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Kniefall gegen Rassismus: Starke Zeichen aus dem Fußball
Sport 3 Min. 07.06.2020

Kniefall gegen Rassismus: Starke Zeichen aus dem Fußball

Im Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Union Berlin kniet Mönchengladbachs Marcus Thuramnach nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.

Kniefall gegen Rassismus: Starke Zeichen aus dem Fußball

Im Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Union Berlin kniet Mönchengladbachs Marcus Thuramnach nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.
Foto: dpa
Sport 3 Min. 07.06.2020

Kniefall gegen Rassismus: Starke Zeichen aus dem Fußball

Ein Kniefall als Zeichen. Viele Fußballer schließen sich den Protesten nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA an. Auch die Basketballer senden klare Signale. Lob kommt von einer Ikone des Kampfes gegen Rassismus im Sport.

(dpa) Mit einem gemeinsamen Kniefall haben Stars der Fußball-Bundesliga ein starkes Zeichen im Kampf gegen Rassismus gesetzt. Schweigend sanken die Profis vor den Partien in Dortmund am Samstag sowie Bremen und Berlin am Sonntag rund um den Mittelkreis nieder und zeigten sich so solidarisch mit den Demonstranten in den USA und den Protesten weltweit nach dem brutalen Tod von George Floyd. Auch Ersatzspieler und Trainer schlossen sich den beeindruckenden Signalen aus der Bundesliga am Wochenende an.

Am 30.Spieltag im Weserstadion. Spieler beider Mannschaften knien gemeinsam auf dem Rasen am Mittelkreis, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und sich so solidarisch mit den Demonstranten in den USA und den Protesten weltweit nach dem brutalen Tod von George Floyd zu zeigen.
Am 30.Spieltag im Weserstadion. Spieler beider Mannschaften knien gemeinsam auf dem Rasen am Mittelkreis, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und sich so solidarisch mit den Demonstranten in den USA und den Protesten weltweit nach dem brutalen Tod von George Floyd zu zeigen.
Foto: dpa

Mehrere Teams wärmten sich zudem in T-Shirts mit unterschiedlichen Botschaften gegen Rassismus auf. Der Mainzer Pierre Kunde Malong ging nach seinem Tor gegen Eintracht Frankfurt ebenfalls in die Knie. „Als Schwarze haben wir genug Ungerechtigkeiten erlitten und wir müssen zusammenarbeiten, um dagegen anzukämpfen“, schrieb der 24-jährige Kameruner auf Instagram.

Auch Basketballer setzen Zeichen gegen Rassismus

Der FC Bayern München setzte sowohl mit seinen Fußballern als auch mit den Basketballern ein Zeichen. Beim Fußball-Spiel des deutschen Rekordmeisters in Leverkusen und beim Auftaktspiel der Basketballer beim Bundesliga-Finalturnier trugen Spieler T-Shirts der Vereins-Aktion „Rot gegen Rassismus“. Die Basketball-Bundesliga hatte das Meisterturnier in München vorab unter das Motto „Vereint gegen Rassismus“ gestellt.

Auch die Bayern-Fußballerinnen sollten sich am Sonntag vor dem Auswärtsspiel in Potsdam der Aktion ihres Clubs anschließen. Mit einem speziellen Trauerflor unterstützte der FC Bayern zudem die „Black Lives Matter“-Bewegung („Schwarze Leben zählen“). Die Aktion sei aus der Mannschaft gekommen, sagte Trainer Hansi Flick: „Das ist in der heutigen Zeit enorm wichtig, dass man immer wieder darauf aufmerksam macht, was schief läuft“, meinte der 55-Jährige.

Der frühere Leverkusener Benjamin Henrichs nahm sogar in Düsseldorf an einer Anti-Rassismus-Demonstration teil. Der 23-Jährige, der seit 2018 bei AS Monaco unter Vertrag steht, hielt dabei ein Schild mit der Aufschrift „Stop Racism“ hoch.

Am Sonntagabend sagte Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic in der TV-Sendung „Sky90“: „Man sieht einfach, dass die Jungs sich mit dem Thema beschäftigen.Eine Fußballkabine sei „im Endeffekt so besetzt, wie die Welt sein sollte. So unterschiedlich von der Kultur, Hautfarbe, Sprache her. Und alles funktioniert. Weil sie ein gemeinsames Ziel und gegenseitigen Respekt haben.

In der 3. Liga gingen die Profis des SV Waldhof Mannheim und von Viktoria Köln sowie die Unparteiischen um Referee Patrick Alt rund um den Anstoßkreis gemeinsam in die Knie. Nach einer Ansprache des Stadionsprechers gegen „jede Form von Diskriminierung“ verharrten sie auf dem Rasen kurz in Stille und applaudierten anschließend.

Legendäres Foto:  Colin Kaepernick (M), Eli Harold (L) und  Eric Reid (R) von den San Francisco 49ers knien bei Abspielen der US-Nationalhymne vor dem NFL-Spiel gegen die Dallas Cowboys im Levi's Stadium. Wie schon am 14. August 2016 protestierte Kaepernick damit gegen Polizeigewalt und Unterdrückung.
Legendäres Foto: Colin Kaepernick (M), Eli Harold (L) und Eric Reid (R) von den San Francisco 49ers knien bei Abspielen der US-Nationalhymne vor dem NFL-Spiel gegen die Dallas Cowboys im Levi's Stadium. Wie schon am 14. August 2016 protestierte Kaepernick damit gegen Polizeigewalt und Unterdrückung.
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Legendärer Kniefall von Kaepernick

Im American Football hatte Colin Kaepernick 2016 mit der Geste des Hinkniens eine Protestwelle gegen Unterdrückung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt in den USA gestartet. Der heute 32 Jahre alte ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers war während der Nationalhymne auf ein Knie gegangen.


Lokales, demo virun US ambassade, George Floyd, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Luxemburg-Stadt: Demonstranten vor der amerikanischen Botschaft
Der friedliche Protest vor der amerikanischen Botschaft in Luxemburg-Stadt begann um 14 Uhr. Viele sind dem Aufruf von "Lëtz Rise Up" gegen Rassismus gefolgt.

Schon in der vergangenen Woche hatten der Schalker Weston McKennie eine Armbinde mit „Justice for George“ getragen. Die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi hatten T-Shirts unter ihren Trikots mit der Aufschrift „Justice for George Floyd“ (Gerechtigkeit für George Floyd) gezeigt. Gladbachs Marcus Thuram hatte ebenfalls gekniet. Kölns Anthony Modeste schloss sich den Protesten mit einer Geste an. Alle fünf erhielten viel Sympathie und Zuspruch.

Bundesliga: Verzicht auf Klage

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hatte am Mittwoch bekanntgegeben, auf Verfahren zu verzichten, obwohl laut Statut politische Äußerungen auf dem Spielfeld untersagt sind. Im konkreten Fall handele es sich aber „um gezielte Anti-Rassismus-Aktionen der Spieler, die sich damit für Werte stark machen, für die der DFB ebenfalls steht und immer eintritt“, hatte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusses, die Entscheidung begründet und angekündigt: „Daher werden keine Verfahren eingeleitet, auch bei vergleichbaren Anti-Rassismus-Aktionen in den nächsten Wochen nicht.“


Schwarzsein in Luxemburg: Fünf Personen, fünf Geschichten
Firmino, Lolo, Natalie, Rubio und Sandrine sind fünf Personen mit afrikanischer Herkunft, die in Luxemburg ihre neue Heimat gefunden haben. Sie erzählen, inwiefern ihre Hautfarbe ihr Leben beeinträchtigt.

Leichtathletik-Olympiasieger Tommie Smith, dessen Black-Power-Geste bei der Siegerehrung bei den Olympischen Spielen in Mexico City 1968 zum Symbol des Protests im Sport gegen Rassismus wurde, begrüßte die Solidaritätsbekundungen aus der Fußball-Bundesliga. „Es freut mich sehr, das zu hören“, sagte der 76-Jährige der „Bild am Sonntag“. „Sie haben offenbar verstanden, dass George Floyd auch sie repräsentiert. Er repräsentiert ein System, das Hilfe benötigt.“

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