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Jungels: „Wir werden das Rennen schwer machen"
Sport 3 Min. 18.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Jungels: „Wir werden das Rennen schwer machen"

Bob Jungels (r.) wird sich in den Dienst von Julian Alaphilippe stellen.

Jungels: „Wir werden das Rennen schwer machen"

Bob Jungels (r.) wird sich in den Dienst von Julian Alaphilippe stellen.
Foto: Serge Waldbillig
Sport 3 Min. 18.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Jungels: „Wir werden das Rennen schwer machen"

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Mit der Flèche Wallonne steht am Mittwoch der zweite Ardennenklassiker auf dem Programm. Mit dabei sind auch zwei Luxemburger: Bob Jungels und Ben Gastauer. Die beiden Radprofis wollen ihren Kapitänen zu einem Topresultat verhelfen. Als Topfavorit startet Alejandro Valverde.

„Wir waren am Start, um zu gewinnen, demnach können wir nicht zufrieden sein.“ Die Worte von Bob Jungels nach dem Amstel Gold Race am Sonntag lassen wenig Spielraum für Interpretationen. Der 25-jährige Landesmeister des Quick-Step-Teams war nach den Strapazen in Limburg aber nicht niedergeschlagen. Zum einen war Teamkollege Julian Alaphilippe (F) auf Rang sieben gefahren, zum anderen hatte das belgische Topteam „alle Karten ausgespielt. Wir haben versucht, uns in Szene zu setzen. Wir waren im Finale noch präsent. Es sollte halt einfach nicht sein“.

Jungels selber machte einen starken Eindruck. Er verschärfte in der Schlussphase immer wieder das Tempo, tauchte auf den letzten 40 km an der Spitze des Pelotons auf und war sich nicht zu schade, zu arbeiten. „Ich fühlte mich gut. Ich bin eigentlich ganz zufrieden“, sagte er. Diesen Eindruck möchte er am Mittwoch bei der Flèche Wallonne, dem zweiten Akt der Ardennentrilogie, bestätigen. Zwar liegt ihm das Finale mit der steilen Mur de Huy nicht wirklich, das heißt aber nicht, dass man das rot-weiß-blaue Trikot von Jungels nicht ganz vorne sehen wird. Er griff bereits mehrmals an: Unvergessen ist sein Vorstoß vor zwölf Monaten, als er erst 600 m vor dem Ziel wieder gestellt wurde. „Wir werden das Rennen schwer machen und aggressiv auftreten. Nur abzuwarten, bringt nichts“, ist er sich sicher.

Jungels ist auf dem Weg nach Huy nicht die Nummer eins der Mannschaft: Alaphilippe, Zweiter der Jahre 2015 und 2016, möchte endlich auf die oberste Stufe des Treppchens klettern. „Wir wollen ihn in einer sehr guten Position auf die letzten 500 m schicken. Dann ist alles möglich“, bestätigt Jungels. Hinzu kommt Philippe Gilbert (B), der 2011 in Huy jubeln durfte. Jungels verrät: „Meine Rolle wird ähnlich sein wie beim Amstel Gold Race.“

Valverde als Topfavorit

Das Problem der Quick-Step-Truppe hat einen Namen: Alejandro Valverde. Der Spanier des Movistar-Teams ist auch im Alter von fast 38 Jahren der Topfavorit. Valverde ist bärenstark: Neun Erfolge holte er 2018 bereits, insgesamt stehen nicht weniger als 117 Profisiege in seinem Palmarès! Am Sonntag beim Amstel Gold Race mischte er bereits vorne mit. Die Form passt. Valverde peilt seinen insgesamt sechsten Triumph bei der Flèche Wallonne an!

Alejandro Valverde (r.) war in diesem Jahr bereits neun Mal siegreich.
Alejandro Valverde (r.) war in diesem Jahr bereits neun Mal siegreich.
Foto: cyclingpix

Neben Alaphilippe möchten ihm auch Daniel Martin (IRL/Emirates), Dylan Teuns (B/BMC), Sergio Henao (COL/Sky), Michael Albasini (CH/Mitchelton), Tim Wellens (B/Lott Soudal), Rigoberto Uran (COL/Education First) und David Gaudu (F/FDJ) einen Strich durch die Rechnung machen.

Interessant lässt sich die Ausgangslage im Team Ag2r-La Mondiale an. Zwei echte Kletterer der Franzosen besitzen zumindest realistische Chancen auf eine Topplatzierung: Alexis Vuillermoz (F) und Romain Bardet (F) besitzen den nötigen Punch, um sich in Szene zu setzen. Dabei kann das Duo auch auf die Unterstützung von Ben Gastauer zählen. Nach seinem 69. Platz beim Amstel Gold Race möchte der 30-Jährige an den guten Eindruck anknüpfen. Zum sechsten Mal startet er bei der Flèche Wallonne, als bestes Resultat steht bislang Rang 55 zu Buche (2014).

Côte de La Redoute im Programm

Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Strecke leicht abgeändert. Diesmal beginnt das Rennen in Seraing und dreht zunächst eine Runde durch den südlichen Teil der Provinz Liège, bevor es in Richtung Huy geht. Dabei überquert das Peloton auch die berühmte Côte de La Redoute, die bislang nur im Programm von Liège-Bastogne-Liège stand. Der Anstieg steht bereits nach 82 der 198,5 km an – als zweite von diesmal elf statt bisher neun Kletterpartien. Die Mur de Huy (1,3 km à 9,6 Prozent) muss drei Mal passiert werden. An dem Anstieg von bis zu 25 Prozent Steigung trennt sich die Spreu vom Weizen.

Auch die Frauen sind im Einsatz. Beim achten WorldTour-Durchgang müssen die besten Radfahrerinnen der Welt 118,5 km abspulen, wobei die Mur de Huy zwei Mal auf dem Menü steht. Der Wettkampf geht allerdings ohne Luxemburger Beteiligung über die Bühne.


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