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Interview mit Phil Taylor: "Darts ist nicht mehr mein Leben"
Sport 2 Min. 14.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Interview mit Phil Taylor: "Darts ist nicht mehr mein Leben"

Phil Taylor möchte noch einmal voll eingreifen.

Interview mit Phil Taylor: "Darts ist nicht mehr mein Leben"

Phil Taylor möchte noch einmal voll eingreifen.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 14.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Interview mit Phil Taylor: "Darts ist nicht mehr mein Leben"

Joe GEIMER
Joe GEIMER
Bei der Dartsweltmeisterschaft in London (14. Dezember bis 1. Januar) will Rekordsieger Phil Taylor seine Karriere mit dem 17. WM-Titel krönen. Nach dem Turnier tritt er ab. Im Interview spricht er über seine Ambitionen und Emotionen.

(sid) - Bei der Dartsweltmeisterschaft in London (14. Dezember bis 1. Januar) will Rekordsieger Phil Taylor seine Karriere mit dem 17. WM-Titel krönen. Nach dem Turnier tritt er ab. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst spricht der 57-Jährige über den Ruhestand, den Dartshype in Deutschland und seine Ziele bei der WM.

Phil Taylor, seit 1988 spielen Sie professionell Darts. Ihnen bleibt seitdem kaum Freizeit. Was haben Sie am meisten vermisst?"

Meine Familie und vor allem meine vier Kinder aufwachsen zu sehen. Ich freue mich darauf, dass ich nach der Karriere mehr Zeit mit meinen Enkeln verbringen kann.

Was hat sich während ihrer 30-jährigen Karriere am meisten verändert?

Der Betrag auf meinen Schecks. Und natürlich das Publikum. Es sind jetzt viel mehr Leute, die einfach nur feiern wollen. Früher kamen die Zuschauer vorrangig, weil sie Darts sehen wollten. Aber jeder hat Spaß, und das ist die Hauptsache.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung in Deutschland?

Darts ist in Deutschland eine große Sache geworden. Es braucht jetzt einen Weltklassespieler, der konsequent gut spielt. Max Hopp hat das Zeug dazu. Er ist ein netter Kerl, vielleicht etwas zu nett. Er hat das Talent, aber muss im Kopf stärker werden.

Was verbinden Sie mit dem Wort Ruhestand?

Zunächst trete ich ja nur vom professionellen Dartssport zurück. Ich werde weiterhin Exhibitions spielen, persönliche Auftritte machen und weiter arbeiten.

Was haben Sie sich für die Zeit nach der professionellen Karriere vorgenommen?

Ich möchte mehr Zeit mit meiner Frau und meiner Familie verbringen; die einfachen Dinge im Leben genießen. Anfang des Jahres mache ich Urlaub in Australien und schaue dort Tennis und Cricket. Dazu hatte ich vorher nie Zeit.

Wie groß ist der Druck, der auf Ihnen bei Ihrer letzten Weltmeisterschaft lastet?

Ich verspüre überhaupt keinen Druck. Es wäre schön, wenn ich nochmal gewinne, und ich werde alles dafür geben. Aber eine Niederlage wäre mir egal.

Dann ist Ihnen der Titel nicht wichtig?

Es ist für meine Fans und Sponsoren wichtiger als für mich. Ich hatte eine tolle Karriere mit vielen Momenten, an die ich mich immer erinnern werde. Aber Darts ist nicht mehr mein Leben.

Falls es nochmal klappen sollte: Was wäre ihr Traumfinale?

Zweifelsohne Raymond van Barneveld (Dauerrivale Taylors und fünfmaliger Weltmeister) gegen mich. Ich liebe es, gegen ihn zu spielen und andersrum. Er nennt es den 'Clasico', und damit hat er vollkommen recht.

Welche Schlagzeile möchten Sie am 2. Januar in der Zeitung lesen?

Taylor tritt als Weltmeister mit Rekordtitel Nummer 17 zurück.


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