Luxemburger Handbiker

Notoperation nach Horrorunfall

Handbiker Joël Wagener musste notoperiert werden.
Handbiker Joël Wagener musste notoperiert werden.
Foto: Pierre Matgé

(jan) - Zwei Tage nach dem schweren Unfall der Luxemburger Handbiker Joël Wagener und Luciano Fratini gibt es vorsichtige Entwarnung. Während Fratini mit leichten Schürfwunden an Arm und Schulter bereits am Montag wieder trainieren kann, liegt sein Teamkollege Wagener weiterhin im Krankenhaus.

Den 44-Jährigen hatte es bei dem Unfall im Rahmen eines Rennens in Würzburg (D) besonders schlimm erwischt. "Zuerst hieß es, er habe einen offenen Bruch", berichtete Fratini am Montag. "Doch es war eine tiefe Schnittwunde, die vom Fuß bis zum Knie reichte und dort y-förmig weiterführte. Joël musste notoperiert und genäht werden." Fratini blieb bei seinem Trainingspartner - und brachte ihn bereits in ein Krankenhaus in Luxemburg. "Wenigstens spürt er keine Schmerzen im Bein", bemerkte der 53-Jährige, der wie Wagener querschnittsgelähmt ist.

Luciano Fratini hatte Glück im Unglück.
Luciano Fratini hatte Glück im Unglück.
Foto: Christian Kemp

Trotz der heftigen Verletzung will Fratini seinen Gefährten nicht der Bettruhe überlassen: "Bei uns ist es sehr wichtig, dass wir die Durchblutung der Beine in Gang halten. Deshalb kann Joël bald mit Hilfe einer Halterung auf einem Ergometer moderat trainieren." Somit könnte dieser die Bilder vom Sonntag zumindest zeitweise aus dem Kopf bekommen.

"So etwas habe ich noch nie erlebt", berichtet Fratini. Die beiden Luxemburger hatten zu Beginn des Rennens in Führung gelegen, mussten sich aber zurückfallen lassen, als Wagener mit leichten technischen Probleme zu kämpfen hatte. Als sie dann in Höchstgeschwindigkeit wieder den Anschluss an die Führungsgruppe suchten, kreuzte der Fahrradfahrer.

"Seine Freundin hat die Absperrung hochgehalten und er ist einfach von links auf die Straße gefahren. Joël fuhr vor mir und prallte frontal in das Rad. Dabei verletzten ihn dessen Pedale am Bein. Joëls Handbike brach in zwei Teile", erzählt Fratini. Danach habe er die Rettungskräfte aufgefordert, die Daten des Unfallverursachers schnellstmöglich aufzunehmen - doch diese sahen keine Dringlichkeit. Wenig später war der Radfahrer mit seiner Freundin verschwunden.

"Das hat mich total geärgert", gab Fratini zu. "Vor allem, weil wir jetzt wohl auf rund 20 000 Euro Schaden sitzen bleiben. Ich frage mich wirklich, wie man so viel Pech haben kann."