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Käerjengs Auger warnt vor Euphorie
Sport 3 Min. 16.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Käerjengs Auger warnt vor Euphorie

Chris Auger gibt sich nicht mehr mit einem Unentschieden zufrieden.

Käerjengs Auger warnt vor Euphorie

Chris Auger gibt sich nicht mehr mit einem Unentschieden zufrieden.
Foto: Christian Kemp
Sport 3 Min. 16.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Käerjengs Auger warnt vor Euphorie

Sarah SCHOLTES
Sarah SCHOLTES
Handballtorwart Chris Auger will mit Käerjeng die Escher Schwächephase ausnutzen. Gegen Berchem kommt es auf die Defensive an.

Titelverteidiger Esch hat nach dem Ende seiner beeindruckenden Serie in der Titelgruppe der Axa League zwar weiterhin einen komfortablen Vorsprung von 2,5 Zählern, dennoch wittern die Verfolger Morgenluft. Der bisher dominante Favorit auf den dritten Meistertitel in Folge wankt; eine Schwächephase, die Verfolger Käerjeng nur allzu gerne ausnutzen würde.

Der erfahrene Torwart Chris Auger weiß jedoch um die Risiken der neuen Ausgangslage und warnt daher vor zu viel Euphorie: „Nach dem Sieg gegen Esch wurde uns dieser Stempel des Titelanwärters gleich wieder aufgedrückt. Aber so wollen wir nicht denken, denn Esch hat weiterhin alles in der Hand. Es geht jetzt nicht darum, uns besser zu verkaufen, als wir sind. Die Leistung auf dem Platz zählt und der kleinste Fehltritt kann entscheidend sein“, betont der 37-jährige Torhüter vor der Rückrunde der Titelgruppe.

Ich vergleiche Handballbegegnungen gerne mit Boxkämpfen. Ist man zu Beginn nicht zu 100 Prozent präsent, kann ein schneller K. o. die Folge sein.

Die Leistungen stimmten, zumindest in den ersten Begegnungen der Titelgruppe. Mit drei Siegen und einem Unentschieden wies Käerjeng von allen sechs Mannschaften die beste Bilanz auf, ließ dann aber am vergangenen Wochenende wichtige Punkte liegen.


Ken Diederich (Trainer T71) 
/ Basketball, Luxemburg,Total League Maenner, Saison 2020-2021, Qualifikation / 
25.03.2021 /
Etzella Ettelbruck - T71 Düdelingen (Dudelange) / 
Hall Omnisports Frankie Hansen (Hall du Deich), Ettelbruck /
Foto: Ben Majerus
So planen T71 und Ken Diederich nach der Zusammenarbeit
Sowohl Ken Diederich als auch Düdelingens Präsident Marcel Wagener haben konkrete Vorstellungen, wie es weitergehen soll.

Unentschieden reicht nicht mehr

Im Duell mit Düdelingen lagen die Gäste nach 15 Minuten mit acht Toren im Hintertreffen (4:12). Eine Tatsache, die sich Auger nur schwer erklären kann: „Ich weiß nicht, was los war. Jedenfalls haben wir in der Offensive viel zu hektisch agiert und uns unsägliche technische Fehler erlaubt. Schnelle Ballverluste wurden von unserem Gegner konsequent mit Konterangriffen bestraft. Ich vergleiche Handballbegegnungen gerne mit Boxkämpfen. Ist man zu Beginn nicht zu 100 Prozent präsent, kann ein schneller K. o. die Folge sein.“

Die anschließende Aufholjagd zeugte dann allerdings von der Entwicklung, die Käerjeng in den vergangenen Monaten durchgemacht hat. Und diese verdankt der Meister von 2018 auch seinem Trainer Yérime Sylla. „Nach der verkorksten Anfangsphase hat unser Coach die Taktik geändert und mit alternativen Strategien haben wir zurück in die Spur gefunden. Die Aufholjagd kostete jedoch ordentlich Energie und am Ende hat einfach die letzte Kraft für ein positives Resultat gefehlt. Das darf uns gegen Berchem nicht passieren“, weiß Auger.

Chris Auger weiß noch nicht, ob er kommende Saison noch Handball spielt.
Chris Auger weiß noch nicht, ob er kommende Saison noch Handball spielt.
Foto: Christian Kemp

Im Hinspiel stand nach 60 Minuten ein 29:29-Unentschieden zu Buche. Dieses Resultat wird Käerjeng dieses Mal nicht reichen: „Zum Auftakt der Titelgruppe waren wir mit einer Punkteteilung eigentlich zufrieden. Es war seit November die erste Partie gegen einen Kontrahenten auf Augenhöhe, doch jetzt ist die Situation eine andere. Wir stehen unter Druck und die Ambition muss ganz klar ein Erfolg sein.“ In der Titelgruppe hat Berchem bisher die meisten Tore (172) erzielt, sodass dem Torwart eine wichtige Rolle zukommen wird. 

Der Torhüter kann ohne die Defensive nicht bestehen, ich muss mich daher auf meine Mitspieler verlassen können.

„Berchem hat ungemein starke Offensivqualitäten, daher überrascht mich diese Statistik nicht wirklich. Wir sind uns dessen bewusst und müssen in der Abwehr von Beginn an hoch konzentriert zu Werke gehen. Der Torhüter kann ohne die Defensive nicht bestehen, ich muss mich daher auf meine Mitspieler verlassen können. Gleichzeitig wird aber auch gesagt, dass mindestens 15 gehaltene Bälle nötig sind, um eine Siegchance zu haben. Wir sind also alle gefordert“, gibt der Nationalspieler die Marschroute vor.


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Mögliches Karriereende, aber kein Wechsel

Auger bedauert, dass er Coach Sylla nicht früher in seiner Handballkarriere begegnet ist: „Obwohl ich nicht mehr der Jüngste bin, hat er mir neue Wege aufgezeigt, die mich in kürzester Zeit zu einem besseren Torwart gemacht haben. Ich schätze seine Erfahrung und seine Handballphilosophie.“

Sylla, der zuvor unter anderem die Nationalmannschaften Kuwaits und Belgiens betreute und als Spieler 23 Länderspiele für Senegal bestritt, wird auch in der kommenden Saison bei Käerjengs Männerteam in der Verantwortung stehen und möglicherweise sogar noch weitere sportliche Aufgaben im Verein übernehmen.

Ich werde bald 38 Jahre alt, habe eine kleine Familie und kann nicht verheimlichen, dass sich erste Wehwehchen bemerkbar machen.

Ob Auger, dessen Vertrag in diesem Jahr ausläuft, weiterhin zwischen den Pfosten stehen wird, lässt der gebürtige Franzose derzeit offen: „Ich werde bald 38 Jahre alt, habe eine kleine Familie und kann nicht verheimlichen, dass sich erste Wehwehchen bemerkbar machen. Aber gleichzeitig ist Handball meine Leidenschaft. Ich habe mit den Vereinsverantwortlichen gesprochen und mir bis Ende April Bedenkzeit gefragt. Sicher ist aber, dass ich keinen Wechsel vollziehen werde. Sollte ich aufhören, dann definitiv im Käerjenger Dribbel. Ich habe diese Halle mit eingeweiht und hier seit zehn Jahren den gleichen Platz in der Umkleide. Den möchte ich nicht mehr tauschen.“

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