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Frankreich steht im Finale
Sport 34 2 Min. 10.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Frankreich steht im Finale

Samuel Umtiti erzielte das Tor des Tages.

Frankreich steht im Finale

Samuel Umtiti erzielte das Tor des Tages.
Foto: DPA
Sport 34 2 Min. 10.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Frankreich steht im Finale

Mit einem 1:0-Sieg gegen Belgien hat sich Frankreich für das WM-Finale qualifiziert. Der Gegner wird am Mittwochabend zwischen England und Kroatien ermittelt. Auf dem Glacisfeld verfolgten Tausende das Spiel beim Public Viewing. Große Fotogalerie.

(dpa) - Antoine Griezmann sank vor Glück auf die Knie, Trainer Didier Deschamps tanzte mit seinen Assistenten im Kreis und in der Heimat feierten die Fans in den Straßen von Paris eine Riesenparty. Die Grande Nation steht dicht vor dem ganz großen Triumph. Dank Torschütze Samuel Umtiti vom FC Barcelona hat Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft den WM-Traum des kleinen Nachbarn Belgien zerstört und greift 20 Jahre nach dem Triumph im eigenen Land nach dem zweiten Titel.

„Ich bin superstolz. Wir haben Druck gemacht. Wir haben gedrängt. Ich habe das Glück gehabt. Wir haben ein großes Match gemacht“, sagte Umtiti im TV-Interview. Wie schon nach dem Achtelfinalsieg gegen Argentinien drängte sich Griezmann ins Bild und rief schelmisch grinsend: „Es lebe Frankreich. Es lebe die Republik.“

Tausende Fans verfolgten das spannende Spiel auf dem Glacisfeld:

Nach dem 1:0 im spielerisch enttäuschenden Halbfinale gegen den ewigen Geheimfavoriten gehen die vom 98er-Kapitän Deschamps trainierten Franzosen am Sonntag ins Finale gegen Kroatien oder England, die am Mittwoch das zweite Halbfinale bestreiten. „Das ist fantastisch. Ganz Frankreich ist verrückt“, hieß es beim TV-Sender BFMTV auf der Homepage.

Die Partie in St. Petersburg bot am Dienstagabend vor 64 286 Zuschauern statt des erhofften Offensiv-Spektakels viel taktische Disziplin. Abwehrspieler Umtiti köpfte das Siegtor für die Équipe Tricolore (51.') nach einem Eckball.

Keine große Show

Eine Fußball-Show war das Spiel nicht, wie Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger als Tribünengast mit skeptischem Blick feststellte. Frankreich traute sich nach der Pause mehr. Giroud wurde von Vincent Kompany (50.') im Strafaum gerade noch geblockt. Und eine Standardsituation - typisch für diese WM - brachte das Tor. Denn bei dem folgenden Eckstoß entwischte Umtiti der Bewachung von Alderweireld und Fellaini und köpfte zur Führung ein.

Das Tor setzte den Belgiern mächtig zu. Giroud hätte sogar schnell erhöhen können, wurde bei seinem Versuch aber gerade noch von Moussa Dembelé (56.') geblockt. Wo blieb der belgischen Offensivfußball? De Bruyne lieferte ausgerechnet im Halbfinale sein schlechtestes WM-Spiel. Hazard konnte keine Akzente mehr setzen. Fellaini köpfte knapp neben das Tor (65.'). Lloris parierte einen Schuss von Axel Witsel (81.'). Belgiens Goldene Generation hatte keinen Glanz mehr zu bieten.

Jubel in Paris

Paris ist nach dem Einzug Frankreichs ins Finale der Fußball-WM in einem Freuentaumel versunken. Tausende Fans stürmten nach Abpfiff der Partie gegen Belgien unter Jubelgeschrei die Champs-Élysées, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Vereinzelt stiegen über dem Prachtboulevard Feuerwerks-Raketen auf. Fans sangen die französische Nationalhymne, die Marseillaise, und riefen im Chor: „Wir sind im Finale!“ Die Polizei sperrte die Zugangsstraßen mit Mannschaftsbussen für den Verkehr ab.

 In Paris kannte die Freude kaum noch Grenzen.
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AFP



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