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Mertert-Wasserbillig und der Traum vom Finale
Marcus Weiss (Trainer von Mertert-Wasserbillig): "Es ist wichtig, dass meine Spieler mit einem klaren Kopf agieren und nicht nervös sind."

Mertert-Wasserbillig und der Traum vom Finale

Foto: Christian Kemp
Marcus Weiss (Trainer von Mertert-Wasserbillig): "Es ist wichtig, dass meine Spieler mit einem klaren Kopf agieren und nicht nervös sind."
Sport 3 Min. 24.04.2019

Mertert-Wasserbillig und der Traum vom Finale

Joe TURMES
Joe TURMES
Am Mittwochabend will Mertert-Wasserbillig seinen Pokaltraum weiterleben und ins Finale der Coupe de Luxembourg einziehen. F91 könnte den FC Progrès Niederkorn in eine tiefe Krise schießen.

"Seit Wochen wird nur noch über das Pokalhalbfinale geredet", betont Marcus Weiss, der Trainer von Mertert-Wasserbillig, vor dem heutigen Duell mit Etzella. Für Mertert-Wasserbillig steht heute Abend das Spiel der Spiele an. Der Zweitligist aus dem Osten des Landes stand noch nie im Pokalhalbfinale. Weiss muss darauf achten, dass die Spieler nicht überdrehen. "Sie sind es nicht gewohnt, solche Begegnungen zu bestreiten. Es ist wichtig, dass sie mit einem klaren Kopf agieren und nicht nervös sind. Dann sind wir in der Lage, die nötige Stabilität in unserem Spiel zu haben."

Dem deutschen Coach ist Lockerheit wichtig: "Die Spieler sollen die Aufgabe mit Spaß angehen. Im Viertelfinale gegen Rosport haben wir die perfekte Mischung aus Anspannung und Lockerheit gehabt."

 Weiss blickt gerne auf den 2:0-Erfolg im Viertelfinale gegen Rosport zurück. "Wir haben in spielerischer Hinsicht überzeugt. Lediglich einige überflüssige Ballverluste haben mich gestört." Welche Rolle kann der Heimvorteil spielen? "Wir tun uns vor heimischer Kulisse in der Regel schwer, wenn wir gegen Gegner spielen, die in erster Linie ihr Tor verteidigen wollen. Etzella wird uns von der Spielweise her liegen", zeigt sich Weiss optimistisch. 

Trainer hört am Saisonende auf

Die Spieler von Mertert-Wasserbillig sind auf dem besten Weg, Historisches zu schaffen. Weiss beschäftigt sich jedoch nicht mit einem Pokalsieg und dem damit verbundenen Einzug in den Europapokal. Er ist sich bewusst, dass sein Team klarer Außenseiter unter den Erstligisten ist. Einen Scherz verkneift er sich dann allerdings nicht: "Wir haben noch keine Abschlussfahrt nach Saisonende geplant. Vielleicht machen wir die ja nach Moldawien oder nach Aserbaidschan."

Weiss wird seinen Trainerposten am Ende der Saison aufgeben, um Sportdirektor zu werden. "Ich werde ein Fitnessstudio im Osten des Landes eröffnen und kann deshalb aus zeitlichen Gründen nicht mehr Trainer sein", betont der 32-Jährige. Sein Nachfolger wird sein bisheriger Assistent Carlo Trierweiler. Doch dies ist Zukunftsmusik. Heute Abend wird sich bei Mertert-Wasserbillig zunächst alles um den Traum vom Pokalfinale drehen.  

Ins Finale will allerdings auch Etzella. Der Ettelbrücker Coach Claude Ottelé geht von einem offenen Schlagabtausch aus: "Für Mertert-Wasserbillig ist es das Spiel des Jahres, für uns auch. Ich weiß nicht, ob es im Pokal einen klaren Favoriten gibt. Mertert-Wasserbillig hat den Heimvorteil. Wir müssen damit klarkommen. Ich finde es gut, dass der unterklassige Verein im Pokal vor heimischer Kulisse antreten darf."

FC Progrès unter Druck

 Ottelé hofft, dass sein Team an die gute Leistung vom vergangenen Samstag anknüpfen kann, als man Fola ein Unentschieden in der BGL Ligue abtrotzen konnte. "Wir müssen diszipliniert agieren und uns auf unsere Stärken besinnen." Im Gegensatz zu Mertert-Wasserbillig und Etzella wird der FC Progrès Niederkorn das Pokalhalbfinale bei F91 nicht richtig genießen können. Das Team steht stark unter Druck, nachdem es in der BGL Ligue nicht gut läuft. "Das Ziel des Vereins ist es, in den Europapokal einzuziehen. Dessen sind wir uns bewusst", betont Trainer Cyril Serredszum. "Mit zwei Erfolgen im Pokal wären wir auf europäischer Ebene vertreten." 

Am Samstag verlor der FC Progrès in der Meisterschaft mit 0:2 gegen F91. Nun soll die Revanche her. Doch wenn diese gelingen soll, muss ein Defizit behoben werden. "Wir müssen effizienter werden. In den vergangenen Spielen haben wir nicht oft getroffen", so Serredszum.

 Bei F91 läuft es dagegen nach Plan. Den Düdelingern dürfte der Meistertitel nicht mehr zu nehmen sein. Und im Pokal winkt ein weiterer Titel. Zunächst muss aber Niederkorn ausgeschaltet werden. Es kommt zum zweiten Duell innerhalb von fünf Tagen mit dem FC Progrès. F91-Coach Dino Toppmöller bewertet diese Konstellation als positiv: "Unser Sieg in der Meisterschaft könnte uns einen psychologischen Vorteil verschaffen. Wir wissen nun genau, wie der Gegner spielt. Es ist aber immer möglich, dass dieser uns mit einer taktischen Variante überraschen will." 


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