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In der Gruppe C: Deutschland zittert sich zum Sieg
Sport 3 Min. 12.06.2016

In der Gruppe C: Deutschland zittert sich zum Sieg

Bastian Schweinsteiger freut sich mit Jonas Hector über das 2:0 gegen die Ukraine

In der Gruppe C: Deutschland zittert sich zum Sieg

Bastian Schweinsteiger freut sich mit Jonas Hector über das 2:0 gegen die Ukraine
Foto: AFP
Sport 3 Min. 12.06.2016

In der Gruppe C: Deutschland zittert sich zum Sieg

Das war noch nicht weltmeisterlich. Mit einigen Wacklern in der Abwehr hat sich Mitfavorit Deutschland zu einem glücklichen Auftaktsieg gegen die Ukraine gezittert. Die Treffer erzielten Shkodran Mustafi und Bastian Schweinsteiger.

Der Weltmeister hat das erste EM-Spiel gewonnen, aber auf dem Weg zum vierten EM-Titel wartet noch viel Arbeit. Beim 2:0 (1:0) gegen Außenseiter Ukraine am Sonntag in Lille traten bei der DFB-Auswahl noch große Probleme in der Abwehr auf, Nationaltorhüter Manuel Neuer musste mit mehreren Glanzparaden die makellose Bilanz von Bundestrainer Joachim Löw in Auftaktspielen retten. Bis zum zweiten Gruppenspiel am Donnerstag (21 Uhr) gegen Polen ist eine Steigerung aber nötig.

Die Treffer vor 43 035 Zuschauern im Stade Pierre Mauroy erzielten ausgerechnet  Mustafi (19. Minute) und Schweinsteiger (90.+2). Mustafi, der Verteidiger des FC Valencia, war erst durch die Verletzungen von Hummels (Muskelfaserriss) und Rüdiger (Kreuzbandriss) in die erste Elf gerückt und erzielte in seinem elften Länderspiel das erste Tor. Schweinsteiger wurde kurz vor Schluss eingewechselt und machte alles klar. Damit gewann die deutsche Mannschaft auch ihr fünftes Auftaktspiel bei einem großen Turnier unter Löw, was stets ein gutes Omen war und mindestens ins Halbfinale führte.

„Die Erwartungen sind hoch, aber damit können wir gut umgehen. Wir sind gut vorbereitet“, hatte Löw vor dem Duell mit dem EM-Gastgeber von 2012 angekündigt. Das traf aber nur bedingt zu, insbesondere in der Defensive leistete sich der mit zehn Helden von Rio angetretene Mitfavorit viele Wackler, mitunter verlor die Hintermannschaft um Abwehrchef Boateng vor allem in den ersten 45 Minuten gar die Orientierung. Das Offensivspiel funktionierte da schon besser. Spielgestalter Toni Kroos war die ordnende Hand und leitete viele Angriffe ein.

Die Problemzone bleibt allerdings die Hintermannschaft, die Löw schon in der Vorbereitung durch die Ausfälle von Hummels und Rüdiger Sorgen bereitet hatte. Und der Puls des Bundestrainers dürfte in der ersten Halbzeit einige Male in die Höhe geschnellt sein. Schon in der vierten Minute musste Neuer bei einem Schuss von Konopljanka sein ganzes Können aufbieten, nachdem Mustafi den Ball vertändelt hatte.

Neuer hatte die deutsche Elf als Kapitän für den noch nicht fitten Bastian Schweinsteiger auf das Feld geführt. Und Neuer stand noch weitere Male im Mittelpunkt - öfter als ihm lieb gewesen wäre. Wie etwa in der 27. Minute, als er einen Kopfball von Chatcheridi parierte. Die größte Chance im ersten Durchgang besaß allerdings Konopljanka, dessen verunglückter Schuss von Boateng artistisch noch auf der Torlinie geklärt wurde. Wie knapp es war, zeigte die erstmals bei einer EM zum Einsatz kommende Torlinientechnik „Hawk Eye“.

Chancen hatte aber auch der dreimalige Europameister. Draxler (4.), der nach seiner guten Vorbereitung erneut das Startelfmandat auf links erhielt, und Hector (12.) gaben erste Warnschüsse auf das ukrainische Tor ab. So war die deutsche Führung sieben Minuten später zu diesem Zeitpunkt gar nicht unverdient.

Nach der holprigen ersten Halbzeit kam die DFB-Auswahl geordneter aus der Kabine und versuchte zunächst mit Distanzschüssen ihr Glück. Die Ukrainer bekamen kaum noch zu Chancen. Einzig als Mustafi „mithalf“, wurde es brenzlig. Der Verteidiger köpfte in der 88. Minute über Neuer hinweg fast ins eigene Tor. Kurz vor Schluss durfte auch noch Schweinsteiger auf seinem Weg zurück ins Team einige Minuten EM-Luft schnuppern.

Zu kleineren Zwischenfällen war es vor dem Spiel gekommen, als 40 deutsche Hooligans auf ukrainische Fans losgegangen waren. Zwei Personen sollen dabei leicht verletzt worden sein. Es hatte einen Beigeschmack, zumal auf der Tribüne der französische Gendarm Daniel Nivel auf Einladung des DFB saß. Nivel war bei der WM 1998 von deutschen Hooligans schwer verletzt worden.


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