (47.').

Waren die Skandinavier der Favoritenschreck der gesamten WM-Phase - in der Qualifikation schlugen sie Frankreich und warfen die Niederlande raus, in den Playoffs Italien, und in der Gruppenphase landeten sie vor dem gescheiterten Weltmeister Deutschland - so kam gegen die Engländer insgesamt zu wenig. Mit dem 2:0 durch Alli fiel die Vorentscheidung. Claesson (62.') und Berg (72.') hatten zwar noch einmal gute Möglichkeiten, scheiterten aber am starken Pickford.

In der Schlussphase stimmten die englischen Fans dann auch Siegesgesänge an - der erste Halbfinal-Einzug seit der WM 1990 in Italien und der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Deutschland geriet nicht mehr in Gefahr. Symptomatisch für die schwedische Abschlussschwäche: Augustinsson schoss einen Freistoß aus aussichtsreicher Position weit über das Tor (89.').

Schwedens Defensive um Routinier Andreas Granqvist (l.) tut sich schwer gegen Harry Kane und Co.
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Foto: AFP




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