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Infantino bleibt FIFA-Präsident
Sport 2 Min. 05.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Infantino bleibt FIFA-Präsident

Die Laufzeit von Gianni Infantino läuft bis 2023.

Infantino bleibt FIFA-Präsident

Die Laufzeit von Gianni Infantino läuft bis 2023.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 05.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Infantino bleibt FIFA-Präsident

Gianni Infantino ist als FIFA-Präsident wiedergewählt worden. Der Schweizer räumte Fehler ein, stellte sich aber ein überwiegend positives Zeugnis für seine erste Amtszeit aus.

(dpa) - Mit großem Applaus haben die Funktionäre aus den 211 FIFA-Mitgliedsländern Gianni Infantino als Präsident des Fußball-Weltverbandes bestätigt. Der Schweizer wurde beim FIFA-Kongress am Mittwoch in Paris per Akklamation bis 2023 wiedergewählt. „Die Organisation hat sich von einem toxischen, fast kriminellen Zustand gewandelt zu einem Zustand, wie er sein sollte. Die FIFA kümmert sich um den Fußball“, sagte Infantino in seiner Rede.

Kurz vor seiner Wiederwahl hatte Infantino zwar Fehler eingeräumt, insgesamt aber ein überaus positives Fazit seiner ersten Amtszeit gezogen. „Die letzten drei Jahre und vier Monate waren sicherlich nicht perfekt, ich habe sicher Fehler gemacht. Ich habe versucht, mich zu verbessern, aber heute am Wahltag spricht keiner mehr über Krisen. Niemand spricht mehr von Skandalen, niemand spricht mehr von Korruption“, sagte Infantino.

Vermögen von 3,9 Milliarden Euro

Erstmals seit 2007, als Joseph Blatter für seine dritte Amtszeit als FIFA-Boss gekürt wurde, gab es keine Abstimmung, sondern eine Wahl per Akklamation. Die dafür nötige Statutenänderung hatten die Delegierten unmittelbar vor der Infantino-Kür bei nur drei Gegenstimmen gebilligt.

Infantino führt die FIFA seit 2016 als Nachfolger von Blatter an. Intern hat der ehemalige UEFA-Generalsekretär nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel keine Kontrahenten mehr. Externe Kritiker werfen ihm einen autokratischen Führungsstil und die Aufweichung der Demokratie-Reformen vor.


Sepp Blatter
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Sepp Blatter sitzt derzeit eine sechsjährige Sperre ab. Der ehemalige FIFA-Präsident verfolgt den Fußball dennoch immer ganz genau. Im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort" war er redefreudig.

Der gelernte Rechtsanwalt, dessen Führungsstil allerdings Fragen aufwirft, hat den Weltverband finanziell stabilisiert, was ihm die Unterstützung der vielen kleinen unter den 211 FIFA-Nationen sichert.

Der Verband FIFA ist schließlich so reich wie nie zuvor. Die FIFA hat im zurückliegenden Finanzzyklus von 2015 bis 2018 eine Rekordeinnahme in Höhe von 5,7 Milliarden Euro erzielt. Das Vermögen der FIFA beläuft sich auf 3,9 Milliarden Euro. Die Reserven stehen bei 2,44 Milliarden.

"Mehr einnehmen, mehr investieren"

In der nächsten Finanzperiode (2019 bis 2022) sollen 1,55 Milliarden Euro an die Verbände gehen. "Wir brauchen uns nicht zu schämen für unsere Einnahmen", sagte Infantino: "Wir wollen sogar noch mehr einnehmen, um mehr zu investieren. Das ist unsere Mission."

Sportlich hatte Infantino für die Aufstockung des WM-Turniers von 32 auf 48 Mannschaften gesorgt. Die erste "Mega-WM" steigt 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Infantinos Traum, schon 2022 in Katar mit mehr Teilnehmern zu spielen, scheiterte zuletzt an der politischen Krise am Persischen Golf. Das Spiel verändert hat der 49-Jährige zudem mit der Einführung des Videobeweises, der international allerdings fehlerfreier funktioniert als in der Bundesliga.


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