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Formel 1: "Terrorklima" bei Ferrari
Sport 2 Min. 19.10.2016 Aus unserem online-Archiv

Formel 1: "Terrorklima" bei Ferrari

Sebastian Vettel und Ferrari - diese Beziehung steckt in der Krise.

Formel 1: "Terrorklima" bei Ferrari

Sebastian Vettel und Ferrari - diese Beziehung steckt in der Krise.
Foto: AFP
Sport 2 Min. 19.10.2016 Aus unserem online-Archiv

Formel 1: "Terrorklima" bei Ferrari

Daniel WAMPACH
Daniel WAMPACH
Sebastian Vettel will weiter an sein Projekt Ferrari glauben, doch immer mehr Experten äußern deutliche Zweifel. Sie sehen ein zerrissenes Team, ein „Klima des Terrors“.

(sid) - Eigentlich hat Sebastian Vettel keine Chance. Immer wieder muss der viermalige deutsche Weltmeister in diesem Jahr das Scheitern Ferraris erklären, mit den immer gleichen Worten verteidigt er sein Team und gelobt Besserung – doch sein Problem bleibt stets dasselbe: Die Zweifler sind mittlerweile lauter als er. Viel lauter.

Vor dem Grand Prix der USA (Sonntag, 21 Uhr Luxemburger Zeit) transportierte nun eine der größten Sportzeitungen Italiens die neueste und bislang wohl schärfste Anklage. „Ferrari in Angst“, titelte der „Corriere dello Sport“ in fetten schwarzen Buchstaben. Bei der „Scuderia“ herrsche ein „Terrorklima“, das jeden Fortschritt hemme.

Baldisserri: „Eine Gruppe ängstlicher Menschen“

Die Aussagen stammen von Luca Baldisserri, und seine Worte haben Gewicht bei den „Tifosi“. In der erfolgreichsten Ära Ferraris war er Topingenieur und wichtiger Zuarbeiter für Michael Schumacher (D) – heute blickt er vor allem kopfschüttelnd auf seinen früheren Arbeitgeber.

Die „Scuderia“ sei „kein Team mehr, sondern eine Gruppe ängstlicher Menschen“, sagt Baldisserri. Schuld trage die neue „fachfremde“ Chefetage um Präsident Sergio Marchionne, mit Schnellschüssen wie der Entlassung des angesehenen Technikchefs James Allison während der Saison habe man für Verunsicherung gesorgt. „Wenn Fehler passieren, dann gehören die Leute nicht gleich weggeschickt. Aber genau das ist Allison passiert. Ein schwerer Verlust“, sagte Baldisserri.

Red Bull ist spätestens seit der Sommerpause der stärkere Mercedes-Verfolger als Ferrari, der einfache Grund: Beim früheren Weltmeisterteam scheint man den eigenen Boliden viel besser zu verstehen. Ist unter diesen Umständen überhaupt eine erfolgreiche Saison 2017 für die „Scuderia“ möglich? Baldisserri glaubt nicht wirklich daran. „Ich verstehe ja, dass Marchionne schnell gewinnen will, aber so funktioniert das in der Formel 1 nicht“, sagt er. Der Komplettumbau eines Rennstalls sei ein langwieriger Prozess.

Ein chaotischer Haufen

Nun ist der Italiener aufgrund seiner Ferrari-Vergangenheit ein Kritiker mit besonderer Reichweite, doch er ist bei weitem nicht der einzige. Und viele „Experten“ sind sich einig: Das verlorene Jahr 2016 ist schon der Anfang vom Ende der Ehe zwischen Vettel und Ferrari.

Der Brite Eddie Irvine etwa, Ex-Ferrari-Pilot, sieht einen chaotischen Haufen. Selbst ausgewiesene Fachleute wie der langjährige Teamchef und heutige FIA-Präsident Jean Todt würden „heute sechs, sieben Jahre brauchen, um das wieder in den Griff zu kriegen“, sagt er. Und der frühere Fahrer Martin Brundle glaubt, dass Vettel die Lust an der Königsklasse abhanden gekommen ist.

„Ich glaube“, sagt der heutige TV-Experte, „Vettel ist nicht mehr allzu lange Teil der Formel 1. Er hat so jung begonnen, so viele Rekorde gebrochen. Wenn ich ihm jetzt bei der Arbeit zuschaue, muss ich sagen: Er hat sein ,Mojo‘ verloren.“ Vettel selbst käme so etwas nie über die Lippen. Der Deutsche spricht beinahe trotzig vom kommenden Jahr. Leider sind die anderen derzeit häufig lauter. Viel


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