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Fußball: Wiedersehen macht Freude
Sport 3 Min. 07.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Fußball: Wiedersehen macht Freude

Leandro Barreiro und die Luxemburger müssen drei Spiele innerhalb einer Woche bestreiten.

Fußball: Wiedersehen macht Freude

Leandro Barreiro und die Luxemburger müssen drei Spiele innerhalb einer Woche bestreiten.
Foto: Ben Majerus
Sport 3 Min. 07.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Fußball: Wiedersehen macht Freude

Bob HEMMEN
Bob HEMMEN
16 Jahre nach der deutlichen Heimniederlage trifft die Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch wieder auf Liechtenstein. FLF-Trainer Luc Holtz könnte einige Experimente wagen.

Eigentlich mag Luc Holtz Testspiele. Dass die FLF-Auswahl innerhalb einer Woche drei Länderspiele absolviert, ist für den Nationaltrainer allerdings eine ungewohnte Situation. „Ich würde gerne in Bestbesetzung antreten, doch es wäre verantwortungslos, wenn ich darauf bestehen würde, dieselbe Mannschaft in allen drei Begegnungen aufs Feld zu schicken“, erklärt Holtz.

Drei Tage vor dem Nations-League-Duell mit Zypern bestreiten die Luxemburger am Mittwochabend im hauptstädtischen Stade Josy Barthel (Anpfiff um 20.15 Uhr) ein Testspiel gegen Liechtenstein. „Unser Ziel ist ganz klar, am Samstag gegen Zypern sowie am kommenden Dienstag in Montenegro bei 100 Prozent zu sein“, sagt der FLF-Coach. Dementsprechend werden am Mittwoch wohl einige Spieler eine Chance bekommen, die normalerweise nicht zum Stammpersonal der Nationalmannschaft zählen.

Wir wollen absolut kein Risiko eingehen.

Luc Holtz

Neben dem erstmals spielberechtigten Mica Pinto stehen mit Seid Korac, Timothé Rupil und Edvin Muratovic drei weitere Feldspieler im Aufgebot, die bislang noch kein offizielles Länderspiel bestritten haben. Holtz hat Korac für das Duell mit Liechtenstein nachnominiert, anschließend stößt das 18-jährige Talent vom 1. FC Nürnberg zur U21-Auswahl. Der Nationaltrainer reagierte damit auf zwei kurzfristige Ausfälle.

Der unter Adduktorenproblemen leidende Christopher Martins muss eine zweiwöchige Pause einlegen. Enes Mahmutovic wurde erneut positiv auf das Corona-Virus getestet. „Wir wollen absolut kein Risiko eingehen“, erklärt Holtz. Mit David Turpel (verletzt) und Maxime Chanot (wegen der Pandemie in den USA geblieben) fehlen zwei weitere Leistungsträger.

Neue Motivation

Zählen kann der 51-Jährige dagegen auf seinen hoch motivierten Kapitän. Seit Montag steht Laurent Jans beim belgischen Traditionsclub Standard unter Vertrag. „Ich freue mich über den Wechsel. Jetzt muss ich mich aber auf die kommenden Länderspiele konzentrieren“, meint der Rechtsverteidiger, der zuletzt beim FC Metz keine Spielpraxis sammeln durfte.

Jans könnte zu den Schlüsselspielern zählen, die in der Startelf stehen. Da Holtz auf einige wichtige Akteure verzichten muss, sind die Möglichkeiten auf anderen Positionen begrenzt. „Ich weiß nicht ob die Spieler, die am Wochenende 90 Minuten auf dem Platz standen, schon wieder dazu in der Lage sind“, erklärt der FLF-Coach.


Laurent Jans (Luxemburg – 18) / Fussball, Nations League 2020-2021, Liga C, Gruppe I, Spieltag 2 / 08.09.2020 / Luxemburg – Montenegro / Stade Josy Barthel / Foto: Yann Hellers
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Obwohl Holtz gegen Liechtenstein einige Experimente wagen wird, hoffen die Luxemburger auf ein gutes Resultat. „Wir wollen dominant auftreten und den Gegner vor Probleme stellen.“

Zur großen Freude der Nationalspieler können wieder Anhänger ins Stade Josy Barthel. Selbst wenn nur knapp 2 000 Tickets verkauft werden dürfen, kann die Unterstützung laut Kapitän Jans helfen. „Die Stimmung kann trotzdem gut sein, obwohl es natürlich anders ist, als vor vollen Rängen zu spielen. Wir hoffen alle, dass das schnell wieder möglich sein wird.“

Keine guten Erinnerungen

Jans weiß noch genau wie es war, als er die Nationalmannschaft von der Tribüne aus angefeuert hat. Keine gute Erinnerungen hat er an das bislang letzte Heimspiel gegen Liechtenstein, das am 13. Oktober 2004 mit 0:4 endete. „Ich stand im M-Block und wir haben uns nach dem Abpfiff aus Protest umgedreht.“ Auch Holtz war damals im Stadion und sah die schwache Leistung der Luxemburger. „Wenn ich mich richtig erinnere, bin ich nach dem vierten Gegentreffer aufgestanden und gegangen.“

Jeff Strasser und die Luxemburger verlieren 2004 vor heimischer Kulisse deutlich gegen Liechtenstein um Andreas Gerster (r.).
Jeff Strasser und die Luxemburger verlieren 2004 vor heimischer Kulisse deutlich gegen Liechtenstein um Andreas Gerster (r.).
Foto: Reuters/LW-Archiv

Ein ähnliches Resultat scheint 16 Jahre später undenkbar. Holtz verweist im Hinblick auf die Favoritenrolle zwar auf das damalige Duell, weiß jedoch selbst, dass die Luxemburger trotz der vielen Ausfälle gute Chancen haben, als Sieger vom Platz zu gehen.

Nachdem die FLF-Auswahl am zweiten Spieltag der Nations League vor heimischer Kulisse unglücklich mit 0:1 gegen Montenegro verloren hatte, wäre ein Heimsieg eine willkommene Zusatzmotivation vor den beiden nächsten Duellen.

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