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Käerjeng marschiert, HBD im freien Fall
Sport 5 Min. 19.03.2018

Käerjeng marschiert, HBD im freien Fall

Käerjengs Tommaso Cosanti (l.) und Valdimir Temelkow halten Berchems Lé Biel (r.) im Zaum.

Käerjeng marschiert, HBD im freien Fall

Käerjengs Tommaso Cosanti (l.) und Valdimir Temelkow halten Berchems Lé Biel (r.) im Zaum.
Foto: Stéphane Guillaume
Sport 5 Min. 19.03.2018

Käerjeng marschiert, HBD im freien Fall

Nach fünf Spielen in der Titelgruppe ist es zu einigen Verschiebungen in der Tabelle gekommen. Der Sieger der Normalrunde ist nur noch Vierter und Käerjeng ist die Mannschaft der Stunde.

(ms) - Viel spannender könnte es derzeit in der höchsten Spielklasse im nationalen Handball nicht zugehen. Die vier bestplatzierten Mannschaften sind nur durch zweieinhalb Punkte getrennt, sodass an den kommenden fünf Spieltagen eine Menge Spannung garantiert ist.

HC Berchem – 17,5 Punkte 

Als Tabellenführer der Hinrunde geht Berchem mit der besten Ausgangsposition in die restlichen fünf Partien der Saison. Allerdings häufen sich momentan die Sorgenfalten auf der Stirn von Trainer André Gulbicki. Seine Ankündigung, nach der Saison den Verein in Richtung Esch zu verlassen, hat keine negativen Spuren bei den Spielern hinterlassen.   


03 Handball Nationaldivision Spielzeit 2017-18 M-PO-T zwischen dem HC Berchem und dem HB Dudelingen am 10.03.2018 Ariel PIETRASIK (9 HCB) gegen Josip ILIC (19 HBD)
"Ariel ist auf einem guten Weg"
Ariel Pietrasik ist 18 Jahre jung und 2,01 m groß. Der Handballer des HC Berchem ist ein außergewöhnliches Talent. Sein Trainer und der Präsident des Clubs sprechen über den gebürtigen Polen.

Vielmehr sind es die verletzungsbedingten Ausfälle der Leistungsträger Tsatsos und Guillaume, die die bis dato gute Stimmung im Berchemer Umfeld trüben. Das Fehlen dieser beiden Spieler wiegt schwer. Vor allem, weil das Programm in den kommenden Wochen strapaziös ist. Berchem tanzt noch auf drei Hochzeiten (Meisterschaft, Final Four im Pokal und Viertelfinale im Challenge-Cup) und riskiert am Ende mit leeren Händen dazustehen.

Auch wenn im Club nie offen von einem Titelgewinn gesprochen wurde, hatte man die Hoffnung, die titellose Zeit in dieser Saison zu beenden. Die Chancen dazu sind immer noch vorhanden, was vor allem daran liegt, dass die jungen Talente wie Lé Biel, Brittner, Guden, Pietrasik und Weyer ihre mit Abstand beste Saison spielen. Die Mischung stimmt auf jeden Fall, bleibt nur abzuwarten, ob man in der Lage ist, bis zum Schluss mit der nötigen Frische zu agieren.

HB Käerjeng – 16,5 Punkte

Der HB Käerjeng ist die Mannschaft der Stunde. Seit sieben Partien ist das Team ohne Niederlage und hat in der Titelgruppe mit vier Siegen und einem (unnötigen) Unentschieden gegen Esch die beste Bilanz aufzuweisen. Wohl niemand hätte es für möglich gehalten, dass man nach einer verkorksten Normalrunde und einem zwischenzeitlichen Rückstand von viereinhalb Punkten auf Platz eins plötzlich beste Aussichten auf den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte hat. Der aktuellen Form und Konstanz nach zu urteilen scheinen die Chancen auf den Titel sogar außerordentlich gut zu sein.

Der Trainerwechsel von Dimitrios Dimitroulias zu Dejan Gajic hat sich als die richtige Entscheidung erwiesen. Unter dem Serben ist die Mannschaft im Vergleich zur Normalrunde nicht mehr wiederzuerkennen. Vor allem in puncto Tempo hat das Team zugelegt und das Selbstvertrauen ist wieder gestiegen. Mit Winterneuzugang Radojevic hat Präsident Marc Sales ebenfalls alles richtig gemacht. Der Serbe macht derzeit den Unterschied im Rückraum. Neben ihm blüht auch Meis wieder richtig auf. Schien vor Wochen die volle Konzentration noch auf dem Final Four im Pokal zu liegen, kann man nun auch den Meistertitel ins Visier nehmen.

Red Boys – 16,5 Punkte

Die Red Boys bleiben in dieser Saison eine Wundertüte. Vom Talent und Potenzial her haben die Differdinger einen Kader, der nicht erst seit der Rückkehr von Hoffmann geeignet ist, um den ersten Platz zu erreichen. Doch die Konstanz ist das große Problem der Red Boys und auch Hoffmann konnte dem Spiel bislang noch nicht wirklich seinen Stempel aufdrücken. So stehen in der Titelgruppe lediglich zwei Siege gegen Esch und den HB Düdelingen zu Buche.

Yann Hoffmann (am Ball) ist noch nicht der erhoffte Führungsspieler der Red Boys.
Yann Hoffmann (am Ball) ist noch nicht der erhoffte Führungsspieler der Red Boys.
Foto: Yann Hellers

Vor allem das blamable Unentschieden gegen Petingen war ein herber Rückschlag. Dieser verlorene Punkt könnte den Differdingern in der Endabrechnung wehtun. Auffällig ist ebenfalls, dass die Red Boys den mit Abstand schwächsten Abwehrverbund aller Titelkandidaten haben. Lediglich die Abwehr von Petingen lässt mehr Treffer in der höchsten Spielklasse zu. Und da bekanntlich sehr häufig die Mannschaft mit der besten Verteidigung die besten Aussichten auf Erfolg hat, ist in diesem Bereich in den kommenden Wochen eine deutliche Leistungssteigerung notwendig. Das Team von Trainer Danilo Brestovac hat bei einem Punkt Rückstand dennoch alles in der Hand, nur braucht es ein Kollektiv, das in jeder Partie an seine Leistungsgrenze geht.

HB Düdelingen – 15 Punkte

Der HB Düdelingen ist bislang der ganz große Verlierer der Meisterrunde. Das Team schloss die Normalrunde als Tabellenerster mit lediglich zwei verlorenen Partien ab (beide gegen Berchem). Erfolgreiche Begegnungen steigern allerdings auch indirekt den Druck, und diesem hielt Düdelingen in den vergangenen Wochen nicht stand. Die Leistungskurve zeigte in der Titelgruppe stetig nach unten, sodass Düdelingen in der Rückrunde nicht mehr aus eigener Kraft Meister werden kann.


Mika (l.) konnte viel von seinem Vater Mike lernen, was das Torhüterspiel angeht.
Das Torhütergen liegt in der Familie
Mike und Mika Herrmann aus Düdelingen verfügen über ausgezeichnete Reflexe. Vater Mike war während Jahrzehnten eine wichtige Stütze beim HB Düdelingen, nun tritt sein Sohn Mika in seine Fußstapfen.

Nur ein Sieg gegen Petingen sowie ein mehr als glückliches Unentschieden gegen Esch wurden erzielt. Dagegen stehen drei Niederlagen gegen Berchem, Käerjeng und die Red Boys in der Bilanz, was zur Folge hatte, dass alle drei Teams in der Tabelle am HBD vorbeigezogen sind. Das schnelle Umschaltspiel, das Düdelingen in der Normalrunde noch ausgezeichnet hatte, ist zuletzt verloren gegangen. Auch als Kollektiv kann das Team von Trainer Nikola Malesevic nicht mehr wirklich überzeugen. Oft sind Ilic und Wirtz auf sich alleine gestellt, sodass das Spiel des HBD zu leicht auszurechnen ist. Gelingt es in der Rückrunde nicht den Schalter wieder umzulegen, droht man sogar auf Rang fünf abzurutschen, denn der Vorsprung auf Esch beträgt nur noch eineinhalb Punkte.

HB Esch – 13,5 Punkte

Für den HB Esch wird es eine titellose Saison. Dass dies nicht den Ansprüchen des Fusionsvereins gerecht wird, ist aufgrund der Qualität innerhalb des Kaders nachvollziehbar. Auch wenn die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle die Aufgabe erschwerten, verfügt Esch immer noch über eine Mannschaft, die im Titelrennen mitmischen müsste. Völlig unnötig verlorene Punkte in der Schlussphase gegen die Red Boys sowie in Düdelingen machten jedoch die letzten Hoffnungen zunichte.

Auch der Wechsel auf der Trainerbank fruchtete nicht. Nach dem Missverständnis mit Markus Burger blieb der Umschwung unter Werner Klöckner aus. Mittlerweile muss der Deutsche krankheitshalber aussetzen, sodass Manager Marc Fancelli und der verletzte Spieler Mario Jelinic als Interimsduo alles versuchen, um in der Rückrunde noch einen Verein aus den Top Vier abzufangen, damit wenigstens eine Teilnahme am Europapokal herausspringt.

HB Petingen – 5 Punkte

Petingen zieht sich bislang in der Titelgruppe mehr als ordentlich aus der Affäre. Verlor das Team von Trainer Bob Colovic in der Normalrunde vier Mal mit mehr als 13 Toren Unterschied, gab es in der Hinrunde lediglich gegen Berchem und Käerjeng Niederlagen mit exakt zehn Treffern Differenz. Positiver Höhepunkt war natürlich das völlig überraschende Unentschieden gegen die Red Boys. In dieser Partie konnte Petingen bis zum Schluss sein Niveau halten und feierte das Unentschieden fast wie einen Sieg.

Die Petinger haben ihr Leistungsvermögen deutlich gesteigert und dürfen sich in der momentanen Situation berechtigte Hoffnungen auf eine weitere Überraschung machen. Außerdem ist man noch im Pokal vertreten: Dem Duell mit dem HB Düdelingen wird Petingen zurzeit mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein entgegenblicken.


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