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Fussball-EM: Der miese Rasen
Sport 20.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Fussball-EM: Der miese Rasen

Voller Einsatz: da leidet auch schon mal der Rasen, wie hier bei der Partie Ungarn gegen Island.

Fussball-EM: Der miese Rasen

Voller Einsatz: da leidet auch schon mal der Rasen, wie hier bei der Partie Ungarn gegen Island.
Foto: Ben Majerus
Sport 20.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Fussball-EM: Der miese Rasen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Rasen bei der EM in Frankreich gerät immer mehr in die Kritik. Betroffen sind vor allem die Spielfelder in Marseille, Lens und Saint-Denis.

(jag) - Verspringende Bälle , rutschende Stürmer, gelbe Flecken im Grün. Was ist los mit dem Rasen in den französischen EM-Stadien? Besonders in der Kritik stehen die Stadien von Lille, Marseille und Paris-Saint-Denis. In Lille musste das Dach geschlossen werden um zu verhindern, dass sich der Rasen mit Wasser vollsaugt, Ventilatoren am Spielfeldrand sollen verhindern, dass das empfindliche Grün verfault.

An vielen Stellen musste sogar nachgefärbt werden, damit die gelben Stellen das Fernsehbild nicht stören. Allerdings wurde dieses Verfahren auch bereits bei der WM in Brasilien und Frankreich angewendet. Die UEFA hat bereits reagiert und lässt die Franzosen an anderer Stelle ihre Trainingseinheiten abspulen. Dies könnte künftig auch für weitere Spielfelder gelten. 

Vor drei Wochen neu verlegt

Doch wie kann es sein, dass ein jahrelang vorbereitetes Event wie eine Fußball-Europameisterschaft Probleme mit banalem Rasen hat? In Lille wurde der Rasen einen Monat vor der EM komplett neu verlegt. Zum Zuge kam, wie heutzutage die Regel, ein sogenannter Hybrid-Rasen. Die Mischung aus Natur-und Synthetikgras bereitet normalerweise keine Probleme. Der viele Regen könnte eine Rolle gespielt haben. Auch die Zeitabstände waren knapp berechnet, 10 bis 15 Tage braucht der ausgerollte Rasen, um belastbar zu sein. 

Im Stade Velodrome in Marseille fand im Mai ein Konzert von AC/DC statt. Didier Deschamps soll laut "20 minutes" entsetzt gewesen sein, als er den Zustand des Rasens nach der Veranstaltung sah. Auch nach dem Spiel der Franzosen gegen die Schweiz hagelte es Kritik. "Unmöglich, unseren Fußball auf diesem Untergrund zu spielen", so Verteidiger Adil Rami.

Veranstalter geben UEFA Schuld

Die französischen Rasenspezialisten spielen den Ball zurück an die UEFA. Deren Experten hätten drei Wochen vor Beginn der Europameisterschaft verlangt, dass der Rasen in Lille ausgetauscht werden müsste. Eine österreichische Firma habe anschließend per Kühllaster Rasen angeliefert, welcher nicht mit dem bestehenden kompatibel gewesen sei. Betroffen seien unter anderem die Stadien in Lille und Marseille gewesen. Zudem sei ein Teil des Rasens laut "20 minutes" beim Verlegen gefroren gewesen.

Bessern wird sich der Zustand wohl nicht, immerhin drei Begegnungen müssen in Lille noch gespielt werden, darunter ein Achtel-und ein Viertelfinale.