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Luxemburger Reaktion zu Klopps Vertragsauflösung : "Es wird noch sehr emotionale Spiele geben"
Sport 2 Min. 15.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Luxemburger Reaktion zu Klopps Vertragsauflösung : "Es wird noch sehr emotionale Spiele geben"

Das Dortmunder Märchen hat ein Ende: Jürgen Klopp gibt seinen Trainerstuhl beim BVB frei.

Luxemburger Reaktion zu Klopps Vertragsauflösung : "Es wird noch sehr emotionale Spiele geben"

Das Dortmunder Märchen hat ein Ende: Jürgen Klopp gibt seinen Trainerstuhl beim BVB frei.
Foto: Reuters
Sport 2 Min. 15.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Luxemburger Reaktion zu Klopps Vertragsauflösung : "Es wird noch sehr emotionale Spiele geben"

Eine Ära geht zu Ende. Jürgen Klopp ist in der kommenden Saison nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund. Ein Schock für die Fans, die seit sieben Jahren hinter Klopp standen. Auch für Steve Klein, Vorstandsmitglied des größten luxemburgischen BVB-Fanclubs.

(DW) - Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. In den vergangenen Wochen wurde zwar viel spekuliert, und trotzdem war es überraschend. Jürgen Klopp, seit 2008 Trainer von Borussia Dortmund, hat um seine Vertragsauflösung gebeten. Eine Ära geht zu Ende.

Was bedeutet dies nun für den Verein und vor allem aber für die Fans? "Der Großteil der BVB-Anhänger ist natürlich traurig und auch geschockt. Jürgen Klopp war sehr beliebt bei den Fans. Es werden vor allem auf den Zuschauerrängen noch sehr emotionale Momente bei den restlichen Spielen", erklärt Steve Klein, Vorstandsmitglied des größten luxemburgischen Fanclubs "BVB.lu", gegenüber dem LW.

Ob die Vertragsauflösung die richtige Entscheidung war? Klein kann und will dies nicht beurteilen: "Es ist schwer zu sagen, da man als Außenstehender nicht unbedingt mitbekommt, wie es innerhalb der Mannschaft und des Vereins aussieht. Nach sieben Jahren weiß Klopp wohl am besten, ob er noch die Fähigkeit hat, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Ich ziehe meinen Hut vor dieser schwierigen Entscheidung."

Bis 2018 sollte Klopp Trainer in Dortmund bleiben, im Juni wird die Zusammenarbeit also beendet. Es war ein kleines Fußballmärchen, Klopp hat in den vergangenen Jahren aus einer durchschnittlichen Bundesliga-Mannschaft ein europäisches Topteam geformt. Die Meisterschaft 2011, das Doublé 2012 sowie das Champions-League-Finale 2013: Alles Ereignisse, die den Fans ewig in Erinnerung bleiben werden. Doch vor allem das Wunder von Dortmund wird man nie vergessen. "Das Champions-League-Viertelfinale gegen Malaga 2013 war einer der schönsten Momente, die ich als BVB-Fan in Verbindung mit Jürgen Klopp erlebt habe", so Klein. Damals lag Dortmund im eigenen Stadion in der 91.' mit 1:2 zurück. Innerhalb von vier Minuten gelangen den Borussen zwei Treffer und so der Einzug ins Halbfinale.

Klein: "Weinzierl wäre der richtige Nachfolger"

Wer denn Nachfolger wird, darüber wollte man auf der BVB-Pressekonferenz am Mittwoch nicht reden. Medienberichten zufolge soll Thomas Tuchel die Nachfolge Klopps antreten. Für Klein wäre allerdings ein ganz anderer der perfekte Kandidat: "In meinen Augen wäre Markus Weinzierl der richtige Mann, allerdings hat er ja gerade erst in Augsburg verlängert. Er hat dort aus einer Mannschaft ohne Starspieler ein gutes Team geformt, das nun um die Europa-League-Plätze spielt. Dies hat Parallelen zu Klopps Arbeit in Dortmund. Ich denke aber, dass es auf Tuchel hinausläuft, der auch ein durchaus kompetenter Trainer ist."

An Spieltagen sind in Dortmund auch viele luxemburgische Anhänger, wie hier die Mitglieder des Fanclubs "BVB.lu", anzutreffen.
An Spieltagen sind in Dortmund auch viele luxemburgische Anhänger, wie hier die Mitglieder des Fanclubs "BVB.lu", anzutreffen.
Foto: LW-Archiv

Eine besonders brisante Aussage Klopps auf der Pressekonferenz: "Wäre ich geblieben, hätte sich viel ändern müssen. So bietet sich die Möglichkeit, dass einiges so bleibt, wie es ist." Dies lässt auf Unstimmigkeiten innerhalb des Vereins deuten, zumal Klopp hinzufügte, dass "ein großer Kopf rollen muss. Das ist jetzt eben meiner."

Klein, der seit 2004 BVB-Mitglied ist, hätte lieber einige Köpfe in der Mannschaft rollen sehen. "Manche Spieler agieren nicht mehr auf dem Niveau, auf dem sie einmal waren. Ich denke aber, dass nun mit der Veränderung auf dem Trainerposten auch frischer Wind ins Team kommt. Spieler wie Immobile und Ginter, die zuletzt fast gar nicht mehr eingewechselt wurden, können sich neu beweisen", so Klein.

Ob mit oder ohne Klopp - auch in der kommenden Saison werden die Fans ihre Mannschaft so gut es geht nach vorne peitschen. Auch der Fanclub "BVB.lu" wird mit seinen Mitgliedern weiter zu den Spielen fahren - und auf den Rückweg erstmals seit sieben Jahren wieder einen anderen Trainer feiern oder kritisieren.


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