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Kamil Rychlicki: Zwischen Polen und Luxemburg
Sport 2 Min. 04.05.2020

Kamil Rychlicki: Zwischen Polen und Luxemburg

Kamil Rychlicki weiß, dass die Luxemburger Nationalmannschaft einen wichtigen Teil zu seiner Entwicklung beigetragen hat.

Kamil Rychlicki: Zwischen Polen und Luxemburg

Kamil Rychlicki weiß, dass die Luxemburger Nationalmannschaft einen wichtigen Teil zu seiner Entwicklung beigetragen hat.
Foto: Ben Majerus
Sport 2 Min. 04.05.2020

Kamil Rychlicki: Zwischen Polen und Luxemburg

Daniel WAMPACH
Daniel WAMPACH
Kamil Rychlicki ist einer von Europas besten Volleyballern. Theoretisch könnte er die nötigen Schritte unternehmen, um für Polen zu spielen. Doch praktisch ist die Entscheidung nicht so leicht.

Für Kamil Rychlicki hätte die Corona-Krise zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Seit diesem Jahr spielt er in Italien für Lube Civitanova, dem aktuell wohl besten Team der Welt. Neben den Titeln Clubweltmeister und italienischer Pokalsieger waren Rychlicki und Co. auf einem guten Weg, die Meisterschaft zu holen und den Titel in der Champions League zu verteidigen. Doch dieses Vorhaben muss um ein Jahr verschoben werden.

Der 23-Jährige, dessen Familie aus Polen stammt, hat als einer der besten europäischen Volleyballer auch in seinem Herkunftsland auf sich aufmerksam gemacht. So hat Rychlicki dem bekannten polnischen Webportal "Wirtualna Polska" ein Interview gegeben, in dem er über sein Dilemma mit der luxemburgischen und polnischen Nationalmannschaft spricht. 

Der Volleyballer liebäugelte immer wieder mit einer möglichen Karriere in der polnischen Auswahl, die zu den besten der Welt gehört. Doch dafür müsste er erst seine luxemburgische Lizenz umschreiben lassen. Hinzu kommt, dass ein Nationalteam nur einen Spieler einsetzen darf, der seine Lizenz vorher in einem anderen Land gemeldet hatte. Mit dem kubanischen Star Wilfredo Leon ist dies in Polen bereits der Fall.

Kamil Rychlicki ist zu einem der besten Volleyballer Europas geworden.
Kamil Rychlicki ist zu einem der besten Volleyballer Europas geworden.
Foto: Lube Volley

"Als junger Spieler hätte ich nie gedacht, dass ich mal das Niveau haben würde, für die polnische Nationalmannschaft oder für Lube Civitanova zu spielen", sagt Rychlicki. "Hätte mir das jemand vor zehn Jahren gesagt, hätte ich vielleicht andere Entscheidungen getroffen. Aber auf der anderen Seite wäre ich womöglich nie so weit gekommen, wenn ich nicht mit der Luxemburger Nationalmannschaft hätte spielen können. Dort habe ich die Möglichkeit bekommen, mich weiterzuentwickeln."

"Ich habe eine polnische Mentalität"

Anschließend wurde Rychlicki konkret die Frage gestellt, ob er für Polen spielen wolle, wenn er die Möglichkeit dazu bekommen würde – in Luxemburg sei man ja bestimmt nicht verärgert darüber, da er dann Teil eines der weltbesten Nationalteams sei. 

"Egal, welche Entscheidungen man trifft, die einen akzeptieren sie, andere nicht. Das wäre in diesem Fall nicht anders", antwortet Rychlicki, um dann zu erklären, was er schon 2017 gegenüber dem "Luxemburger Wort" sagte: "Ich habe eine polnische Mentalität. Es ist für jeden Polen ein Traum, für sein Land zu spielen." 

Schon vor drei Jahren betonte Rychlicki, dass er nicht wisse, wie die Entscheidung ausfallen würde, sollte sie tatsächlich einmal bevorstehen.

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