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Luxemburger begrüßen Olympia-Verschiebung
Sport 3 Min. 25.03.2020

Luxemburger begrüßen Olympia-Verschiebung

Die Olympischen Spiele können nicht in diesem Jahr stattfinden.

Luxemburger begrüßen Olympia-Verschiebung

Die Olympischen Spiele können nicht in diesem Jahr stattfinden.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 25.03.2020

Luxemburger begrüßen Olympia-Verschiebung

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Erleichterung im Luxemburger Lager. Nachdem die Olympischen Spiele am Dienstag auf das kommende Jahr verlegt wurden, sind die Athleten und der COSL zufrieden.

Die weltweite Lage spitzte sich zu. Einige Nationen verkündeten, wegen der Corona-Pandemie auf eine Entsendung von Sportlern zu den Olympischen Spielen in Tokio zu verzichten. Irgendwann war der Druck zu groß. Das musste letztendlich gar das Internationale Olympische Komitee anerkennen: die für diesen Sommer geplanten Spiele (24. Juli bis 9. August) wurden am Dienstag auf das kommende Jahr verlegt. Letztendlich siegte die Vernunft. Die Verschiebung muss allerdings ebenfalls als Erfolg der mündigen Athleten gewertet werden. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

"Das IOC trägt Verantwortung für 10 000 Athleten und deren Lebensträume. Diese Verantwortung haben die Verantwortlichen übernommen. Dennoch war die Kommunikation in den vergangenen Wochen nicht deutlich und ehrlich genug. Das IOC kommt schlecht weg", sagt Heinz Thews, Sportdirektor des Nationalen Olympischen Komitees.

Hoffmann: "Viel früher Klarheit gewünscht"

COSL-Präsident André Hoffmann stimmt zu: "Ich verstehe, dass man sich schwergetan hat mit der Entscheidung. Dennoch hätte ich mir viel früher Klarheit gewünscht. Ich bin froh, dass für die Athleten jetzt Klarheit herrscht und dass sie in Ruhe nach vorne schauen können."

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees hat sich seine Gedanken gemacht: "Die Verlegung war keine einfache Entscheidung für die Japaner. Die Spiele sind von nationalem Interesse. Sie wollten sich nach der Katastrophe von Fukushima in einem anderen Licht präsentieren. Auf uns kommen viele praktische Fragen zu: Wer trägt beispielsweise die Hotelkosten? Kommt der Faktor höhere Gewalt auch bei den Flugtickets zum Tragen?"

Da ich jedoch Vater von Zwillingen werde, hat das Ganze vielleicht auch etwas Positives.

Raphaël Stacchiotti

Die überwiegende Mehrheit der Sportler begrüßte, die späte, aber unter dem Strich doch noch rechtzeitige Kurskorrektur. So auch im Lager der Luxemburger. Raphaël Stacchiotti wollte eigentlich im Sommer in Tokio über seine Paradestrecke 200 m Lagen ins Olympiabecken springen. Nun muss der Schwimmer umplanen.

"Ich hatte gehofft, dass die Olympischen Spiele in diesem Jahr stattfinden könnten, schließlich sollte es das letzte Großevent meiner Laufbahn sein", sagt er und fügt hinzu: "Da ich jedoch Vater von Zwillingen werde, hat das Ganze vielleicht auch etwas Positives. Schließlich können die Kinder nächstes Jahr eventuell mit nach Tokio."

Raphaël Stacchiotti hat sich bereits für Olympia qualifiziert.
Raphaël Stacchiotti hat sich bereits für Olympia qualifiziert.
Foto: Gerry Huberty

Der 28-Jährige ergänzt: "Aufgrund der aktuellen Situation ist die Verlegung unumgänglich. Ich bin froh, dass wir uns im nächsten Jahr alle ganz normal auf Olympia vorbereiten können." Bislang sind für Luxemburg neben Stacchiotti auch Bob Bertemes, Nicolas Wagner, Ni Xia Lian, Christine Majerus und zwei namentlich noch nicht bekannte männliche Radfahrer qualifiziert.

Aus Luxemburger Sicht ist ebenfalls interessant, dass die Spiele der kleinen europäischen Staaten 2021 (31. Mai bis 5. Juni) in Andorra über die Bühne gehen sollen.

Eigentlich wäre 2022 rein sportlich ein besseres Datum gewesen.

Heinz Thews

Thews ist sich sicher: "Das IOC wird das Olympiadatum festlegen und alle anderen müssen sich danach richten. Eigentlich wäre 2022 rein sportlich ein besseres Datum gewesen." Er rechnet vor: "Was passiert mit den bereits qualifizierten Sportlern? Und was ist mit den 50 Prozent, die noch nicht qualifiziert sind? Gibt es neue Qualifikationsevents? Solche Wettkämpfe können nicht vor Herbst dieses Jahres beginnen."


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Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und IOC-Präsident Thomas Bach sind sich über eine Verlegung der Olympischen Sommerspiele einig.

Auch Hoffmann weiß nicht, wie es weitergeht: "Wenn Tokio zwischen April und Juli stattfindet, muss man ernsthaft überlegen, ob die JPEE 2021 stattfinden sollen. Die Frage ist, ob man den Zweijahresrhythmus beibehält? Oder die Spiele ein Mal ausfallen lässt? Ende Mai findet die Generalversammlung der JPEE statt. Dann müssen wir darüber sprechen." Das Tokio-Beispiel zeigt: Eine rasche Entscheidung ist besser als zu langes Zögern.

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