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Kimi Räikkönen: Zwei Mal um die Erde
Sport 2 Min. 28.09.2020

Kimi Räikkönen: Zwei Mal um die Erde

Mit dem Alfa Romeo kann Kimi Räikkönen nicht mehr vorne mitfahren.

Kimi Räikkönen: Zwei Mal um die Erde

Mit dem Alfa Romeo kann Kimi Räikkönen nicht mehr vorne mitfahren.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 28.09.2020

Kimi Räikkönen: Zwei Mal um die Erde

Die meisten Rennrunden, die meisten Rennkilometer und die meisten Starts - Kimi Räikkönen sammelt auf der Zielgeraden seiner Formel-1-Karriere noch Rekorde.

(dpa) - So richtig ernst nimmt Kimi Räikkönen die Formel 1 noch immer nicht. Der 40-Jährige hat zwar am Sonntag in Sochi den Rekord für die meisten Grand-Prix-Starts eingestellt, für den Zirkus rund um die glatt polierte Rennserie aber hat der Finne bis heute wenig übrig. Gerade erst amüsierte er seine Fans bei Instagram mit etwas Spott über ein gewagtes Outfit von Weltmeister Lewis Hamilton und stellte ein Partyfoto dazu, das ihn selbst mit gläsernem Blick und Zigarette zeigt. „Keine Angst, es ist noch nicht alles verloren“, schrieb Räikkönen dazu.

Wenn ich aufhöre, werde ich schon eine Menge andere Sachen finden, um mich zu beschäftigen.

Unangepasst auf seinem ganz eigenen Weg ist der Iceman aus Espoo auch im hohen Rennfahreralter noch unterwegs. Als Räikkönen vor 19 Jahren und sechs Monaten in Australien sein Formel-1-Debüt gab, lernte McLaren-Pilot Lando Norris als Einjähriger gerade Laufen. Am Sonntag in Sochi erlebte Räikkönen im Alfa Romeo seinen 322. Start in einem Grand Prix. So viele hatte zuvor nur der Brasilianer Rubens Barrichello geschafft.

Bisher letzter Ferrari-Weltmeister

Wirklich wichtig indes nimmt Räikkönen diese Statistik nicht. „Das bringt mir nichts, jeder Rekord ist dazu da, eines Tages gebrochen zu werden“, sagte er vergangene Woche. Es sei für ihn „ein Rennen wie jedes andere“.

Gewohnt lässig: Kimi Räikkönen vor dem Rennen in Sochi.
Gewohnt lässig: Kimi Räikkönen vor dem Rennen in Sochi.
Foto: AFP

Dabei hatte Räikkönen schon einmal genug von der Formel 1. Nach seinem Einstieg bei Sauber und fünf Jahren bei McLaren wurde er 2007 als Ferrari-Nachfolger von Michael Schumacher der bislang letzte Weltmeister der Scuderia. Danach aber ließ die Lust des Finnen nach, Ende 2009 verließ er Ferrari und fuhr stattdessen in der Rallye-WM. „Es ist ganz einfach: Ich liebe den Rennsport“, sagte er jüngst. In welchem Auto, das ist für Räikkönen nicht ganz so wichtig.


Mercedes' Finnish driver Valtteri Bottas steers his car during the Formula One Russian Grand Prix at the Sochi Autodrom Circuit in Sochi on September 27, 2020. (Photo by MAXIM SHEMETOV / POOL / AFP)
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2012 kehrte er doch wieder zurück, erst im Lotus, dann als zweiter Mann neben Kumpel Sebastian Vettel erneut bei Ferrari. Bei Alfa-Romeo, dem früheren Sauber-Team, schließt sich nun der Kreis. Auch wenn es für den 21-maligen Grand-Prix-Sieger nicht mehr für vordere Plätze reicht, sammelt Räikkönen Rekorde. Der Pilot mit den meisten Rennrunden und den meisten Rennkilometern in der Formel 1 ist er schon, rechnerisch hat er bei seinen Grand-Prix-Teilnahmen zwei Mal die Erde umrundet.

Am Saisonende läuft Räikkönens Vertrag aus, in drei Wochen wird er 41. Zeit für den endgültigen Abschied? Das ist zumindest für Teamchef Frédéric Vasseur keineswegs ausgemacht. „Erst einmal muss uns Kimi wissen lassen, was er tun will, und wir müssen entscheiden, was wir mit ihm vorhaben. Dann werden wir weitersehen“, sagte der Franzose.

Kimi Räikkönen mit seiner Frau Minttu.
Kimi Räikkönen mit seiner Frau Minttu.
Foto: dpa

Keine Eskapaden mehr

Räikkönen gibt sich unentschlossen. „Es wird einen Punkt geben, an dem ich zu Hause sein und andere Dinge tun möchte“, sagte der Fanliebling. In der Corona-Zwangspause genoss er die unverhoffte Freizeit mit Gattin Minttu und den zwei Kindern. Die Familien-Idylle zeigt der Rennfahrer inzwischen öfter in den sozialen Netzwerken. Die Eskapaden mit viel Alkohol und wilden Nächten zwischen den Rennen, über die er offen in seiner Biografie berichtet, liegen hinter ihm.

Auch wenn es nicht ausgeschlossen ist, dass Räikkönen noch ein Jahr dranhängt, vermissen wird der Finne die Formel 1 eher nicht. „Wenn ich aufhöre, werde ich schon eine Menge andere Sachen finden, um mich zu beschäftigen“, versicherte Räikkönen.   

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