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Im EM-Halbfinale: Portugal entzaubert Wales
Sport 2 Min. 06.07.2016

Im EM-Halbfinale: Portugal entzaubert Wales

Das "Real-Duell" Bale gegen Cristiano Ronaldo endete Unentschieden - das Spiel dagegen nicht.

Im EM-Halbfinale: Portugal entzaubert Wales

Das "Real-Duell" Bale gegen Cristiano Ronaldo endete Unentschieden - das Spiel dagegen nicht.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 06.07.2016

Im EM-Halbfinale: Portugal entzaubert Wales

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
„Drachentöter“ Cristiano Ronaldo steuerte ein Tor zum 2:0-Sieg bei, der das Fußballmärchen des Außenseiters Wales beendete – und greift nach seinem ersten Titel mit der portugiesischen Nationalmannschaft.

(sid)  - Strahlend nahm er die Huldigungen seiner Mitspieler entgegen, dann machte Cristiano Ronaldo sich auf, um Gareth Bale zu trösten. „Ich hoffe, ihr seht mich am Sonntag Freudentränen weinen. Es ist ein Traum. Wir sind nahe dran und hoffen, dass wir gewinnen“, hatte der Stürmerstar von Real Madrid kurz nach dem Abpfiff eines lange schwachen Spiels zu Protokoll gegeben.

Cristiano Ronaldo führte die Portugiesen zum zweiten Mal nach 2004 in das Endspiel einer EM; das 2:0 gegen die „Roten Drachen“ war aber erst in der zweiten Halbzeit verdient. Gegner am Sonntag in St. Denis (21 Uhr) wird Deutschland sein – oder Frankreich. Die Waliser verabschiedeten sich erhobenen Hauptes.

Neun EM-Tore in 20 Spielen

Ein Doppelschlag der Portugiesen verhinderte ein Happy End der walisischen Heldensaga. Cristiano Ronaldo selbst machte mit seinem dritten Turniertreffer (50.') den Weg ins Endspiel frei, es war in seinem 20. EM-Spiel das neunte Tor. Er zog damit in der EM-Torschützenliste mit Frankreichs Michel Platini gleich. Das 2:0 seines Sturmkollegen Nani (53.') bereitete er vor. Das Wichtigste aber: Er hat die Chance, die Niederlage im Endspiel der Heim-EM gegen Griechenland vor zwölf Jahren (0:1) zu korrigieren.

Im Duell der beiden Stars von Real Madrid stand Cristiano Ronaldo vor 55 679 Zuschauern in Lyon zunächst im Schatten von Bale. Der Waliser rieb sich für seine Mannschaft auf, Cristiano Ronaldo wartete darauf, in Szene gesetzt zu werden. Das gelang beim Führungstreffer perfekt: Nach einer kurz ausgeführten Ecke köpfte er die Hereingabe des Dortmunder Neuzugangs Guerreiro schulbuchmäßig ins Tor. Bale und seine wackeren Waliser standen spätestens drei Minuten später unter Schock, sie fanden keine Antwort, obwohl sie von ihren Fans leidenschaftlich nach vorne gesungen wurden. Portugal musste kurzfristig ohne seinen Abwehrchef Pepe auskommen, doch die Defensive stand sicher.

Cristiano Ronaldo fiel anfangs gleich zweimal auf: Erst ließ er vor dem Anpfiff lachend einen „Flitzer“ mit für das Mannschaftsfoto posieren, als zehn Minuten gespielt waren, lag er am Boden. Beim Versuch, zum Kopfball hochzusteigen, hatte ihm der ansonsten starke Collins den Arm um die Schulter gelegt – eine elfmeterreife Szene.

Weil Wales auf den gelbgesperrten Ballschlepper Ramsey verzichten musste, ließ sich Bale regelmäßig bis auf Höhe der Mittellinie zurückfallen, um den schmächtigen Allen beim Spielaufbau zu unterstützen. Portugal verteidigte wieder sehr tief, machte die Mitte dicht und ließ Wales kommen. Dies führte unter anderem zu guten Chancen für Bale (19.', 23.'), der weite Wege ging, um seiner Mannschaft zu helfen.

In der 21. Minute trafen sich Cristiano Ronaldo und Bale zum ersten Mal direkt – Bale zog mit einem schnellen Antritt davon. Portugal versuchte es seinerseits mit schnellem Direktspiel gegen die dichte walisische Abwehr, hielt sich aber ansonsten stark zurück. Das ließ die „Roten Drachen“ zunehmend mutiger werden, vor allem Bale versuchte, die Initiative an sich zu reißen – ein Vorhaben, dass die Portugiesen zunehmend unterbanden, indem sie ihn zu zweit, zu dritt oder zu viert bearbeiteten.


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