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Lieber nicht zu sicher fühlen
Sport 2 Min. 14.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Lieber nicht zu sicher fühlen

Dass Manchester Citys Trainer Pep Guardiola (r.) mit Stars wie Sergio Agüero arbeiten kann, verdankt er vor allem der schier unerschöpflichen Finanzkraft seines Geldgebers aus Abu Dhabi.

Lieber nicht zu sicher fühlen

Dass Manchester Citys Trainer Pep Guardiola (r.) mit Stars wie Sergio Agüero arbeiten kann, verdankt er vor allem der schier unerschöpflichen Finanzkraft seines Geldgebers aus Abu Dhabi.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 14.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Lieber nicht zu sicher fühlen

Die UEFA droht Fußballclubs bei Verstößen gegen das Financial Fair Play mit nachträglichen Verfahren. Ob die Warnung ernst gemeint ist, muss sich noch zeigen.

(SID) - Die Drohung der UEFA war unmissverständlich, der Adressat sofort entziffert - auch ohne explizite Kennzeichnung. Wenn neue Erkenntnisse darauf hindeuten, dass bei bereits abgeschlossenen Fällen gegen das Financial Fair Play (FFP) verstoßen wurde, "dann können diese wieder geöffnet werden", teilte die Europäische Fußball-Union mit. Fraglich bleibt, ob die Warnung die in Verruf geratenen "Scheichclubs" Manchester City und Paris SG wirklich beeindruckt.


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Die verlorene Unschuld
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Zumindest der Wunsch, dass die Drohgebärde ernst genommen wird, ist der UEFA allerdings anzumerken. Deshalb gilt sie auch für die FFP-Checks in den derzeit laufenden Prüfungszyklen. "Wenn neue Informationen bekannt werden, die für diese Bewertung von Bedeutung sein könnten", heißt es in der Pressemitteilung vom Montag, "wird die UEFA diese nutzen, um die Zahlen infrage zu stellen und den betreffenden Verein um Erklärung, Klarstellung oder Widerlegung bitten".

Klare Botschaft

Die UEFA wies in ihrem Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass die Warnung "universell für alle Vereine" gelte, "die eine UEFA-Lizenz beantragen und an europäischen Vereinswettbewerben teilnehmen". Sie erschien aber in einer Zeit, in der vor allem die beiden "Scheichclubs" aus England und Frankreich mal wieder am Pranger stehen. Die Botschaft ist demnach klar.

Die Enthüllungsplattform Football Leaks hatte Anfang November darüber berichtet, dass Scheich Mansour, der steinreiche Eigentümer der Citizens, über Jahre verschleierte Zahlungen an seinen Club geleistet und damit gegen die Richtlinien des FFP verstoßen habe. PSG soll bei diversen Prüfungen unrealistisch hohe Sponsorenverträge vorgelegt haben, um damit seine exorbitanten Transferausgaben, wie für Starspieler Neymar (2017 für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona nach Paris), zu legitimieren.

Scheich Mansour soll über Jahre verschleierte Zahlungen an Manchester City geleistet haben.
Scheich Mansour soll über Jahre verschleierte Zahlungen an Manchester City geleistet haben.
Foto: AFP

Eine erste Untersuchung der Pariser Bücher im Zusammenhang mit der Finanzierung war von der UEFA im vergangenen Sommer zunächst ergebnislos eingestellt worden. Kurze Zeit später jedoch leitete der Europaverband eine abermalige Prüfung der Geldflüsse zwischen Frankreichs Meister und den Clubbesitzern aus Katar ein.

Die 2011 installierten Regularien sollen Vereine dazu zwingen, finanziell solide zu handeln und weniger Defizite zu erwirtschaften. Die Unterstützung von Sponsoren sollen zudem marktüblich sein, insgesamt darf nicht unbegrenzt mehr Geld ausgegeben als eingenommen werden. Nach Ansicht der UEFA hat das FFP seit der Einführung auch schon einiges bewirkt.

Paris SG bezahlte für seinen Brasilianer Neymar 222 Millionen Euro.
Paris SG bezahlte für seinen Brasilianer Neymar 222 Millionen Euro.
Foto: AFP

So ist der Dachverband mit Sitz in Nyon stolz darauf, dass sich das fette Minus der europäischen Vereine von insgesamt 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 mittlerweile in ein Plus von 600 Millionen Euro verwandelt hat. "Das ist eine bemerkenswerte Verbesserung. Dank finanziellem Fair Play ist der europäische Fußball gesünder denn je", hatte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zuletzt gesagt: "Dies zeigt eindeutig, dass das finanzielle Fair Play funktioniert."

Regelungen umgehen

Ob es allerdings auch tatsächlich für mehr Fairness im europäischen Spitzenfußball sorgt, ist nicht zuletzt wegen der Football-Leaks-Enthüllungen äußerst fraglich. Zu offensichtlich konnten Clubs wie PSG und City die Regelungen bislang umgehen. Vor allem der frühere UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, mittlerweile Präsident beim Weltverband FIFA, geriet dadurch in Bedrängnis.

Der Schweizer soll 2014, noch als UEFA-"General", an den zuständigen Gremien seines Verbandes vorbei milde Strafen für die FFP-Verstöße von Manchester und Paris durchgesetzt haben. Er bestreitet allerdings ein Fehlverhalten. Sollte die UEFA tatsächlich alte Fälle neu aufrollen, könnte aber auch Infantino in Erklärungsnot geraten.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (2.v.r.) sieht sich mit eigenen Vorwürfen konfrontiert.
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Foto: AFP



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