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GP von Japan in der Formel 1: Rosberg fliegt Richtung Titel
Sport 3 Min. 09.10.2016

GP von Japan in der Formel 1: Rosberg fliegt Richtung Titel

Nico Rosberg war in Japan nicht zu stoppen.

GP von Japan in der Formel 1: Rosberg fliegt Richtung Titel

Nico Rosberg war in Japan nicht zu stoppen.
Foto: AFP
Sport 3 Min. 09.10.2016

GP von Japan in der Formel 1: Rosberg fliegt Richtung Titel

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Japan-Sieger Nico Rosberg und Konstrukteurs-Weltmeister Mercedes feierten im Konfettiregen von Suzuka, Lewis Hamilton stand bedröppelt daneben und versuchte ebenso verzweifelt wie vergeblich, seinen Frust zu verbergen.

(sid) - Japan-Sieger Nico Rosberg und Konstrukteurs-Weltmeister Mercedes feierten im Konfettiregen von Suzuka, Lewis Hamilton stand bedröppelt daneben und versuchte ebenso verzweifelt wie vergeblich, seinen Frust zu verbergen. Für ihn war Platz drei hinter Rosberg und Red-Bull-Youngster Max Verstappen eine Niederlage - bei vier noch ausstehenden Rennen kann der überragende Formel-1-Fahrer der letzten Jahre nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden.

Dass er dennoch das Herz eines Champions hat, bewies Hamilton bei der anschließenden, wenig weltmeisterlichen Aktion seines Arbeitgebers. Mercedes legte zunächst beim Automobil-Weltverband FIA Protest gegen die Wertung des Rennens ein. Das Team bezog sich dabei auf die Aktion von Verstappen, der Hamilton bei dessen Überholversuch kurz vor dem Ende des Rennens regelwidrig behindert haben soll. Verstappen hatte Hamilton ausgebremst, während des Bremsvorgangs angeblich unerlaubterweise die Spur gewechselt und den Weltmeister von der Strecke gedrängt.

Da alle Beteiligten Suzuka am Sonntagabend bereits verlassen hatten, wollte die FIA erst im Rahmen des nächsten Rennens in Austin am 23. Oktober über den Protest entscheiden. Bis dahin sollte das Ergebnis von Japan inoffiziell bleiben. Als Hamilton von dem Protest erfuhr, mischte er sich via Twitter ein. "Kein Protest von meiner Seite", schrieb er: "Ich habe gehört, das Team hat Protest eingelegt, aber ich habe ihnen davon abgeraten. Max ist gut gefahren. Wir sind Champions und blicken nach vorne. Ende." In einem ersten, wenig später gelöschten Tweet hatte Hamilton geschrieben: "Irgendein Idiot hat gesagt, wir hätten Protest eingelegt." Mercedes-Pressechef Bradley Lord teilte mit, man "habe keine Kenntnis davon, wen Lewis damit gemeint hat. Sorry."

"Ein Spitzen-Wochenende"

Rosberg kann das alles egal sein, für ihn könnten die Zeichen nicht besser stehen: In den letzten vier Jahren wurde der Sieger von Suzuka am Ende auch Weltmeister - 2012 und 2013 Sebastian Vettel im Red Bull, 2014 und 2015 Lewis Hamilton im Mercedes. "Ein Spitzen-Wochenende mit einem fantastischen Ausgang", sagte Rosberg bei der Siegerehrung: "Der WM-Titel ist nach den Anstrengungen der vergangenen Wochen und Monate eine verdiente Auszeichnung für dieses fantastische Team."

Lewis Hamilton muss stattdessen wohl erst einmal seinen Frust bewältigen. Wie ein Anfänger war er beim Start fast stehengeblieben und fand sich nach der ersten Runde auf Platz acht wieder. Seine Aufholjagd war zwar bravourös, er konnte damit aber nicht ausreichend Schadensbegrenzung betreiben. Dennoch gratulierte er seinem Arbeitgeber artig zur Konstrukteurs-WM: "Ich bin sehr stolz, Teil eines so fantastischen Teams zu sein." Über den Grund für seinen missglückten Start wollte sich Hamilton nicht äußern: "Das müssen wir im Gespräch mit den Ingenieuren analysieren."

In der WM-Wertung führt Rosberg nach seinem neunten Sieg im 17. Saisonrennen mit 313 Punkten vor Hamilton (280), der damit in den verbleibenden vier Saisonrennen nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden kann. Dennoch zeigte Hamilton, dass er einer der besten Fahrer in der Geschichte der Formel 1 ist. In den letzten Runden duellierte er sich spektakulär mit Max Verstappen bis hin zu jener Situation, in der ihn Verstappen durch jenes vieldiskutierte Bremsmanöver von der Strecke zwang.

Vettel führt zwischenzeitlich

Den Sieg hatte Hamilton aber bereits am Start aus den Augen verloren. Der Zweite des Qualifyings kam nach dem Verlöschen der Ampeln einfach nicht vom Fleck, rechts und links flogen die Kontrahenten an ihm vorbei. "Sorry, Jungs", funkte Hamilton an die Box: "Das geht auf mich." Angeblich war die Drehzahl seines Motors am Start abgefallen, sodass sich das Auto zunächst nicht beschleunigen ließ. Toto Wolff sah die Schuld ebenfalls klar bei Hamilton: "So wie es aussieht, hat er die Kupplung zu schnell hochschnallen lassen", sagte der Österreicher bei RTL.   

Danach kämpfte sich Hamilton nach vorne und profitierte am Ende auch von einer erneut missglückten Strategie von Ferrari, die den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel einen Platz auf dem Podium kostete. Vettel fuhr ein ordentliches Rennen, das er nach Rosbergs zweitem Boxenstopp zwischenzeitlich sogar anführte. Dann aber blieb Vettel auf dem Weg zu seinem zweiten viel zu späten Boxenstopp beim Überrunden langsamer Autos im Verkehr stecken und verlor seinen sicher geglaubten Podiumsplatz an Hamilton. "Die Entscheidung, so lange draußen zu bleiben, haben wir gemeinsam getroffen, das Team am Kommandostand und ich im Auto", sagte Vettel.

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