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Mehrere Wochen Pause für Drucker
Sport 2 Min. 05.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehrere Wochen Pause für Drucker

Jempy Drucker liegt am Boden, während sich Arnaud Démare um sein Wohlsein erkundigt.

Mehrere Wochen Pause für Drucker

Jempy Drucker liegt am Boden, während sich Arnaud Démare um sein Wohlsein erkundigt.
Foto: Screenshot La Deux
Sport 2 Min. 05.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehrere Wochen Pause für Drucker

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Jempy Drucker ist weiterhin in Belgien im Krankenhaus. Am Freitag stehen weitere Untersuchungen an. Fest steht, dass der Radprofi während einigen Wochen pausieren muss.

Es passierte abseits der TV-Kameras. Als am Mittwochnachmittag die fünf Ausreißer um Bob Jungels beim Klassiker Dwars door Vlaanderen um den Sieg kämpften, schossen die Verfolger mit einigen Sekunden Rückstand aus der letzten Rechtskurve heraus auf die Zielgerade. Mit dabei in dieser ersten größeren Gruppe: Jempy Drucker.

Der 32-Jährige war vorgestern einer der beiden Kapitäne des Teams Bora-hansgrohe und wollte seine Sprintqualitäten auf den letzten Metern unter Beweis stellen. Doch rund 300 m vor dem Ziel stürzte Drucker spektakulär. Der Luxemburger fuhr auf der linken Straßenseite und es wurde eng. Sunweb-Profi Cees Bol (NL) berührte Drucker mit der Schulter und schon krachte es. Der Luxemburger flog in die Absperrgitter und landete unsanft auf dem Asphalt.

Drucker: „Das wird schon wieder“

Für ihn war das Rennen vorbei. Die Sanitäter kümmerten sich um den 32-Jährigen und schnell war klar: Drucker musste ins Krankenhaus. Am Abend erfolgte die Diagnose: Gehirnerschütterung und Fraktur des sechsten Halswirbels.

Dass sich der Vater der kleinen Emma auch von diesem Rückschlag nicht unterkriegen lässt, bewies er gestern Morgen in einer kurzen Mitteilung: „Ich werde wieder auf die Beine kommen. Das wird schon wieder.“ An den spektakulären Sturz hat Drucker keine Erinnerungen: „Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Ich kann mich an nichts erinnern.“


Jempy Drucker (L/Bora) - Dwars Door Vlaanderen - Men Elite - Foto: Serge Waldbillig
Radprofi Drucker bricht sich Halswirbel
Jempy Drucker muss wochenlang pausieren. Der Radprofi war bei Dwaars door Vlaanderen am Mittwoch gestürzt.

Fest steht, dass der Sympathieträger mehrere Wochen pausieren muss. „Wann er wieder auf das Rad steigen kann, lässt sich natürlich im Moment schwer einschätzen. Wir gehen von sechs Wochen Pause aus“, erklärte seine Mannschaft auf Nachfrage hin. Die erste Partie der Saison ist somit gelaufen. Besonders bitter ist natürlich die Tatsache, dass der Helfer von Peter Sagan (SVK) die beiden größten Flandernklassiker, die Tour des Flandres und Paris-Roubaix, verpassen wird.

Das sollte aber die kleinste Sorge sein. Für Drucker hat die möglichst rasche Genesung Priorität. Zunächst wird er in Belgien im Krankenhaus bleiben. „Jempy hat eine Gehirnerschütterung erlitten, die wird entsprechend überwacht“, schreibt sein Arbeitgeber. Und weiter: „Der Bruch des Halswirbels ist soweit stabil.“ Heute wird sich der Radprofi einer Magnetresonanztomografie (MRT) unterziehen, die diesen Befund überprüfen und bestenfalls bestätigen soll. Im optimalen Fall kann er das Krankenhaus morgen verlassen.

Glück im Unglück

An eine schnelle Rückkehr nach Luxemburg ist jedoch noch nicht zu denken. „Jempy bleibt vorerst in Belgien, da unser Teamarzt mit ihm weitere Kontrollen und Untersuchungen ambulant durchführen kann“, verrät Ralph Scherzer, der Presseverantwortliche von Bora-hansgrohe.

Es mag komisch klingen, aber Drucker hatte bei seinem Sturz noch Glück. Bei ihm ist der Wirbel nicht ganz durchgebrochen. Ansonsten hätten die Folgen schlimmer sein können. Denn verschieben sich Bruchstücke oder gelangen Knochensplitter in den Wirbelkanal, besteht Gefahr für das Rückenmark. Wird dieses verletzt oder komprimiert, kann es bei den Betroffenen zu einer Querschnittslähmung kommen.

Für Drucker gilt nun – sollte die heutige Untersuchung nicht doch aufweisen, dass er unters Messer muss – in den kommenden Tagen: Schmerztherapie, Bettruhe und Stabilisierung durch ein Korsett. Im weiteren Verlauf wird schließlich Physiotherapie zum Einsatz kommen, um die Alltagsbelastbarkeit der Wirbelsäule wiederherzustellen. Erst dann ist allmählich an eine Rückkehr in den Radsportzirkus zu denken.

Für Drucker ist es seit seinem Wechsel zu Bora die zweite schwerwiegendere Verletzung. Am 24. Dezember 2018 war er während einer Trainingsfahrt in Luxemburg zu Fall gekommen und hatte sich dabei zum insgesamt dritten Mal das linke Schlüsselbein gebrochen.


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