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In der Gruppe F: Kämpferische Isländer ertrotzen einen Punkt
Sport 2 Min. 14.06.2016 Aus unserem online-Archiv

In der Gruppe F: Kämpferische Isländer ertrotzen einen Punkt

Historischer Moment: Birkir Bjarnason erzielt Islands erstes EM-Tor.

In der Gruppe F: Kämpferische Isländer ertrotzen einen Punkt

Historischer Moment: Birkir Bjarnason erzielt Islands erstes EM-Tor.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 14.06.2016 Aus unserem online-Archiv

In der Gruppe F: Kämpferische Isländer ertrotzen einen Punkt

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Portugal dominiert fast das komplette Spiel und kassiert trotzdem ein ärgerliches 1:1. Island nahm Cristiano Ronaldo engagiert aus der Partie.

(sid) - Rekordmann Cristiano Ronaldo kämpfte und schimpfte, er feuerte aus allen Lagen - doch auch der Stürmerstar konnte die Blamage nicht verhindern: In seinem 127. Länderspiel mussten sich der dreimalige Weltfußballer und seine Portugiesen gegen EM-Neuling Island mit einem enttäuschenden 1:1 begnügen - eine böse Überraschung gegen den krassen Außenseiter.

Mittelfeldmann Birkir Bjarnason (50.') vom FC Basel glich in Saint-Etienne Portugals Führung durch Nani (31.') aus, der den 600. Treffer der EM-Geschichte erzielte. Dabei schienen Island nach gutem Beginn gegen technisch stärkere Portugiesen, bei denen der künftige Münchner Renato Sanches eingewechselt wurde (71.'), die Mittel auszugehen.

Die Nordmänner gaben nicht auf

Doch die tapferen Nordmänner - wilde Bärte, lange Haare - steckten nie auf und wurden belohnt. Auch, weil Ronaldo in der 85.' den Siegtreffer per Kopf vergab. Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können: Joker Alfred Finnbogason hatte die Sensation auf dem Fuß (86.').

"Wir haben gezeigt, dass wir das bessere Team waren. Die haben nur lange, hohe Bälle geschlagen. Aber das war nur das erste Spiel", sagte Nani. Islands Torwart Hannes Halldorsson meinte: "Wir haben gegen den besten Spieler der Welt gespielt, die letzten 35 Minuten waren echt lang. Wir haben großen Charakter gezeigt - und es geschafft. Jetzt ist alles möglich."

30 000 Isländer in Frankreich - das sind 10%

Für die kleinste Nation, die je bei einem großen Turnier dabei war, war schon die Teilnahme eine Sensation. Auf der Insel leben 330.000 Menschen - knapp zehn Pozent davon sind derzeit in Frankreich und unterstützen ihre Nationalmannschaft. Portugal hat 32-mal so viele Einwohner. Und doch schaltete Island in der Qualifikation sogar die Niederlande mit zwei Siegen (2:0/1:0) aus.

Cristiano Ronaldo wusste um die Schwere der Aufgabe, beim Warmmachen feuerte er die Fans wild winkend zum Anfeuern auf. Dazu streute er ein paar Übersteiger in seine Vorbereitung ein - noch ohne Gegenspieler. Als es los ging, nahmen ihn die Isländer gleich ordentlich ran. Auch an "netten" Worten für den bisweilen selbstgefälligen Star mangelte es nicht.

Und urplötzlich schlug Island eiskalt zu. Bjarnason nutzte ein Missverständnis zwischen Vieirinha und Pepe. Cristiano Ronaldo nahm das 1:1 als persönliche Beleidigung auf, er fluchte und meckerte - auch gegen seine Kollegen. Portugal erhöhte am Ende den Druck, doch letztlich jubelte der Außenseiter.

Zuvor hatte im anderen Gruppenspiel der Außenseiter Ungarn überraschend mit 2:0 (0:0) gegen Österreich in Bordeaux gewonnen.



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