Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kronzeugin im russischen Doping-Skandal: Tausende unterstützen Stepanova
Sport 2 Min. 27.07.2016

Kronzeugin im russischen Doping-Skandal: Tausende unterstützen Stepanova

Die russische Kronzeugin Yuliya Stepanova steht vor dem Nichts

Kronzeugin im russischen Doping-Skandal: Tausende unterstützen Stepanova

Die russische Kronzeugin Yuliya Stepanova steht vor dem Nichts
Foto: AFP
Sport 2 Min. 27.07.2016

Kronzeugin im russischen Doping-Skandal: Tausende unterstützen Stepanova

Für ihre Enthüllungen als Doping-Kronzeugin hat Yuliya Stepanova viel Anerkennung bekommen. In Rio darf sie dennoch nicht starten. Nun steht sie vor einem Neuanfang und bekommt prominente Unterstützung.

(dpa) - Kein Olympia-Start, kein Geld, kein normales Leben - aber trotzdem nicht mutlos. Nach dem zerstörten Traum vom Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro steht Doping-Kronzeugin Yuliya Stepanova nahezu vor dem Nichts. Seit acht Monaten lebt die 30 Jahre alte Leichtathletin mit ihrem Mann Vitali und ihrem Sohn in einer geheimgehaltenen Kleinstadt in den USA und ist auf Spenden für den Lebensunterhalt angewiesen. „Natürlich ist es mit einem zweijährigen Sohn nicht leicht. Aber wir kommen zurecht“, sagte die 800-m-Läuferin mit einem gequälten Lächeln.

Die Enttäuschung über die Verweigerung eines Olympia-Starts durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) sitzt tief. „Ich habe schon immer davon geträumt, Olympiasiegerin zu werden“, sagte Stepanowa. „Natürlich würde ich mir wünschen, dass sich das IOC auch für mich einsetzt und mich unterstützt. Aber es passiert das Gegenteil: Ich werde bestraft“, fügte sie hinzu.

Aus aller Welt erfahren sie und ihr Mann, der einst bei der Russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) gearbeitet hat, zumindest moralische Unterstützung. „Sie ist nach meiner Meinung die einzige Person, die es verdient, wieder integriert zu werden in den Sport“, sagte Diskus-Olympiasieger Robert Harting in einer Videobotschaft über die Läuferin und rief zu Spenden auf. Auch die kanadische Skilanglauf-Olympiasiegerin Becky Scott warb für finanzielle Hilfe. „Sie haben den vielleicht größten Beitrag für einen sauberen Sport geleistet“, meinte das Mitglied der IOC-Athletenkommission.

Eine in Darmstadt gestartete Petition für einen Olympiastart von Stepanova haben innerhalb eines Tages mehr als 35 000 Menschen unterschrieben. IOC-Präsident Thomas Bach verteidigte den Ausschluss damit, dass sie Teil des russischen Dopingsystems war. Die Läuferin war von 2013 bis 2015 wegen Dopings gesperrt. Eine Einladung Bachs, als Gast nach Rio zu kommen, hat Julia Stepanowa abgelehnt. „Hätte Julia nicht die Wahrheit gesagt, wäre sie als Athletin dabei gewesen. Aber so ist alles angekommen“, sagte ihr Mann.

Ein Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) wird Stepanova wohl aus Geldmangel nicht anstreben. Harting, Scott, die ehemalige Sprinterin und Bobfahrerin Lauryn Williams (USA) sowie Skeletonpilot Ben Sanford (Neuseeland) haben das Spendenprojekt „Eine strahlende Zukunft für die Stepanovs“ gestartet. Am Mittwochmittag waren 33 518 Schweizer Franken (ca. 31 000 Euro) von angestrebten 80 000 Schweizer Franken eingegangen.

Das Geld soll dem Lebensunterhalt dienen. Denn in den USA hat das Ehepaar noch keine Arbeitserlaubnis. Sie lernt Englisch und trainiert, um weiter international starten zu können. „Wir fühlen uns hier sicher, weil uns niemand kennt. Wir hoffen, dass wir eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen und bleiben können“, sagte Vitali Stepanov.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Leitartikel: Vorgetäuschte Härte
Rund um die Winterspiele 2014 existierte in Russland ein Dopingbetrugssystem. Das ist bewiesen. Trotz des Staatsdopings gehen in Pyeongchang russische Sportler an den Start. Die Frage ist wie viele? Eine absurde Situation. Schuld ist das IOC.
Nach Doping-Report: WADA fordert Ausschluss Russlands
Das russische Sportministerium habe die Manipulation mit Hilfe des Geheimdienstes FSB "gelenkt, kontrolliert und überwacht", heißt es in dem McLaren Report, der nun veröffentlicht wurde. Nun fordert die WADA einen Ausschluss Russlands
Der McLaren-Report hat systematisches Doping in Russland bestätigt.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.