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In der Gruppe C: Die erste Nullnummer
Sport 2 Min. 16.06.2016 Aus unserem online-Archiv

In der Gruppe C: Die erste Nullnummer

Viel zu tun: Jerome Boateng behielt die Übersicht in einem defensiv geprägten Spiel.

In der Gruppe C: Die erste Nullnummer

Viel zu tun: Jerome Boateng behielt die Übersicht in einem defensiv geprägten Spiel.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 16.06.2016 Aus unserem online-Archiv

In der Gruppe C: Die erste Nullnummer

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Das gab es bei der EM 2016 noch nicht - ein torloses Unentschieden. Deutschland und Polen bescheren dem Turnier diese Premiere und lassen dabei den Unterhaltungswert vermissen.

(dpa) - Kein Torjubel, nirgends: Deutschland hat den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale verpasst. Im Stade de France trennte sich die DFB-Elf vom Dauerrivalen Polen 0:0. Den Gruppensieg kann das Team von Joachim Löw nun erst am Dienstag im Pariser Prinzenpark gegen Nordirland klarmachen. Mit Hilfe anderer Teams kann der Sprung in die K.-o.-Phase aber schon vorher perfekt sein – der neue EM-Modus macht's möglich.

„Polen ist die stärkste Kontermannschaft, die ich in den letzten zwei Jahren gesehen habe. Wir müssen besser strukturiert sein als gegen die Ukraine“, hatte Löw gefordert. Und seine Mannschaft setzte die Marschroute um. Druckvoll und dominant agierte die mit zehn Weltmeistern angetretene DFB-Auswahl, durch schnelle Balleroberungen wurden die Polen in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Allerdings fehlte oft der geniale Moment, um das polnische Bollwerk auszuhebeln.

Die Defensive präsentierte sich unterdessen deutlich gefestigter im Vergleich zum vor allem in der ersten Halbzeit orientierungslosen Auftritt gegen die Ukraine (2:0). Hummels kehrte dabei erwartungsgemäß für Mustafi 26 Tage nach seinem Muskelfaserriss zurück ins Team. Der 27-Jährige benötigte einige Minuten, um wieder in den Rhythmus zu kommen.  Der Weltmeister kämpfte sich in die Partie, stand gut und blockte mehrmals  die Konterversuche des extrem tief stehenden Kontrahenten ab.

Der Unterhaltungswert des Spiels war aber gering. Ein Kopfball von Götze (4.'), der als „falsche Neun“ wieder den Vorzug vor Mario Gomez erhielt, und ein Schuss von Hector (6.') waren die ersten Versuche. Gefährlicher wurde es in der 16.' bei einer Großchance des omnipräsenten Kroos, nachdem sich Müller stark gegen den Dortmunder Piszczek durchgesetzt hatte. Nur knapp verfehlte der Mittelfeldchef das Tor.

Mangelnde Ideen, fehlender Esprit

Es fehlte die nötige Konsequenz und auch die Ideen gegen eine dicht gestaffelte polnische Mannschaft. Auch weil Özil und Götze wieder einen schweren Stand hatten. Auf der Gegenseite geriet das Tor von Neuer nicht einmal in der ersten Halbzeit in Gefahr.

Das änderte sich schon nach 22'' in der zweiten Halbzeit. Nach einer Hereingabe von Grosicki musste Milik den Ball nur über die Linie drücken, doch er verfehlte den Ball knapp mit dem Kopf. Die deutsche Mannschaft antwortete. Nach feinem Zuspiel von Kroos schießt Götze aber auf Torhüter Fabianski, der den verletzten Szczesny vertrat (47.'). Löw hatte die Offensive umgestellt und Müller nach vorne beordert.

Es entwickelte sich ein offeneres Spiel, in dem die Polen gefährlich blieben. So musste Abwehrchef Boateng gegen Lewandowski in höchster Not klären (59.'), auch Milik ließ eine Gelegenheit liegen (68.'). Für Deutschland vergab Özil eine Großchance von der Strafraumgrenze (69.').


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